Nicht nur Statec Binder sichert ihre Anlagen mit Pilz-Komponenten. Die Firma Oyster setzt in ihren Verpackungs- und Palettieranlagen unter anderem das PNOZmulti Mini ein.

Nicht nur Statec Binder sichert ihre Anlagen mit Pilz-Komponenten. Die Firma Oyster setzt in ihren Verpackungs- und Palettieranlagen unter anderem das PNOZmulti Mini ein.Pilz

Statec Binder gilt als Spezialist in Sachen Verpackungs- und Palettieranlagen. Das 1979 gegründete Unternehmen aus dem österreichischen Gleisdorf liefert seine Anlagen rund um den Globus, oft mit individuellen Modifikationen, die über das Standardportfolio hinausgehen. Neben Verpackungsmaschinen für Polyethylen-, Polypropylen- und Papiersacklösungen umfasst das Portfolio auch Hochlagen- und Roboterpalettieranlagen sowie Wiegeeinheiten. „Damit decken wir die komplette Wertschöpfungskette bei der Verpackung von Produkten über das Wiegen bis hin zur Lagervorbereitung ab“, zeigt Werner Fürndrath, bei Statec Binder für E-Technik und MSR verantwortlich, die Produkttiefe auf. Schließlich rundet der Bereich Dienstleistung, der die Risikoanalyse und die CE-Kennzeichnung gesamter Anlagen einschließt, das Angebot des österreichischen Verpackungsexperten ab.

Herausforderung: Hoher Maschinentakt bei umfassendem Schutz

Zusammen mit den Kunden erarbeitet das Unternehmen die passenden Lösungen. Dabei steht bei fast jedem Projekt ein Aspekt ganz oben: die Steigerung der Produktivität. Neben der Produktivität ist es die Sicherheit, die bei Statec Binder hohen Stellenwert einnimmt. „Auf Seiten der Sicherheitstechnik war uns schon immer wichtig, auf renommierte Unternehmen mit ausgereiften Produkten zu setzen. Für unsere Verpackungs- und Palettieranwendungen setzen wir in erster Linie auf Pilz“, sagt Fürndrath. Aus diesem Grund kommt bei Statec Binder das konfigurierbare Steuerungssystem PNOZmulti des Komplettanbieters für die sichere Automation zum Einsatz.

Magnetische Sicherheitsschalter überwachen sowohl die Stellung als auch die Position von trennenden Schutzeinrichtungen nach EN 60947-5-3 – bei Bedarf auch in explosionsgefährdeten Bereichen.

Magnetische Sicherheitsschalter überwachen sowohl die Stellung als auch die Position von trennenden Schutzeinrichtungen nach EN 60947-5-3 – bei Bedarf auch in explosionsgefährdeten Bereichen.Pilz

Die modulare Steuerung ist in den Anlagen die zentrale Anlaufstelle für alle Sicherheitsaufgaben. Mittels Bussystem ist das PNOZmulti mit der Maschinensteuerung verbunden und ermöglicht darüber die Visualisierung von Fehlermeldungen direkt auf dem Display. Dabei ist das Steuerungssystem flexibel: Sollten kurzfristig Umbauten oder spätere Änderungen notwendig sein, lassen sich diese einfach über ein Zusatzmodul hardware-seitig ergänzen. Über die dazugehörige Software, den PNOZmulti Configurator, können diese Änderungen ebenso zügig in der Software nachgezogen werden. „Erweiterungen wie zusätzliche Schutztürkontakte, Seilschalter, Not-Aus-Taster oder Lichtgitter sehen wir immer sehr gelassen entgegen“, erklärt Fürndrath.

Das konfigurierbare Steuerungssystem ist in den Statec Binder-Anlagen zentrale Anlaufstelle für alle Sicherheitsaufgaben, von der Schutztür-Überwachung bis hin zum muting-gesteuerten Lichtgitter.

