Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens: "Mit dem vierten Quartal haben wir ein bewegtes Geschäftsjahr 2013 abgeschlossen."

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens: „Mit dem vierten Quartal haben wir ein bewegtes Geschäftsjahr 2013 abgeschlossen.“Siemens

Das Ergebnis Summe Sektoren belief sich auf 5,8 Milliarden Euro nach 7,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Hier wirkten sich laut Siemens vor allem die Aufwendungen von 1,3 Milliarden Euro im Rahmen des Programms Siemens 2014 aus. Im Geschäftsjahr 2013 verringerte sich der Umsatz um 1 % auf 75,9 Milliarden Euro. Grund für den Umsatzrückgang waren unter anderem der im Vorjahr rückläufige Auftragseingang sowie ein anhaltend schwieriges Marktumfeld für die kurzzyklischen Geschäfte des Unternehmens. Der Auftragseingang kletterte  bereinigt um Portfolio- und Währungskurseffekte um 10 % auf 82,4 Milliarden Euro.

Auf das letzte Quartal bezogen, lagen Auftragseingang und Umsatz bei 21 und 21,2 Milliarden Euro. Der Gewinn aller Sektoren zusammengenommen lag bei 1,6 Milliarden Euro (Vorjahresquartal: 1,9 Milliarden Euro).

Hautpursache Sparprogramm

Als Hauptursache für den insgesamt stark zurückgegangenen Gewinn nennt Siemens sein Sparprogramm ‚Siemens 2014‘. Dieses schlägt sich mit Kosten von 1,3 Milliarden Euro im Gesamtjahr beziehungsweise 688 Millionen Euro im vierten Quartal im Ergebnis nieder. Allerdings erklärt das nur einen Teil des Rückgangs – zumindest im Sektor Industry. So veranschlagt der Konzern für das Sparprogramm in diesem Sektor Kosten in Höhe von 232 Millionen Euro für das letzte Quartal. Dazu kommen laut Siemens Projektbelastungen, die den Gewinn um weitere 52 Millionen Euro drücken. Dieser ging aber um 443 Millionen Euro auf 278 Millionen Euro zurück. Damit fällt er als der Sektor mit dem höchsten Gewinn im Vorjahresquartal (721 Millionen Euro) weit abgeschlagen auf den dritten Platz zurück. Analog stieg der Gewinn im Sekor Energy von 163 auf 564 Millionen Euro (Gesamtjahr +3 % auf 2 Milliarden Euro). Im Sektor Healthcare ging er von 631 auf 601 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis des Sektors ‚Infrastrucure & Cities‘ litt ebenfalls unter dem Druck von ‚Siemens 2014‘: Dieses kostet den Bereich 255 Millionen Euro. Um fast genau diesen Betrag ging der Gewinn im letzten Quartal 2013 zurück: von 416 Millionen Euro auf 166 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2013 fiel der Gewinn in diesem Sektor von 1,1 Milliarden Euro auf 306 Millionen Euro.

Der Gewinn im Industriesektor bricht im viertel Quartal um 61 % ein.

Der Gewinn im Industriesektor bricht im viertel Quartal um 61 % ein.Siemens

Sektor Industry: keine Water Technologies mehr

Das Marktumfeld von Industry stabilisierte sich im vierten Quartal weiter. Dementsprechend lag der Auftragseingang um 5 % über dem Vorjahreswert und betrug damit 4,8 Milliarden Euro. Dabei stützte sich das Wachstum auf eine Reihe von Großaufträgen im langzyklischen Geschäft des Sektors. Der Umsatz sank dagegen um 5 % auf 5 Milliarden Euro. Unterm Strich bleibt damit beim Auftragseingang ein bereinigter Rückgang von 3 % und
beim Umsatz von 4 %. Das Ergebnis lag mit 1,5 Milliarden Euro um 37,5 % unter dem Vorjahreswert von 2,4 Milliarden Euro.

