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Energieverteilung mittels IDC-Technik – schnelle Verteilung einfach umgesetzt
Der Anwender kann bei den unterschiedlichen Applikationen zwischen einer festen und einer steckbaren Verbindung wählen. Somit benötigt er nur eine Komponente für zwei Anwendungsfälle.
Ein Geräusch als Orientierung für die richtige Anschraubweite – ein Vorteil besonders bei schwierigen Installationsbedingungen.

Nicht nur bei der Tunnel- oder Straßenbeleuchtung, auch bei vielen anderen Anwendungen kommen zur Energieversorgung meist Installationssysteme mit Schraub-, Crimp- oder Federanschluss zum Einsatz. Nachteil dabei ist die oft zeitintensive Vorbereitung der zu kontaktierenden Leitung. Weil der Faktor Zeit die Gesamtkosten einer Installation immer stärker beeinflusst, muss er schon bei der Entwicklung und Planung von Geräten und Anlagen beachtet werden. Dabei bietet es sich an, auch die Einsparpotenziale bei der Installationszeit von Industrie-Steckverbindern zu nutzen.

Das Installationssystem Quickon von Phoenix Contact, das bislang in einer vierpoligen Version verfügbar war, wurde nun um eine fünfpolige Variante ergänzt. Die IDC-Schnellanschlusstechnik (Insulation Displacement Connection) eignet sich für Spannungen bis 690 V und Ströme bis 20 A. Das System erfüllt die Schutzart IP68/IP69k und ist für Leitungen bis 2,5 mm² geeignet. Weil sich das Installationssystem fest oder steckbar nutzen lässt, sind die Einsparpotenziale besonders in komplexen Anlagen hoch.

Einsatz auch in rauer Umgebung

Die Installationszeit und die damit verbundenen Kosten verringern sich beim Installationssystem Quickon: bis zu 80 % der Installationszeit kann der Anwender sparen – auch in rauen Umgebungen. Ein Beispiel für eine raue Applikation ist die Ausstattung großer Teile der Straßenbeleuchtung in Finnland mit dem Installationssystem. Hier spielt die hohe Zuverlässigkeit und die robuste Bauweise eine wichtige Rolle. Auch die schnelle Installation ist ein Vorteil. Weitere Applikationsfelder sind schwierige Umgebungsbedingungen – etwa in Kühlhäusern oder Hochöfen.

Bei der Installation muss der Techniker die Leitung lediglich abmanteln, die Adern – passend zu ihren Polen, die auf dem Splice-Body erkennbar sind – zuordnen und einlegen. Für diesen Schritt braucht er kein Spezialwerkzeug. Beim Schrauben der Mutter werden dann – ähnlich wie bei einer Kabelverschraubung – die Adern in die IDC-Kontakte transportiert und der Kontakt wird hergestellt.

Technik im Detail

IDC-Schnellanschlusstechnik – Insulation Displacement Connection

Auf IDC-Technik setzt die Telekommunikations- sowie die Automobil- und Elektronikbranche schon seit vielen Jahren. Bekannt ist die Technik auch unter dem Begriff LSA-Technik – weil sie ohne Löten, Schrauben und Abisolieren auskommt. Die Adern der abgemantelten Leitung werden – ohne vorherige Bearbeitung mit einem Spezialwerkzeug – zwischen die Schneiden des IDC-Kontaktes geführt. Die Schritte im Einzelnen:

  • Im ersten Schritt führt der Techniker die Ader durch die Schrägen, die an den Schneiden angebracht sind, in die richtige Position und zentriert sie. Damit erreicht er eine gleichmäßige Kontaktierung.
  • Im zweiten Schritt durchtrennen die Schneiden des IDC-Kontakts die Ader-Isolation. Dies geschieht zum einen durch den axialen Druck auf den Adern und zum anderen durch die konische Form des Schneidentrichters.
  • Nach dem Durchtrennen der Ader-Isolation wird im dritten Schritt der Kontakt mit den Litzen hergestellt. Ein Vorteil dabei ist die gasdichte Verbindung, die den Kontaktbereich vor Umwelteinflüssen schützt.

