Die Kluterthöhle hat geologisch viel zu bieten, was man mit einer leistungsstarken Beleuchtung ins rechte Licht setzen kann.

Die Kluterthöhle hat geologisch viel zu bieten, was man mit einer leistungsstarken Beleuchtung ins rechte Licht setzen kann. Rittal

Ganz fremd war der Höhlenforscher Alexander Chrapko auch in diesem Metier nicht: Seit mehr als 25 Jahren ist er bereits in der Elektronikbranche zuhause und über zehn Jahre führt er die Firma Germ Tec, die ursprünglich Laborgeräte und Medizintechnik herstellte. Mit der Zeit kamen auch andere Branchen dazu, die individuelle elektronische Lösungen von Germ Tec entwickeln und produzieren lassen – etwa Funksteuerungen für Sitzantriebe in Pkws. Um seine Idee vom eigenen Beleuchtungssystem zu verwirklichen, gründete er die Firma Cave Lighting, die sich – wie der Name schon sagt – mit der Beleuchtung von Höhlen befassen sollte.

Das Ziel: Die Leuchten selbst sollen möglichst unauffällig platziert sein, dabei aber alle Möglichkeiten moderner Multimediatechnik mit Szenarien aus Licht und Sound bieten können. Deshalb fiel die Entscheidung schnell auf LED-Technik, die nicht nur Farbspiele möglich macht, sondern auch wirtschaftlich ist. Immerhin werden bei den von Cave Lighting eingesetzten LEDs 95 Prozent der Energie in Licht umgewandelt. Dank dieser extrem niedrigen Verluste wird ein Wärmeeintrag in die Höhle vermieden – und damit auch die unerwünschte Lampenflora. Unter diesem Begriff versteht man die Besiedelung mit Pflanzen rund um die Lichtkörper, die nicht nur den Eindruck der Höhle verfälschen. Die hierbei entstehenden Bakterien können auch das Gestein angreifen.

Heute blickt das Unternehmen bereits auf über 100 Projekte von Bad Segeberg bis zu den Cayman Islands zurück. Ein ganz typisches Projekt ist die Kluterthöhle in Ennepetal.

Diese Höhle, ursprünglich wegen ihres außergewöhnlichen Klimas berühmt und als Therapiehöhle genutzt, hat geologisch eigentlich viel mehr zu bieten. Ist sie doch ein gigantisches Korallenriff aus dem Devon, das durch die Hebung der Mittelgebirge trocken fiel, durch den darüber befindlichen Schiefer geschützt wird und auch heute, nach 385 Millionen Jahren, noch bestens erhalten ist. Hier zeigen sich unterirdische Seen, bizarre und geheimnisvolle Gänge und Hallen und versteinerte Lebewesen des ehemaligen Riffes. Allerdings kamen diese Schätze kaum zur Geltung, denn die alte Deckenbeleuchtung konzentrierte sich vor allem auf die Wege und ließ die wirklich aufregenden Details weitgehend im Dunkeln.

Auf der nächsten Seite werden die technischen Details der Höhlenbeleuchtung beschrieben.

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