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Die Reinigungsanlage CL900 sorgt für kontinuierlich gute Ergebnisse und verlässliche, materialschonende Prozesse in der Baugruppenreinigung.
Ralf Körner, Geschäftsführer von Systronic an der aktuellen Testanlage CL420, der kleinen Schwester der Reinigungsanlage CL500.
Mit der Serie Sys-Clean bietet Systronic eigene Reiniger an, welche die Kombination von Maschine und Chemie perfekt macht.
Die große Prozesskammer der Reinigungsanlage CL900 bietet mit den extrem individuell an die jeweiligen Anforderungen anpassbaren Beladekörben eine ausreichende Kapazität.

Systronic hat es geschafft, sich als Reinigungsanlagenhersteller mit einem recht umfangreichen Produktportfolio zu etablieren: Das vielseitige Anlagenprogramm reicht vom Einsteigermodell bis hin zur Mehrkammeranlage für hohe Durchsätze. Das Unternehmen vermag weitestgehend jede Anlage auf die jeweiligen Kundenanforderungen anzupassen. Je nach Ausstattung lassen sich in den Schablonenreinigungsanlagen auch fehlbedruckte Leiterplatten oder Pump-Print-Schablonen reinigen. Zudem ist es möglich, die Systeme mit einem mehrstufigen Filtersystem auszustatten, um eine größtmögliche Standzeit des Mediums zu erreichen und um wiederholbar ein sehr gutes Reinigungsergebnis zu erzielen. „Dabei wird nicht nur der Anlagenbau betrachtet, sondern auch die optimale Wahl des dazu passenden Reinigungsmittels“, erläutert Ralf Körner, Geschäftsführer von Systronic. Das Alleinstellungsmerkmal sieht er vor allem in der Verarbeitung seiner Anlagen: „Unsere Reinigungsanlagen sind komplett aus Edelstahl gefertigt, was eine sehr hohe Lebensdauer garantiert. Zudem legen wir sehr viel Wert auf Zugänglichkeit zu den wartungsrelevanten Komponenten, wie etwa der Vorratstank und Filter.“

Ein Beispiel hierfür ist die automatische Dreikammeranlage für Schablonen, die CL 500, die Körner als „den Mercedes unter den Reinigungsanlagen“ bezeichnet. Die Anlage werde „in dieser Form nur von Systronic hergestellt. Es gibt kein System das mit weniger Verbrauch auskommt.“ In der Tat erreicht die vollautomatische Durchlaufreinigungsanlage CL 500 sehr hohe Durchsätze und verringert den Medienverbrauch gegenüber Einkammersystemen erheblich. Das System verfügt über drei separate Kammern für die Reinigung, Spülung und Trocknung, so dass der Reinigungsprozess und dessen Mediumkreislauf von der Nachspüleinheit komplett getrennt ist. Die Reinigungskammer fasst 75 l, während der Spülungstank 50 l an Reinigungsmedien aufnehmen kann.

Die robuste Edelstahlausführung beflügelt den Unternehmenserfolg zusätzlich: „Unsere Produkte nehmen wir jederzeit gerne zurück. Wir wissen wie robust und langlebig unsere Anlagen sind“, bekräftigt Körner und nennt als Beispiel die Modellreihe SYS 152. „Diese ist eine sehr begehrte Gebrauchtanlage die über 20 Jahre in dieser Form gefertigt wurde. Diese Anlagen nehmen wir blind zurück.“ Von den Gebrauchtmaschinen profitieren gerade Einsteiger. Durch den geringen Durchsatz etwa in der Schablonenreinigung, benötigt der Kunde nicht den schnellsten und neuesten Prozess. Bei gleichbleibender Reinigungsqualität spart der Anwender bei den Anschaffungskosten bares Geld.

Abgestimmte Reinigungsmedien

Ausschlaggebend für gute Reinigungsergebnisse sind neben der Anlage auch die Reinigungsmedien selbst. Die richtige Auswahl zu treffen, ist da nicht immer leicht. Daher hat sich Systronic dazu entschieden, mit der Serie Sys-Clean eigene Reiniger anzubieten, welche die Kombination von Maschine und Chemie perfekt macht. Um dies zu realisieren, ist der Anlagenbauer im Jahr 2013 eine Partnerschaft mit CSC Jäkle Chemie eingegangen. „Ein wichtiger Grund war, dass wir mit CSC Jäckle Chemie ein kompetentes Unternehmen gefunden haben, das bereits langjährige Erfahrung mit der Reinigungschemie hat. Ein weiterer wichtiger Grund war, dass wir unseren eigenen Namen für den Reiniger haben und bei der Entwicklung mitwirken wollten“, begründet Körner die Kooperation.

