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Die schlanke Lackierdüse erreicht schwer zugängliche Bereiche problemlos.
Die selektive Sprüh- und Dispensanlage SSC 400 übernimmt verschiedene Applikationsaufgaben.
Beispiel einer selektiven Schutzlackierung mit Damm-Abdichtung.
Mit der optionalen Düsenlagekorrektur werden Abweichungen der Spitze automatisch erkannt und nachjustiert.

Das Thema der Klimaschutzbeschichtung ist recht komplex. Durch die Vielzahl möglicher Schaltungen, eingesetzte Bauteile und verwendeter Materialien gibt es eine Fülle von Lösungsansätzen. So sind am Markt einige verschiedene Beschichtungsverfahren und Polymerwerkstoffe erhältlich, mit denen es möglich ist, nahezu jeden klimatischen Schutz zu erreichen. Denn eines ist klar: Der elektrische Ausfall einer elektronischen Baugruppe kann zeitweise oder dauerhafter Art sein und zeigt sich als Störung, Fehlfunktion oder Komplettausfall. Egal wie, die unzuverlässige Arbeit der Schaltung wirkt sich negativ auf das Gesamtsystem aus, was beträchtliche Kosten durch Stillstand und Austausch nach sich ziehen kann.

Anlagen zur Schutzlackierung

Mit einer Beschichtungskompetenz von über 36 Jahren wartet KC-Produkte auf und kann auf ein umfangreiches Portfolio zurückgreifen an Lackieranlagen für bestückte, elektronische Baugruppen verweisen. Die Grundkonzeption und die kontinuierliche Verbesserung der Technik beruhen auf die im gleichen Werk angesiedelte Lohnbeschichtung. Was der Anlagenbau entwickelt, lässt sich sofort vor Ort testen. Der Kunde erhält dadurch Lackieranlagen und Optionen aus der Praxis, die auf die verschiedenen Ansprüche ideal eingehen. Darunter sind kleine, flexible Modelle bis hin zu vollautomatischen Inline-Systemen. Letztere werden in Kooperation mit Rehm Thermal Systems hergestellt und vertrieben.

Je nach Aufgabenstellung sind selektive, koordinatengesteuerte CNC-Lackiersysteme oder selektive Tauch- und Flutanlagen zu haben. Das Milli-Coat genannte selektive Tauchen ist ein hauseigenes Verfahren, bei dem es möglich ist, die Lackierbereiche mittels Formbecher sehr exakt einzugrenzen. Die Bauteile werden mit Schutzlack umhüllt und es lassen sich sogar problemlos zähflüssige Dickschichtlacke einsetzen. Das Verfahren findet vor allem bei mittleren bis großen Stückzahlen seine Anwendung, denn es kann auch Mehrfachnutzen sehr rasch beschichten.

Universeller einsetzbar ist und bleibt aber die CNC-Lackierung. Die sehr genauen und schnellen Achsen bewegen je nach Anforderung eine bis mehrere Auftragsköpfe synchron oder sukzessive. Dadurch lassen sich Fertigungszeiten verkürzen oder verschiedene Aufgaben des Polymerauftrages, wie Verklebung und Lackierung in einem Arbeitsgang durchführen. Zu diesem Zweck sind die Auftragsköpfe mit unterschiedlichen Düsen ausgestattet, von der einfachen Dispensdüse mit Nadel über Sprühdüsen, Vorhanggießdüsen bis hin zu Jettern. Das KC-eigene, nebelfreie Sprühverfahren Stream-Coat birgt bei gemischter Bestückung große Vorteile. Es kann mit den dünnen, schlanken Lackierdüsen bis tief in hoch bestückte Bereiche eintauchen und dort sicher lackieren. Ebenso kann es Bauteilbeinchen durch das Arbeiten im Verdrängungsprinzip hinterspülen.

Höhere Effizienz und Zeitersparnis

Der allergrößte Vorteil dieser Auftragstechnik liegt aber im problemlosen Umgang mit der Düse was Wartung, Pflege und Reinigung anbelangt. Hier spart der Lackierer täglich echte Arbeitszeit. Die Vorhanggießdüse ist mit einer Dreheinheit, Strahlbreitenvermessung und Mengen-Feinjustage ausgestattet. Sie spielt vor allem auf flachen Bestückungen ihre Geschwindigkeitsvorteile aus. Im Gegensatz zur Stream-Coat-Düse kann sie jedoch keine zähfließenden Dickschichtlacke verarbeiten. In punkto Geschwindigkeit und Präzision ist die Jetting-Düse unschlagbar. Die Vario-Coat genannte Technik lässt kaum Wünsche offen. Beim Jetting werden kleine Punkte in hoher Frequenz aus der Düse gestoßen und berührungsfrei appliziert. Dadurch lassen sich kleinste Stellen lackieren, Linien ziehen und ganze Flächen beschichten.

Doch was wären Lackieranlagen ohne die Ausstattung, die Prozesssicherheit und Komfort bietet? Aus der eigenen Lackierpraxis bei KC resultieren diverse Anlagenoptionen, die den Lackieralltag erleichtern oder sicherer machen. Nach der Lackierdüse steckt vermutlich im Lackmanagement das größte Know-how. Mit Lackmanagement ist die komplette Stoffkette von der Bevorratung, Förderung, Temperierung, Pausierung bis hin zur Reinigung des Systems gemeint. Je nach Anwendung ist es möglich, den Schutzstoff aus Kartuschen oder Blechgebinden zu fördern. Materialschonender als der Drucktopf ist dafür die Lackförderung mittels Pumpe. Durch die Leistungsregulierung über die Anlagensteuerung ist zudem die applizierte Materialportion während dem Beschichtungsvorgang einstellbar. Das hat entscheidende Vorteile bei komplexen Baugruppen-Geometrien mit häufigen Kurvenfahrten.