Außerdem verkauft Siemens Teile seines Wassergeschäfts an einen von der Investmentfirma AEA Investors LP verwalteten Fonds und konzentriert sich damit im Wasserbereich auf Automatisierungs- und Antriebslösungen zum Betreiben von Wasser- und Klärwerken sowie von Meerwasser-Entsalzungsanlagen. Die Investmentfirma übernimmt die in der Business Unit ‚Water Technologies‘ gebündelten Lösungen zur Aufbereitung und Behandlung von kommunalem und industriellem Wasser und Abwasser sowie die dazugehörigen Service-Aktivitäten für rund 640 Millionen Euro. Weltweit sind rund 4.000 Mitarbeiter für Siemens Water Technologies tätig, drei Viertel davon in Nordamerika.

Hintergrund für diese Transaktion ist der Beschluss von Siemens aus dem November 2012, seine Aktivitäten im Wassergeschäft neuzuordnen und sich auf Lösungen für die Steuerung und das Management von kommunalen und industriellen Wasser-Anwendungen zu konzentrieren. Die Wasser-Anwendungen für das Öl- und Gasgeschäft im Energy-Sektor werden unverändert fortgeführt.

Umsatz: Ungünstige Währungseffekte

Der Sektor ‚Infrastructure & Cities‘, steigerte im vierten Quartal 2013 seinen Umsatz um 4 % auf 5,2 Milliarden Euro (+2 % im Gesamtjahr). Der Umsatz des Sektors Energy sank um 3 % (-4 % im Gesamtjahr). Im Sektor Healthcare ging der Umsatz um 2 %  auf 3,7 Milliarden zurück (+/- 0 % im Gesamtjahr).

Gründe für die Rückgänge liegen laut Siemens in ungünstigen Währungseffekten. Auf organischer Basis, also ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte, legten Auftragseingang und Umsätze im vierten Quartal nämlich um jeweils 3 % zu. Entsprechend verminderten die negativen Währungs-Umrechnungseffekte das Auftragswachstum um sechs Prozentpunkte und die Zunahme der Umsätze um fünf Prozentpunkte.

Schwellenländer gewinnen an Gewicht

Bei den Regionen wuchs der Umsatz in Europa/GANO (inklusive GUS, Afrika, Naher und Mittlerer Osten)  um 2 % gegenüber der Vorjahresperiode. Mit Deutschland ging der Umsatz um 1 % auf 2,97 Milliarden Euro zurück. Während ungünstige Währungseffekte ebenfalls zu Rückgängen in Amerika  (-7 %) und Asien/Australien (-3 %) führten. Der Umsatz mit Kunden aus den USA sank um 13 % auf 3 Milliarden Euro. Die Umsätze in den Schwellenländern stiegen im Vorjahresvergleich weltweit um 2 % und trugen 7,5 Milliarden Euro oder 36 % zu den gesamten Umsätzen im Quartal bei.

Großaufträge machen den Unterschied

Die Sektoren Infrastructure & Cities (+10 %), Healthcare (+3 %) und Industry (+5 %) verzeichneten einen gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegenen Auftragseingang, der insbesondere Großaufträge bei Infrastructure & Cities enthielt. Im Gesamtjahr 2013 erhöhte sich der Auftragseingang in diesem Sektor um 28 %. Der gleiche Grund drückt auf die Bilanz im Sektor Energy: Dessen Auftragseingang sank aufgrund eines beträchtlich geringeren Volumens aus Großaufträgen im vierten Quartal um 12 % auf 7,6 Milliarden Euro. Im Gesamtgeschäftsjahr ergibt sich dennoch ein Plus von 8 %.

Nach Regionen gesplittet, stiegen vor allem die Auftragseingänge aus Amerika (+10 %) und Asien/Australien (+ 7%). Insbesondere Aufträge aus den USA (+22 %) schlugen sich positiv in der Bilanz der Region Amerika nieder. Dagegen sank der Wert der Auftragseingänge aus Europa/GANO um 11 % auf 9,4 Milliarden Euro. Daraus hebt sich Deutschland allerdings mit einem Wachstum von 5 % positiv heraus (Auftragseingänge Q4 2013: 2,5 Milliarden Euro).

Was 2014 kommt

Für das am 1. Oktober 2013 begonnene Geschäftsjahr 2014 erwartet Siemens, dass die Marktsituation herausfordernd bleibt. Für das kurzzyklische Geschäft geht der Konzern nicht von einer Erholung vor dem späteren Geschäftsjahr aus.