Die diesjährige Messe SMT Hybrid Packaging wartete wieder mit interessanten Neuerungen in der Elektronikfertgiung auf, musste aber auch einen massiven Ausstellerschwund hinnehmen.

Die diesjährige Messe SMT Hybrid Packaging wartete wieder mit interessanten Neuerungen in der Elektronikfertgiung auf, musste aber auch einen massiven Ausstellerschwund hinnehmen. Mesago

Gute Stimmung mit Wermutstropfen: Die Branche zeigte sich in Aufbruchsstimmung: Durch gute Gespräche mit Entscheidungsträgern sieht sich die Branche auf der SMT-Messe gut aufgehoben, wenngleich der signifikante Ausstellerrückgang auf die Stimmung drückte.

Gute Stimmung mit Wermutstropfen: Die Branche zeigte sich in Aufbruchsstimmung: Durch gute Gespräche mit Entscheidungsträgern sieht sich die Branche auf der SMT-Messe gut aufgehoben, wenngleich der signifikante Ausstellerrückgang auf die Stimmung drückte. Mesago

Zweifelsohne zeichnet sich die SMT-Messe vor allem durch das Herausgreifen und Fokussieren spezieller Themengebiete aus – dies wird auch in Zukunft fester Bestandteil und auch ein Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung bleiben.

Zweifelsohne zeichnet sich die SMT-Messe vor allem durch das Herausgreifen und Fokussieren spezieller Themengebiete aus – dies wird auch in Zukunft fester Bestandteil und auch ein Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung bleiben. Mesago

Messeveranstalter Mesago tat sich dieses Jahr schwer, sich vorab zu den typischen Messe-Eckdaten zur Messe SMT Hybrid Packaging zu äußern. Der Gang durch die drei Hallen 7A, 7 und 6 zeigte aber deutlich: Dieses Jahr waren erheblich weniger Aussteller zugegen, als noch im Vorjahr. So mancher Aussteller sprach von einem massiven Ausstellerschwund, der den Veranstalter doch bitte dazu bewegen möge, die Fachmesse für Elektronikfertigung auf eine Zwei-Jahres-Veranstaltung im Wechsel mit der Münchener Messe Productronica zu hieven. Schließlich könne man auch keine hochfliegenden Innovationssprünge binnen weniger Monate Abstand zur Productronica leisten.

Rekordjahr 2008 – bislang einmalig

Bereits in der Vergangenheit kochte immer wieder das Thema hoch, die SMT-Messe im Zwei-Jahres-Rhythmus zur Productronica zu zelebrieren. Meistens jedoch, wenn sich die Elektronikfertigungs-Branche konjunkturbedingt im Tal der Tränen befand, etwa während der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 mit ihren teils desaströsen Folgen in den darauffolgenden Jahren. Damals konnte Mesago mit dem hemdsärmeligen Motto „Leute, Ihr müsst Flagge zeigen!“ erfolgreich das Ruder rumreißen: Während sich im Jahr 2008 in anderen Branchen die Weltwirtschaftskrise immer mehr manifestierte, erzielte die Elektronikfertigungsmesse SMT Hybrid Packaging mit 633 Ausstellern einen noch nie dagewesenen Erfolg, weshalb der damalige Bereichsleiter von Mesago Messe Frankfurt, Udo Weller freudevoll jubilierte: „2008 bricht alle Rekorde!“ Seine Freude war grenzenlos: „Die diesjährige Messe SMT/Hybrid/Packaging 2008 profitiert von der allgemeinen Aufbruchsstimmung der letzten Jahre, weshalb mehr Aussteller denn je vertreten sind. Darunter ist auch eine beachtliche Zahl an neu angemeldeten Firmen mit von der Partie.“ Auch der internationale Austelleranteil mit 33 Prozent war beachtlich: 80 Firmen aus rund 30 Ländern präsentierten in den drei Messehallen 7, 8 und 9 ihre Produkte, Dienstleistungen und Lösungen. Für Udo Weller ein deutliches Zeichen für die „internationale Bedeutung“ der Veranstaltung.