Das konfigurierbare Steuerungssystem ist in den Statec Binder-Anlagen zentrale Anlaufstelle für alle Sicherheitsaufgaben, von der Schutztür-Überwachung bis hin zum muting-gesteuerten Lichtgitter.Pilz

Vorteile durch Systemlösungen aus Steuerung und Sensorik

Über das konfigurierbare Steuerungssystem hinaus setzt Statec Binder auch sichere Sensorik von Pilz in seinen Maschinen ein. Zu diesen gehören beispielsweise die berührungslosen Sicherheitsschalter PSENmag für die sichere Überwachung von Schutztüren. „Berührungslos deshalb, weil wir in der Vergangenheit die Erfahrungen gemacht haben, dass dies für Schutztürlösungen die beste Variante ist“, so Fürndrath. Die magnetischen Sicherheitsschalter dienen sowohl der Stellungsüberwachung von trennenden Schutzeinrichtungen nach EN 60947-5-3 als auch der Positionsüberwachung. Dabei spart die kompakte Bauform von PSENmag Platz bei der Installation.

Mit den Sicherheitsschaltern lassen sich gefahrbringende Maschinenbewegungen stillsetzen und das Wiederanlaufen ohne Freigabe verhindern. Stecker und Kabel für alle Montage- und Anfahrrichtungen sowie ein gesicherter Schaltabstand von 3 bis 10 mm je nach Einbausituation ermöglichen eine flexible Montage und eine schnelle, bequeme Installation – der Installateur muss nicht mehr auf den Millimeter genau Betätiger und Schalter montieren. Als weiteren Pluspunkt sieht Fürndrath die Verkabelung per M8-Stecker: „Muss der Türkontakt mal getauscht werden, stecken wir den neuen Schalter einfach wieder an und brauchen uns nicht um die Verkabelung zu kümmern.“ Zudem sind die Sensoren aufgrund ihrer hohen Schutzart für erhöhte Anforderungen geeignet, etwa für die Verpackung staubiger Produkte. Hier setzt Statec Binder immer häufiger Atex-Geräte ein, also explosionsgeschützte Komponenten wie sie auch Pilz vorhält. „Wir brauchen nicht nur passende, sondern auch entsprechend zertifizierte Produkte. Nur so können wir weltweit liefern“, betont Fürndrath.

Lichtgitter mit integrierten und vormontierten Mutingsensoren in ­L-Muting und T-Muting Anordnung

Lichtgitter mit integrierten und vormontierten Mutingsensoren in ­L-Muting und T-Muting AnordnungPilz

Angepasste Lösungen

Immer, wenn Bediener aktiv in den Produktionsprozess eingreifen müssen, sind Maschinen und Anlagen abzusichern. Bei Maschinen mit angeschlossener Palettieranlage kommen daher Lichtgitter PSENopt zum Einsatz, die je nach Anforderung für den Finger-, Hand- oder Körperschutz nach EN/IEC 61496-1/-2 sorgen. Damit die Schutzfunktionen nicht zu Lasten der Flexibilität gehen, kommen an den Palettieranlagen Lichtschranken mit Mutingfunktion zum Einsatz. Diese zusätzliche Funktion ermöglicht es Paletten auszuschleusen, ohne Personen, die versehentlich in diesen Bereich laufen, einer Gefahr auszusetzen.

Für kleinere Anwendungen, etwa eine Verschließmaschine am Ende einer Verpackungsanlage, setzt Fündrath auf eine kompakte Lösung, das konfigurierbare Sicherheitsschaltgerät PNOZmulti Mini. „Für solche Anwendungen reicht diese kleinere Steuerung.“ Hier sind nur das Nähen, Abschneiden und Verschweißen zu überwachen und zu steuern. Mit seiner kleinen und kompakten Bauart bietet das PNOZmulti Mini die gleichen digitalen Ein- und Ausgänge wie der größere Bruder PNOZmulti: 20 sichere Eingänge, vier sichere Halbleiterausgänge (gemäß SIL3, PLe) und vier Taktausgänge. Neben den Sicherheitsfunktionen wie die Überwachung von Not-Halt, Schutztüren oder Lichtschranken, kann es durch seine Logikfunktionen auch Aufgaben der Maschinensteuerung übernehmen. Das 45 mm breite Gerät lässt sich – wie alle Komponenten der Baureihe – mit dem Softwaretool PNOZmulti Configurator konfigurieren. Wie beim großen Bruder PNOZmulti wird das Anwenderprogramm auf einer Chipkarte gespeichert und lässt sich damit einfach von einem Gerät auf ein anderes übertragen. Das spart Zeit und Kosten, da insbesondere für den Gerätetausch kein Softwaretool benötigt wird.

