Siemens macht nicht mehr Umsatz, aber mehr Gewinn und baut zum Oktober seine Struktur um.

Siemens macht nicht mehr Umsatz, aber mehr Gewinn und baut zum Oktober seine Struktur um.Siemens

Das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2014 war für Siemens durchwachsen. Der Gewinn nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 % an, auf rund 1,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis Summe Sektoren stieg trotz Währungseffekten um 16 % auf 1,6 Milliarden Euro. Angesichts der Stärke des Euro, erwartet Siemens, dass diese Währungseffekte anhalten werden. Der Umsatz legte 1 % zu, der Auftragseingang sank um 10 %. „Das zweite Quartal hat gezeigt, dass wir in der Verbesserung der operativen Performance noch viel zu tun haben“, sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens.

Das Ergebnis von Industry lag mit 456 Millionen Euro fast ein Drittel über dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse lagen im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 5 % über dem Vorjahreswert, und der Auftragseingang stieg im Vorjahresvergleich um 12 %.

Aus 16 mach 9 plus 1

Die neun neuen Divisionen werden zum 1. Oktober 2014 sein: Power and Gas, Wind Power and Renewables, Energy Management, Building Technologies, Mobility, Digital Factory, Process Industries and Drives und Financial Services. Healthcare wird als eigenständiges Geschäft geführt. Die Automatisierung findet sich in den beiden Divisionen Digital Factories und Process Industries and Drives wieder.

Die Digital Factory Division will die Zukunft der Fertigung durch das Zusammenbringen von realer und digitaler Welt bei Design, Produktion und Service gestalten. Die Division bündelt Lösungen und Technologien für Automatisierungstechnik, industrielle Schalttechnik und Industrie-Software (PLM) unter einem Dach. Der Umsatz beläuft sich auf rund 9 Milliarden Euro. Sie wird von Anton Huber geführt, der bisher die Division Industry Automation leitet.

Process Industries and Drives bietet Produkte und Lösungen für integrierte Antriebstechnik und -systeme. Hier erwartet sich Siemens Wachstumsimpulse durch die Fokussierung auf stark wachsende Kernbranchen wie Öl und Gas, Nahrung und Genussmittel, Chemie und Pharma. Der Umsatz der Division beläuft sich auf rund 11 Milliarden Euro. CEO wird Peter Herweck, der derzeit für das Unternehmensprojekt Prozessindustrie bei Siemens verantwortlich ist.

Lisa Davis wird ab August in den Vostand von Siemens einziehen.

Lisa Davis wird ab August in den Vostand von Siemens einziehen.

Neue Divisionen, neue Vorstände

Der Aufsichtsrat hat mit Wirkung zum 1. August 2014 Lisa Davis, derzeit Executive Vice President Strategie, Portfolio und Alternative Energien, Royal Dutch Shell, zum Mitglied des Vorstands ernannt. Lisa Davis wird im Vorstand von Siemens für die Divisionen Power and Gas, Wind Power and Renewables und Power Generation Services sowie für die Regionen Nord- und Südamerika zuständig sein. Ihr Ressort wird sie aus den USA führen.

Michael Süß scheidet mit sofortiger Wirkung aus persönlichen Gründen einvernehmlich aus dem Vorstand aus. Er steht dem Vorstandsvorsitzenden weiterhin als Berater zur Verfügung. Bis Lisa Davis ihr Vorstandsressort übernimmt, wird die Sektorleitung kommissarisch von Randy Zwirn übernommen und im Vorstand von Klaus Helmrich vertreten.

Im Weiteren gibt es mit Wirkung zum 1. Oktober 2014 eine Reihe von Änderungen in der Geschäftsverteilung im Vorstand. Klaus Helmrich und Siegfried Russwurm wechseln ihre Ressortzuständigkeiten: Siegfried Russwurm wird neuer Chief Technology Officer und Arbeitsdirektor des Konzerns und zuständig für die Regionen Middle East und Russland/GUS. Klaus Helmrich ist künftig zuständig für die beiden Divisionen Digital Factory und Process Industries and Drives sowie die Regionen Europa und Afrika. Roland Busch verantwortet die Division Building Technologies und die neu geschnittenen Divisionen Mobility und Energy Management sowie unverändert die Region Asien/Australien. Ralf Thomas übernimmt zusätzlich zu seiner Funktion als CFO auch die Einheit Corporate Services.