Einen Rekord stellte die Messe auch hinsichtlich der Ausstellungsfläche auf, wenngleich die Marke von 30.000 m² um Haaresbreite verpasst wurde: „Die Ausstellungsfläche umfasst dieses Jahr 29.500 m² und die Hallen 7 und 8 sind an ihren Grenzen angelangt“, warb Udo Weller und merkte stolz an: „Das zeigt, dass die SMT-Messe sehr gut funktioniert.“ Zahlreiche Aussteller hatten ihre Standflächen im Vergleich zum Vorjahr vergrößert. Dass solch positive Nachrichten auch Signalwirkung auf die Fachbesucher haben, stand für ihn außer Frage: Seit Jahren schon sei eine „hohe Qualität an Fachbesuchern“ zu verzeichnen. An den Besucherstrom vom Jahr 2007 mit 24.471 Messebesuchern konnte die Messe in 2008 indes doch nicht ganz anknüpfen: Es kamen 24.382 Fachbesucher, dafür stieg die Internationalität um 1 Prozent auf 28 Prozent.

Den durch das Rekordjahr 2008 signalisierten Wachstumspfad konnte Mesago in den Folgejahren nicht mehr weitergehen: Anfang Februar 2009 war bei Udo Weller die Zuversicht und Freude noch groß, von der weltweiten Wirtschaftskrise verschont zu bleiben: „Die SMT-Messe wächst auch im Jahr 2009.“ Weller freute sich darüber, dass die Hallen 6 und 7 „nahezu ausgebucht“ seien. Überdies hatten viele Aussteller im November und Dezember 2008 ihre Ausstellungsflächen „deutlich vergrößert“, weshalb man auf eine Ausstellungsfläche von etwa 27.600 m² komme. Das war noch mehr als im Productronica-Jahr 2007, in dem 26 900 m² verbucht werden konnten. Rund 600 Firmen aus aller Welt hatten sich als Aussteller angemeldet; davon etwa 80 vertretene Firmen. Udo Weller ging von einer Besucherzahl von etwa 24.000 aus und rechnete damit, dass etwa 500 Fachinteressierte den Trends und Entwicklungen im Kongress lauschen würden. Jedoch wurde bald klar, dass der Sog der durch die allgegenwärtige Krise bedingten Einsparpolitik vieler Unternehmen auch die SMT nicht völlig verschont. So hatten ein paar Aussteller ihren Auftritt auf der Messe kurzfristig storniert, andere wiederum ihre Standgröße erheblich verkleinert. Dennoch war der Abstieg marginal und eher durch die Weltwirtschaftskrise bestimmt: Mesago konnte im Jahr 2009 noch 550 Aussteller mit 37 vertretenen Firmen und einen Aussteller-Auslandsanteil von 29 Prozent auf einer Ausstellungsfläche von 26.500 m² verbuchen. Zudem reisten 21.253 Fachbesucher aus 48 Ländern an.

2017: 30. Jubiläum der SMT-Messe

Im kommenden Jahr wird die „Internationale Fachmesse und Kongress für Systemintegration in der Mikroelektronik“ ihr 30. Jubiläum feiern. Messeveranstalter Mesago lädt internationale Aussteller und Fachbesucher auf ein Stelldichein vom 16. bis 18. Mai 2017 nach Nürnberg ein.

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Mesago

2012: Jubiläumsjahr mit leichtem Hoch

25 Jahre SMT-Messe – das feierte Mesago mit einem leichten Plus mit 565 Ausstellern auf einer beachtlichen Ausstellerfläche von 27.500 m² und mit 22.318 Fachbesuchern. Für Udo Weller ein klares Zeichen, dass man als Veranstalter stets richtig lag, wie er im exklusiven Interview mit der Fachzeitschrift Productronic beteuerte: „Doch auch wenn sich die steilen Wachstumskurven der Anfangsjahre etwas geglättet haben, ist die Entwicklung der SMT Hybrid Packaging in all den Jahren immer positiv gewesen — teilweise sogar deutlich besser als die allgemeine Entwicklung der Branche vor dem Hintergrund vereinzelter Krisenjahre.“ Zum Vergleich: Mit 102 Ausstellern auf einer Ausstellungsfläche von 5.200 m² und 4239 Besuchern ging die SMT-Messe im Jahr 1987 erfolgreich in Sindelfingen an den Start. Dabei hat es Mesago geschafft, aus der SMT-Messe nicht nur eine aussichtsreiche Nischenveranstaltung aus der Taufe zu heben, sondern diese Messe zu einer festen Größe auf dem internationalen Elektronikfertigungsparkett zu etablieren.