Ein IDC-Kontakt lässt sich also auch bei hoher Luftfeuchtigkeit – etwa in Waschstraßen – einsetzen, ohne dass Korrosionsprobleme auftreten. Auch bei der Zuverlässigkeit steht die IDC-Anschlusstechnik herkömmlichen Anschlusstechniken wie Schraub- oder Federanschluss nicht nach. Durch die federnde Wirkung der IDC-Schneiden sind auch Umgebungen mit hohem Vibrationsaufkommen unproblematisch.

Auch hier weist das neue fünfpolige Installationssystem eine Besonderheit auf. In der Mutter befindet sich ein zweistufiges Grob- und Feingewinde, das die Funktion eines Getriebes übernimmt. Die unterschiedlichen Gewindesteigungen in der Mutter transportieren den Splice-Body fast mühelos in das Gehäuse und wieder heraus. Durch diese patentierte Funktion werden die Be- und Entschaltungsvorgänge einfacher und anwenderfreundlicher.

Eine weitere Neuheit des fünfpoligen Systems ist die verbesserte Kodierung des Splice-Bodies. Zum einen findet der Techniker die richtige Steckposition leichter, zum anderen verhindert dies ein Fehlstecken des Splice-Bodies. Das fünfpolige Produktprogramm umfasst neben Wanddurchführungen mit M20- und M25-Gewinden auch Leitungsverbinder, eine Kombination aus Leitungsverbinder und Wanddurchführung, Energieverteiler im H- und T-Format sowie einen Steckverbinder.

Bei Bedarf auch steckbar

Aufgrund der speziellen Kontaktbeschaffenheit des Installationssystems ist die Anzahl der Anschlusszyklen auf zehn begrenzt. Dies ist aber kein Nachteil, denn bei höheren Steckzyklen kann auch ein Steckverbinder zum Einsatz kommen, der mindestens 50 Steckzyklen ermöglicht. Ein Applikationsbeispiel dafür sind Spannungsnetze, die oft auf- und wieder abgebaut werden – etwa bei der Bühnentechnik oder bei der Beleuchtung von Festzelten. Je flexibler eine Installation sein muss, umso wichtiger werden die Steckverbinder. Der Steckverbinder selbst besitzt einen voreilenden PE-Kontakt und ist kompatibel zum Quickon-Anschluss. Das segmentierte Speedcon-Gewinde stellt den Kontakt zum Anschluss mit einer 90°-Drehung her. Die Verbindung lässt sich nur mit einem Schraubendreher öffnen. Der Anschluss und die Buchsenkontakte des Steckverbinders sind ungesteckt in der Schutzart IP20 ausgeführt und somit fingerberührgeschützt. Ein Fehlstecken ist aufgrund der verbesserten Kodierung des Steckverbinders fast unmöglich.

Was es zu beachten gilt

Bei einer Installation mit einem fünfpoligen-Quickon-System muss der Anwender einige Bedingungen beachten: Er muss Mutter und Spleiß-Body korrekt mit dem Gehäuse verbinden. Er muss sie zusammengeschrauben bis ein Klick-Geräusch zu hören ist. Lösen kann der Anwender die Mutter mit einer Kraft von mindestens 5 Nm. Nur so ist die Schutzklasse IP68/IP69k möglich. Außerdem dürfen die Ader-Querschnitte nicht größer sein als 2,5 mm². Nur dann wird die Ader-Isolation sicher durchschnitten und der Kontakt hergestellt. Die Installations-Temperatur sollte im Bereich zwischen -5 bis 50 °C liegen. Außerhalb dieses Bereichs wäre die Ader-Isolation entweder zu spröde oder zu weich und somit schwer schneidbar für die IDC-Kontakte. Bei den Ader-Materialien PVC, PE, TPU und Gummi wird auf jeden Fall kontaktiert. Andere Werkstoffe, die als Ader-Material zum Einsatz kommen, müssen auf Anfrage geprüft und freigegeben werden. Starre und flexible Leiter lassen sich problemlos kontaktieren. Eine Besonderheit sind hochflexible Leiter der Kategorie 6. Hierbei sollte der minimale Litzendurchmesser nicht unter 0,15 mm² liegen, um ein Durchschneiden zu verhindern. Solange der  Nutzer diese Punkte beachtet, ist mit dem Installationssystem fast jede Art von Energieverteilung möglich.