Ob Tauch-, Ultraschall- oder Sprühreinigung, vom Rakel über die Schablone bis hin zur Wartungs- oder Leiterplattenreinigung, die Reinigungsmedien der Serie Sys-Clean warten mit prozessoptimierenden Eigenschaften auf. Das sehr gute Ablaufverhalten sorgt etwa dafür, dass sich die Trocknungsdauer um bis zu 40 Prozent gegenüber vergleichbaren Reinigungsmedien reduziert, zudem sind sie komplett rückstandsfrei und unaufdringlich im Geruch. Auch lästige Pigmentrückstände bestimmter Kleber entfernen die Medien zuverlässig. „Die Reinigungsmedien sind eine optimale Ergänzung. Das eine funktioniert ohne das andere nicht.“ In Zusammenarbeit mit der CSC Jäkle Chemie will der Anlagenbauer Systronic künftig „ein überdurchschnittliches Maß an Kundenbetreuung bieten und somit für kompetente Unterstützung auch bei schwierigen Aufgabenstellungen sorgen“.

Königsdisziplin Baugruppenreinigung

Für kontinuierlich gute Ergebnisse und verlässliche, materialschonende Prozesse in der Baugruppenreinigung bietet das Unternehmen, nicht zuletzt in Kombination mit der Reinigungsanlage CL900, für diese Königsdisziplin die bestmögliche Lösung. Die Reinigungsanlage CL900 nutzt die Vorteile der wasserbasierten Reiniger konsequent: Durch die Anordnung der vier Sprüharme in der großzügigen Reinigungskammer werden die gefürchteten Sprühschatten vermieden und ein homogenes Reinigungsergebnis bestückter Leiterplatten erzielt. Die Prozesskammergröße bietet mit 500 x 500 x 600 mm³ eine ausreichende Kapazität, zumal ein optimales Spül- und Trocknungssystem eine Gesamtprozessdauer von unter 1 h ermöglicht.

Um die Rekontamination der Boards durch freigelegte Lotkugeln zu vermeiden, wird das Medium bereits im Tank aufgeheizt und während des Reinigungsvorganges kontinuierlich über Kerzenfilter im Kreislauf geführt. Das heißt, es wird mit dem gesamten Tankinhalt 75 l gereinigt und alle abgereinigten Partikel in die Filter transportiert. Der komplette Tankinhalt wird mehrfach umgewälzt und permanent filtriert. Die Spülung des Waschguts erfolgt ebenfalls in einem geschlossenen Kreislauf mit einem so VE-Wasser. Die Reinigung des Waschguts erfolgt immer mit frischem VE-Wasser. Das gebrauchte Wasser kann entweder entsorgt werden, oder geht in den Spültank, um das dortige Wasser qualitativ zu verbessern. Nach Abschluss dieses Prozesses werden die Wascharme mit Druckluft freigeblasen. Das System wartet überdies mit einer sehr guten Trocknung auf. Die leistungsfähige Konvektionstrocknung stellt den zuverlässigen Abtransport der Feuchte sicher.

Wie alle Reinigungsanlagen des Hauses, ist auch die gesamte CL900-Anlage in Edelstahlausführung gebaut und mit hochwertigen Aggregaten ausgestattet, die eine lange Lebensdauer bei geringem Wartungsaufwand sicherstellen sollen. Die Überwachung der Spülwasser-Restkontamination, sowie die Bereitstellung aller relevanten Prozesse als Datei, sind über das Touch-Panel der CL900 parametrier- und abrufbar. Zudem haben die Beladekörbe ein großes Fassungsvermögen, gleichzeitig lassen sie sich extrem individuell an die jeweiligen Anforderungen anpassen, versichert Körner: „Durch die Konfigurationsflexibilität der Anlage bieten wir für alle Kundenanforderungen die passende Lösung. Wir stehen dem Kunden von Planung bis zur Realisierung zur Seite. Von Prozessdefinition, über Installation und Mitarbeiterschulung bis zur Prozessbegleitung und Instandhaltung.“