Sicherlich war das damalige Konzept, mit dem die Messe an den Start ging ausschlaggebend: Die SMT-Messe wurde im Jahr 1987 als Kongress mit Ausstellung geboren. Es war von Anfang an  erklärtes Ziel, einen anwenderorientierten Kongress zu schaffen, der sich klar an die Praktiker aus den Unternehmen wendet und so einen Erfahrungsaustausch unter „gleichgesinnten“ Spezialisten ermöglicht. Entsprechend wurde bei der Zusammensetzung des Komitees darauf geachtet, dass die Industrie hier stark vertreten ist und die profunde Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IZM hat hierfür gleich zu Beginn den passenden Grundstein gelegt. Wohlüberlegte Kongressinhalte, klar definierte Tutorials und vor allem eine wirklich produzierende Live-Fertigungslinie zum Anfassen entlang derer Experten beratend bereitstehen, sind bis heute die Eckpfeiler der Messe. Gerade die Live-Fertigungslinie war von Anfang an ein voller Erfolg und ein Alleinstellungsmerkmal der SMT/Hybrid/Packaging im europäischen Messegeschehen rund um die elektronische Baugruppenfertigung.

Abwanderung der Elektronikfertigung findet ihren Widerhall

Zweifellos spiegelt sich die konstante Abwanderung der Elektronikfertigung nach Osteuropa und vor allem nach Asien auch auf die SMT-Messe wieder. Daher ist das leichte Zuwachs an Ausstellern und Ausstellungsfläche in 2012 gegenüber den Vorjahren 2009 bis 2011 fast bemerkenswert, vor allem im Hinblick auf die damaligen Marktentwicklungen: Mit einem Volumen von rund 17 Mrd. Euro ist China im Jahr 2013 nicht nur der größte Exportmarkt des deutschen Maschinenbaus, sondern mit einem Umsatzvolumen von 678 Mrd. Euro (2012) auch der mit Abstand größte Maschinenproduzent der Welt. Im Vergleich: Das Umsatzvolumen des deutschen Maschinenbaus lag bei 248 Mrd. Euro (2012). Das Wachstum war in den letzten Jahren rasant. Allein in den Jahren 2008 bis 2012 hat der chinesische Maschinenbau seine Produktion mehr als verdoppelt. Heute werden knapp 91 Prozent aller Leiterplatten weltweit in Asien gefertigt. Das Übergewicht Chinas in sämtlichen Leiterplattentechnologien ist deutlich. Im Laufe der letzten drei Jahrzehnte hat sich die gesamte Elektronikindustrie dort angesiedelt, die die entsprechende Nachfrage repräsentiert. Die Führung Chinas hat es verstanden, schnell eine schlagkräftige Zulieferindustrie für die Elektronik aufzubauen. Dabei kamen das Kapital und das Know-how von außen – allem voran aus Japan, Taiwan und Korea. In der geschickten Ansiedlungspolitik (Produktionslizenz nur gegen Know-how und 51 Prozent Beteiligung am Unternehmen) stellte China nur kostengünstig Armeen von Arbeitern zur Verfügung.

Welche Auswirkungen dies auf die hiesige Elektronikfertigungslandschaft hat, darüber ist sich auch Anthula Parashoudi, Bereichsleiterin seit 2013 von Mesago Messe Frankfurt, bewusst: „In den letzten 40 Jahren haben sich 90 Prozent des globalen Leiterplattenmarkts nach Asien verschoben. Natürlich bekommen auch wir diese Entwicklung zu spüren.“ Trotzdem sei der europäische Markt weiterhin von Bedeutung mit Blick auf neue Entwicklungen, innovative Produkte, High-Mix-Produktion und Serienfertigung, erläutert sie und merkt weiter an: „Eine innovative Wertschöpfungskette zwischen Entwicklung, Produktion und Markt ist ein Vorteil Europas. Und genau das finden die Besucher auf der SMT Hybrid Packaging.“

Jahr Aussteller vertretene Firmen Ausländeranteil in % Ausstellungsfläche in m² Fachbesucher Kongressteilnehmer Tutorials
2005 529 96 > 30 25.780 23.895 538 24
2006 540 110 > 30 27.250 24.357 502 24
2007 591 85 < 30 26.900 24.471 (27% international) 507 27
2008 633 87 33 29.600 24.382 (28% international) 486 23
2009 550 37 29 26.500 21.253 (aus 48 Ländern) 335 12
2010 555 38 29 26.000 22.241 372 20
2011 537 51 32 27.000 23.000 395 19
2012 565 54 32 27.700 22.318 302 20
2013 516 54 34 27.000 20.019 387 19
2014 498 58 33 27.000 18.107 < 600 11
2015 470 46 36 29.900 15.002 (29% aus 50 Ländern) 307 19
2016 420 36 k.A. 26.200 15.000 225 14

Tabelle 1: SMT-Messen im Überblick

Parallelveranstaltungen als Option?

