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Endress+Hauser

„Wir haben uns schneller von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erholt als erwartet“, sagte Chief Executive Officer (CEO) Klaus Endress an der Bilanzmedienkonferenz in Basel. „2009 wussten wir manchmal nicht, woher die Arbeit nehmen. Im vergangenen Jahr hatten wir häufig Mühe, alle Aufträge termingerecht abzuarbeiten“, verdeutlichte er die Dynamik dieser Entwicklung.

Das stärkste Wachstum verzeichnete das Unternehmen in Amerika, wo sich das Geschäft mit einem Plus von 38,2 % noch kräftiger entwickelte als in Asien (28,5 %). In Europa wuchsen die Verkäufe um 12,9 %, in Afrika und Nahost um 10 %. „Als Folge der Krise haben die aufstrebenden Märkte schneller an Bedeutung gewonnen als erwartet“, erklärte Michael Ziesemer, Chief Operating Officer (COO). Besondere Impulse kamen aus der Lebensmittelindustrie, für Endress+Hauser die größte Branche. Dabei erholte sich der Anlagen- und Maschinenbau (beispielsweise Hersteller von Abfüllanlagen) besonders rasant. Überdurchschnittlich beigetragen haben die Grundstoffindustrie – hier profitierte etwa der Bergbau vom Hunger nach Rohstoffen – sowie die Pharmabranche. Chemische Industrie, Öl- und Gasbranche, Metallurgie, Kraftwerkstechnik sowie Wasser-/Abwasseraufbereitung entwickelten sich gut. Einzig die Papier- und Zellstoffindustrie blieb im Minus.

Mit einer Eigenkapitalquote von 68,3 % sieht sich das Familienunternehmen gut aufgestellt, um langfristige Ziele zu verfolgen: „Weil wir während der Krise kaum Stellen abgebaut haben, konnten wir mit Einsetzen der Erholung gleich voll loslegen“, bekräftigte Klaus Endress. 2010 wurden in kleinerem Umfang wieder Arbeitsplätze geschaffen, insbesondere im weltweiten Vertrieb. Die Zahl der Beschäftigten in der Firmengruppe stieg um 175 auf insgesamt 8.594; in der Region Basel, in der 4.251 Menschen für Endress+Hauser arbeiten, kamen 33 Stellen hinzu. 7,3 % des Umsatzes investierte das Unternehmen in Forschung und Entwicklung, die Investitionen in Gebäude und andere Sachanlagen sanken um 15,2 Prozent auf 57,0 Millionen Euro.

2011 voraussichtlich deutlich mehr als 8 % mehr Umsatz

So gut 2010 zu Ende gegangen ist, so gut ist Endress+Hauser 2011 gestartet. Auftragseingang und Umsatz liegen derzeit zweistellig über den guten Zahlen des Vorjahrs. Obwohl die Firmengruppe für die zweite Jahreshälfte mit einer Abschwächung dieser Entwicklung rechnet, geht der Finanzchef davon aus, dass das vorsichtige Ziel von 7 bis 8 % Umsatzwachstum deutlich übertroffen wird. Auch Gewinn und Eigenkapitalquote sollen weiter steigen. 88 Millionen Euro will die Firmengruppe 2011 investieren und weltweit mehr als 600 Arbeitsplätze schaffen.

Firmenchef Klaus Endress erinnerte daran, dass weiterhin wesentliche Unsicherheiten bestehen. Die Finanzkrise sei noch immer nicht überwunden, die Überschuldung vieler Staaten – insbesondere auch in der Euro-Zone – stelle eine Hypothek für die Zukunft dar. Die politischen Unruhen in Nordafrika und Nahost, aber auch Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe in Japan hätten vor Augen geführt, dass ein Unternehmen jederzeit mit unerwarteten Ereignissen rechnen müsse. „Wir müssen wachsam und beweglich bleiben“, mahnte Klaus Endress. „Wir wollen weiterhin die Chancen nutzen, dürfen aber auch die Risiken nicht übersehen.“