Der deutsche Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie(ZVEI)sieht für das Jahr 2003 in einer aktuellen veröffentlichten Studie keine Trendwenden in der Elektroindustrie. Der bisherige Jahresverlauf in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sei demnach Ausdruck der fehlenden gesamtwirtschaftlichen Impulse und lasse 2003 keinen Aufschwung erkennen.


„Mehr als die ,rote Null‘ wird bei der Umsatzentwicklung in unserer Branche nicht drin sein“, prognostiziert Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer des ZVEI. Dem Verband zufolge gingen von Januar bis April die Umsätze der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie um gut ein Prozent auf knapp 50 Mrd. Euro zurück. Das Auslandsgeschäft stagnierte aufgrund eines massiven Einbruchs im April, die Umsätze im Inland sanken um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Zu befürchten ist, dass sich der rasche Wechsel von kurzfristigen Wachstumsimpulsen und erneuten Rückschlägen in diesem Jahr weiter fortsetzt“, so Graß. Auch die Ertragslage bleibt nach Einschätzung von ZVEI weiter angespannt. Dies sei auf den Beschäftigungsrückgang und den gleichzeitig vorübergehenden Anstieg der Produktion zurückzuführen.


Die Nachfrage nach elektronischen Investitionsgütern, die rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes der deutschen Elektrotechnik- und Elektroindustrie ausmachen, bewegte sich mit einem Plus von knapp einem Prozent in den ersten vier Monaten 2003 auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Die Branche investiert weiter massiv in Forschung und Entwicklung sowie in innovative Produkte, Dienstleistungen und Produktionsprozesse. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) rechnet mit Innovationsaufwendungen in Höhe von 14,5 Mrd. Euro. Allerdings werden die vorhandenen Potenziale nicht voll in wirtschaftliche Erfolge umgewandelt. Gauß sieht massive Investitionsstaus unter anderem im Verkehr und in der Energieversorgung bei der Digitalisierung von Hörfunk und Fernsehen.