Übrigens ist die Steuerung der CNC-Lackieranlagen sehr übersichtlich und leicht zu erlernen. Neue Beschichtungsprogramme müssen nicht mühsam durch Maschinencodes eingegeben werden, sondern werden einfach am Objekt durch Stoppfahrt eingelernt. Flächige Lackierungen lassen sich binnen weniger Minuten mittels des Area-Wizard erstellen. Zudem ist es möglich, vorprogrammierte Funktionen, wie Parken, Reinigung und Referenzfahrt rasch über Fixtasten am Berührbildschirm aufzurufen. Um den Anlagenzugriff zu regeln bietet das Betriebssystem verschiedene Benutzerebenen und zur Dateiablage kann die Steuerung über diverse Schnittstellen an das Firmennetz angeschlossen werden. Eine SMEMA-Schnittstelle zur Anlagenkommunikation untereinander ist ebenso erhältlich. Die nächste Generation der Anlagensteuerung ist bereits in der Entwicklung. Sie wird eine Windowsoberfläche haben, die echte, visuelle offlline-Programmierung bietet und an der Anlage einen Live-Video-Support ermöglicht.

Hohen Variantenmix sicher handhaben

Gerade für Bestückungsbetriebe mit einem hohen Mix an Varianten bieten die Anlagen von KC sehr viel. So erkennt die Anlage beispielsweise die elektronischen Baugruppen bereits beim Einfahren und lädt das entsprechende Beschichtungsprogramm automatisch. Nach der halbseitigen Lackierung wendet der Träger in der Anlage und es folgt die zweite Seite. Weitere Optionen ermöglichen die elektronische Regelung aller wichtigen Luftdrücke und der Düsentemperatur, was die Lackierung enorm sicher macht und unbeabsichtigten Mitarbeitereingriff verhindert. Für Automotive-Produzenten sind zudem die Optionen der Mengenwägung per Präzisionswaage und die Bildverarbeitung mittels Kamera interessant. Die hochauflösende CCD-Kamera übernimmt von der Nadelprüfung und Spitzenlagekorrektur bis hin zur Kontrolle des Beschichtungsergebnisses viele Aufgaben. Alle gemessenen Werte und vorgegebenen Parameter der Anlage lassen sich in Logdateien sichern, um so die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.

Für einfache, alltägliche Dosieraufgaben bietet KC-Produkte sehr präzise Tisch-Dosierroboter der Reihe Shotmaster DS für den batch-Betrieb an. Diese können ebenfalls mit verschiedenen Ventilen, Düsen und Überwachungen ausgestattet werden. Dazu gehörig findet sich das komplette Verbrauchsgut von hoch präzisen Dosiernadeln, Mehrfachdosierern, Adaptern, innovativen Kartuschen und Zubehör im Lieferprogramm. Und auch für die größeren Lackieranlagen sind Zusatzgeräte wie, Absaugkabinen, Regalwägen, Inspektions- und Nacharbeitsplätze erhältlich.

Im Schulterschluss mit dem Kunden

Doch bei aller Technik entscheiden über eine erfolgreiche Implementierung der Lackiertechnik häufig die weichen Faktoren. Im Projektgespräch berät daher KC mit all seiner Erfahrung auf den Gebieten der Oberfläche, der Chemie und der Anlagentechnik. Erste Musterlackierungen demonstrieren das Lackierergebnis und ermöglichen eine Feinabstimmung des Prozesses. Durch den Lohnbeschichtungsbetrieb im Haus KC lassen sich aber auch ganze Produkte einfahren und reibungslos übergeben.

Oder der Kunde nutzt die KC-Lohnbeschichtung während Engpässen in seiner eigenen Fertigung. Zur Selbstverständlichkeit zählt die intensive Schulung der Lackiermitarbeiter vor Ort, die meist eine zusätzliche Wissensvertiefung nach einem Monat beinhaltet. Dabei werden neben dem Umgang mit der Anlage und der Steuerung auch Tipps und Tricks aus der Lackierpraxis und im Umgang mit den Chemikalien gegeben. Vorbildlich ist auch der Ersatzteiledienst, da praktisch alle Teile und Module ab Lager erhältlich sind. So ist im Falle eines Defektes das Tauschteil über Nacht geliefert oder der Servicetechniker baut es ein. Dieser übernimmt auch später die Nachsorge der Anlage, wie Wartung und Reinigung.

Die richtige Anlagenwahl

Bei der Suche nach der passenden Lackieranlage spielen viele Kriterien eine wichtige Rolle. Neben der Technik, deren Möglichkeiten und Grenzen sind oft auch weiche Faktoren, wie Service, Beratung, Unterstützung und Fachkompetenz entscheidend. Durch die im Hause ebenfalls durchgeführte Lohnbeschichtung ist KC der Ansprechpartner für alle Fragen der Applikation, der Anlagentechnik, der Oberfläche und der Chemie.

SMT Hybrid Packaging 2014: Halle 9, Stand 302