Zuverlässige Rückverfolgung

Abgerundet wird dies mit der einfachen Handhabung für sichere Prozesse, einer lückenlosen Tranceability, sowie der einfachen Einbindung in ein bestehendes Firmennetzwerk. „Die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Fertigungsprozessen für elektronische Baugruppen scheitert häufig an der Baugruppenreinigung“, weiß Körner zu berichten und merkt weiter an: „Mit der Anlage CL900 haben wir eine Lösung geschaffen.“ In der Basisausführung werden während des Reinigungsprozesses alle Prozessparameter mit Soll- und Istwerten dokumentiert, mit einem Zeitstempel versehen sowie die durchgeführten Spülungen und der dabei ermittelte Restleitwert des Spülwassers aufgezeichnet und als Datenstring auf einem integrierten USB-Stick gespeichert. Alternativ ist es möglich, die bereitgestellten Daten zur Weiterverarbeitung über eine Ethernetverbindung an das EDV-Netzwerk, oder direkt an definierte Stellen zu übermitteln.

Optional lässt sich auch ein Handscanner in die Anlage integrieren: Dadurch ist es möglich, Betriebsaufträge der Reinigungsvorgänge aufzunehmen und die dafür hinterlegten Reinigungsprogramme automatisch zu laden. Die Betriebsaufträge werden in diesem Zuge mit den ermittelten Reinigungsparametern gemeinsam gesichert. Auch Barcodes der einzelnen Baugruppen scannt und dokumentiert das System. Darüber hinaus lässt sich durch die Einbindung ins Netzwerk die Steuerung und Überwachung von Wartungsintervallen, die Badzyklenüberwachung oder die Reinheit des Spülwassers und dessen Wechselzyklen weiter verbessern.

Fehler minimieren

Die Reinigung elektronischer Baugruppen ist essenziell: Durch die Reinigung werden spätere Fehlerbilder wie etwa elektrochemische Migration, die zu Feldausfällen führen können, deutlich minimiert und somit die Langzeitzuverlässigkeit der Elektronik sichergestellt. Daher sind gute Reinigungsergebnisse und eine lange Lebensdauer der Baugruppen Hauptanforderungen an den Reinigungsprozess, der mit der richtigen Kombination aus Anlage und Medium gelingt.

Fünf Fragen an Ralf Körner, Geschäftsführer von Systronic

Sie bieten Anlagen für diverse Reinigungsfelder. Welcher Bereich hat den größten Umsatzanteil?

Der größte Umsatzanteil ist die Schablonenreinigung, hier werden wir dieses Jahr weitere innovative Systeme auf den Markt bringen, die unseren Kunden eine flexiblere Anwendung bietet und den Verbrauch an Medium und Energie senkt.

Welche Ausrichtung werden Sie künftig verfolgen?

Die Ausrichtung geht in multifunktionale Systeme die man sowohl für die Baugruppenreinigung, Fehldruckreinigung und Schablonenreinigung konfigurieren und einsetzen kann.

Systronic blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Im Jahr 1987 gegründet, folgte im Jahr 2001 die Insolvenz und mit der Übernahme durch die Mühlbauer ein stetiger Abbau. Welches Erfolgskonzept haben Sie heute?

Es wäre unfair über besser oder schlechter zu urteilen. Lassen Sie es mich so formulieren. Die heutige „neue“ Systronic konzentriert sich auf die Geschäftsbereiche die in der „alten“ Systronic gut und profitabel liefen. Wir sind voll auf Reinigungslösungen fokussiert und stecken hier unsere ganze Energie und unser Know-how.

Der Reinigungsmarkt ist ziemlich in Bewegung, ein Beispiel ist die Solarbranche in Deutschland. War das der Grund weshalb Sie den Bereich Siebspannservices im Jahr 2013 verkauft haben?

Unser Kundenstamm im Siebspannservice bestand zu 80 Prozent aus der Solarsparte. Nachdem ein Großkunde seine Produktion einstellte, konnten wir den verlorenen Umsatz mit anderen Kunden aus der Branche nicht mehr ausgleichen. Mit Christian Koenen haben wir den passenden Partner für unsere Kunden gefunden. Auch heute arbeiten wir noch mit Christian Koenen zusammen und betreuen ausgewählte Kunden gemeinsam.

Welche Trends erkennen Sie in Deutschland und Europa?

Die Reinigung von Baugruppen wird weiter zunehmen. Hier gilt es für die Kundenanforderungen ein gesamtes Lösungskonzept zu entwickeln. Es wird eine weitere Verlagerung von Deutschland nach Osteuropa geben. Dort sind wir gut positioniert und können heute schon einen großen Marktanteil vorweisen.

Die Fragen stellte Marisa Robles Consée

SMT Hybrid Packaging 2014: Halle 7, Stand 429