Ob Produktions-, Förder- oder Verarbeitungsanlagen: Antriebssysteme spielen eine Schlüsselrolle für den industriellen Produktionsprozess. Umso wichtiger ist es, drohende Schäden frühzeitig entdecken und beheben zu können.

Ob Produktions-, Förder- oder Verarbeitungsanlagen: Antriebssysteme spielen eine Schlüsselrolle für den industriellen Produktionsprozess. Umso wichtiger ist es, drohende Schäden frühzeitig entdecken und beheben zu können.Siemens

Mit dem ‚Drive Train Condition Monitoring‘, das Siemens als Highlight auf der Hannover Messe 2014 zeigt, lässt sich die Zustandsüberwachung von Motoren und Getrieben kombinieren. Anwender erhalten damit ein Condition-Monitoring-System für den gesamten Antriebsstrang mit dazugehörigen Services aus einer Hand. Siemens arbeitet dabei sowohl mit Expertenanalysen als auch mit selbstlernenden Algorithmen, die die Daten ständig auf Korrelationen und Auffälligkeiten hin untersuchen. Den Algorithmus trainierte Siemens bereits in den eigenen Werken und bei Pilotprojekten. Die Daten sendet der Anwender über eine Motor Condition Monitoring Box an das Siemens-Datencenter. Die Daten liegen dann – quasi neben den Siemens-eigenen Daten – in einer Serverfarm in Deutschland. In die Zukunft gesehen ist das Antriebs-Monitoring der erste Schritt hin zur kompletten Überwachung einer gesamten Maschine oder Produktionsanlage, um Prozesse im laufenden Betriebs ständig verbessern zu können.

Pilotprojekt: Motor Condition Monitoring im Kraftwerk Zolling

Zu den ersten Kunden des Motor Condition Monitoring zählt das Steinkohlekraftwerk Zolling, das durchschnittlich 1,7 Millionen Menschen pro Jahr mit Strom versorgt. Im Kraftwerk treiben zwei Mittelspannungsmotoren mit je 1.600 kW Leistung die riesigen Pumpen an, die das Kühlmittel durch das Kraftwerk befördern. Um das Risiko eines Ausfalls zu minimieren, entschied sich der Betreiber, GDF SUEZ Energie Deutschland, für diese Motoren ein Condition Monitoring aufzubauen. Es werden sowohl die Lagerschwingungen und -temperaturen als auch die Wicklungstemperaturen des Motors überwacht. Wird eine Warnschwelle erreicht, meldet die die Motor Condition Monitoring Box, das Gateway zwischen Maschinen und der Daten-Cloud, dies automatisch an ein Siemens-Experten-Center, wo entsprechende Servicemaßnahmen eingeleitet werden. Ziel ist, es die Wirtschaftlichkeit der Instandhaltungsmaßnahmen durch Optimierung der Service-Intervalle zu steigern.