Der Kundenkreis des österreichischen Unternehmens reicht von Kleinbetrieben bis hin zu Konzernen, und das weltweit. In der Regel gibt es seitens des Kunden Vorgaben, die die verwendeten Komponenten der Anlagen zu erfüllen haben. „Deshalb müssen wir Bauteile verwenden, die international verfügbar und anerkannt sind. Pilz erfüllt diese Anforderungen und ist zudem auf dem Sicherheitssektor Technologieführer,“ bringt Fürndrath die Zusammenarbeit auf den Punkt.

Technik im Detail

Muting – die Feinheiten

Beim Muting werden während des Materialtransports im Gefahrenbereich die Lichtgitter vorübergehend überbrückt. Dies ermöglicht es, effiziente Arbeitsabläufe unter Beibehaltung höchster Sicherheitslevel für den Bediener umzusetzen. Dabei unterstützen beispielsweise die optoelektronischen Schutzeinrichtungen PSENopt mit ihren verschiedenen Betriebsarten. Zum einen gibt es Sicherheitslichtgitter mit integrierter Muting-Funktion, zum anderen lässt sich die Muting-Funktion mit allen Pilz-Lichtschranken in Kombination mit den konfigurierbaren Steuerungssystemen und dem Automatisierungssystem PSS 4000 realisieren. Die Konfiguration erfolgt dann in Verbindung mit speziellen, abgenommenen Muting-Bausteinen.

Muting eignet sich für alle Prozesse, bei denen der Durchgang des Materials in einem für Menschen sicherheitskritischen Bereich gewährleistet werden soll. Gleichzeitig gilt es den Zutritt des Werkers zu verhindern beziehungsweise zu erkennen. Je nach Anwendung können verschiedene Muting-Lösungen realisiert werden:

  • externe Mutingsensoren in L-Muting, T-Muting oder überkreuzter Anordnung (X-Muting)
  • Lichtgitter mit integrierten und vormontierten Mutingsensoren in ­L-Muting und T-Muting Anordnung

X-Muting stellt sicher, dass auch mit größeren Toleranzen gepackte Paletten beim Passieren des Lichtvorhangs erkannt werden. Bewegt sich das Material nur in eine Richtung, werden die Lichtgitter in L-Form angebracht. Mit der T-Version lässt sich das Material in beide Richtungen befördern.

In der aktuellen Version PSENopt Advanced können entweder Muting, Blanking oder auch Kaskadierung mit ein und derselben Lichtschranke umgesetzt werden – unterstützt durch eine Konfigurations-Software. Mit Blanking werden feststehende Maschinenteile ignoriert, die in den Überwachungsbereich hinein ragen. Mit der Funktion Kaskadierung lassen sich mehrere Lichtgitter zu einem größeren Bereich zusammenschalten. Die Lichtgitter arbeiten mit durchgängigen Einzelstrahlen, die die sogenannten Totzonen komplett ausschließen. Dadurch können die Lichtschranken näher an die Applikation rücken, was nicht nur Platz in der Anlage spart (bündiger Einbau), sondern auch den Schutz erhöht. Der Grund: die korrekte Installation des Schutzfeldes ist einfacher. Zudem erleichtern die Einzelstrahlen die Ausrichtung und Überwachung der Lichtschranke. Beim Einsatz mehrerer Lichtschranken verhindert die optische Codierung die gegenseitige Beeinträchtigung. Dies erhöht wiederum die Flexibilität mit Blick auf die Installation und Anordnung der Lichtgitter.