Kurz vor der Messe startete die ODVA mit der Spezifikation eines schnellen Sensor/Aktorbusses auf Basis des CIP-Protokolls – CipNet SA.


Nicht nur der ODVA-Gruppe um DeviceNet und Ethernet/IP fehlte schon immer ein schneller Sensor-Aktorbus im Konzept. Auch die Profibus Nutzerorganisation hat hier eine Lücke, die jedoch Gateways zu AS-Interface kompensieren. Strategisch passt die Definition von CipNet SA also ins Bild. Bereits im Frühjahr soll die Spezifikation verabschiedet sein. Das dürfte auch klappen, sind doch lediglich die Physik einschließlich Verkabelungs- und Anschlusskonzept durch die Anfang November gegründete Special Interest Group (SIG) durchzuschleusen.


Querverkehr und Diagnose in Sensor-Aktorbus integriert


Die SIG CipNet SA soll bzw. darf jedoch laut Projektplan (s. infoDIRECT) keine Änderungen an der definierten Netzwerkfunktionalität oder den Protokoll-Spezifikationen vornehmen. Schließlich steht die Kompatibilität auf Applikationsebene zu Ethernet/IP und DeviceNet an oberster Stelle. Damit dürfte die durchgängige Nutzung der Funktionen des Common Industrial Protocols (CIP) wie Querverkehr, Messaging sowie die Konfigurations- und Diagnosemöglichkeiten gegeben sein.


Primär ist also die Physik und Übertragungstechnik zu definieren – und die kommt von Omron. Bereits Ende Oktober wurden dazu die Rechte am weiterentwickelten Componet-S an die ODVA übertragen. In der SIG wird nun diese Technologie als CipNet SA spezifiziert. Die Basis bildet eine neu entwickelte serielle Übertragungstechnik. Sie ermöglicht Ausdehnungen bis 1500m (bei zwei Repeatern und 93,75kBit/s). Die maximale Baud-Rate beträgt 4Mbit/s und ermöglicht Zykluszeiten von unter 1ms. Standardmäßig sind bei 100 m und 1,5 MBd Zykluszeiten von 3 ms realistisch. Im Maximalausbau sind jeweils 1024 Ein- und Ausgänge, verteilt auf maximal 192 Knoten möglich. Bei der Topologie sind Baum-ähnliche Strukturen (Stichleitungen bis 3m Länge) zulässig. Bislang definiert ist die Verkabelungs- und Anschlusstechnik für IP20-Module. Analog zu AS-Interface wird es ein 4-adriges Flachkabel geben, an dem sich über entsprechende Adaptermodule mit IDC-Durchdringungstechnik Abzweige bzw. Sensoren und Aktoren direkt durchschleifen lassen. Ebenso in Vorbereitung ist ein Anschluss- und Verkabelungskonzept in IP54.


Die ODVA zielt mit CipNet SA auf Applikationen mit vielen verteilten Sensoren und Aktoren, beispielsweise Fördertechnik (IP54) oder auch bei Bestückungsautomaten (4 MBd). Dementsprechend sollen darüber vor allem kleine Datenpakete zwischen einer Steuerung und den angeschlossenen Sensoren und Aktoren übertragen werden. Auch wenn der Gedanke nahe liegt: Als Ablösung oder Konkurrenz zu DeviceNet will man CipNet SA nicht verstanden wissen, sondern als Abrundung nach unten und ergänzend. Der Hauptunterschied liegt vor allem in der Anzahl einfacher E/As bei höheren Taktraten und insgesamt geringerer Querkommunikation.


SPS/IPC/DRIVES 2005: Halle 6, Stand 256


 


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