Im Jubiläumsjahr 2012 fand zudem zeitgleich die Leistungselektronikshow PCIM Europe statt. Und so wurde die Frage laut, weshalb die SMT-Messe nicht künftig parallel zur PCIM-Messe stattfinden könne. Gerade die Leiterplattenhersteller und so manche Elektronikfertigungs-Dienstleister sahen sich im Dilemma, künftig im Abstand von wenigen Wochen auf zwei relevanten Messen am gleichen Platz ausstellen zu müssen. Mit dem Mainstream-Thema e-Mobility und der fortschreitenden Elektrifizierung des Automobils ist die Leistungselektronik mehr denn je gefragt. Die elektronische Baugruppenfertigung muss sich den mit der zunehmenden Leistungselektronik einhergehenden Herausforderungen mit ausgeklügelten Fertigungsverfahren und Wärmemanagementlösungen stellen. Daher fokussierte auch das Kongressprogramm 2012 „Baugruppentechnologie für die Elektromobilität“ (Technologie und Produktion + Strategie und Anwendungen) das Leistungselektronikthema hinreichend.

Die Diskussion darüber, ob die Messen SMT Hybrid Packaging und PCIM Europe künftig parallel stattfinden sollten, wird im kommenden Jahr bestimmt wiederbelebt werden. Denn im 30. Jubiläumsjahr der SMT wird zeitgleich auch die PCIM Europe stattfinden, weshalb es abermals zu einer neuen Hallenbelegung kommen wird. Wenngleich mit den Ausstellungshallen 4A, 4 und 5 eine Spiegelung zur aktuellen Hallenplanung 7A, 7 und 6 erfolgen wird, bleibt abzuwarten, wie laut die Unkenrufe im kommenden Jahr trotz Jubiläum ausfallen werden. Anthula Parashoudi jedenfalls hat ein hörendes Ohr für die Aussteller: „Als Messeveranstalter bemerken wir Konjunkturentwicklungen immer schon sehr früh. Insofern lässt sich die SMT-Messe als ein Branchenindikator bezeichnen.“

Überdies zeichne sich die Messe SMT Hybrid Packaging vor allem durch das Herausgreifen und Fokussieren spezieller Themengebiete aus – dies wird auch in Zukunft fester Bestandteil und auch ein Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung bleiben, argumentiert sie weiter: „Selbstverständlich werden wir die Spezialthemen auch zukünftig den aktuellen Markttrends und Themen anpassen und dementsprechend weiterentwickeln.“ Generell sei ein Umdenken in der Elektronikbranche hin zu Effizienz und Effektivität zu beobachten. Durch die Steigerung der Produktionskosten in Asien werde zukünftig eine zunehmende Orientierung am deutschen Markt erwartet, bekräftigt sie: „Treiber für die Elektronikfertigung sind vor allem Automobil- und Industrieelektronik. Als Messeveranstalter ist es daher von größter Bedeutung den Markt zu beobachten, Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Veranstaltung an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Nichtsdestotrotz: Das Grundkonzept der SMT Hybrid Packaging stimmt.“

Eine feste Größe ist auch die alljährlich durch die Productronic organisierte und durchgeführte Podiumsdiskussion, die sich mit aktuellen Themen und Problemstellungen als eines der Publikumsmagnete etabliert hat.

Eine feste Größe ist auch die alljährlich durch die Productronic organisierte und durchgeführte Podiumsdiskussion, die sich mit aktuellen Themen und Problemstellungen als eines der Publikumsmagnete etabliert hat. Mesago

Auch dieses Jahr konnten sich Fachbesucher als Lötexperten im Handlötwettbewerb profilieren. Die Handlöt-Arbeitsplätze waren gut ausgelastet.

Auch dieses Jahr konnten sich Fachbesucher als Lötexperten im Handlötwettbewerb profilieren. Die Handlöt-Arbeitsplätze waren gut ausgelastet. Mesago

Mageres Jahr 2016: Nur 420 Aussteller mit 36 vertretenen Firmen buhlten um die etwa 15.000 Fachbesuchern auf einer Ausstellungsfläche von lediglich 26.200 m².

Mageres Jahr 2016: Nur 420 Aussteller mit 36 vertretenen Firmen buhlten um die etwa 15.000 Fachbesuchern auf einer Ausstellungsfläche von lediglich 26.200 m². Mesago

Erhaben über die Qualität der Fachbesucher: Aussteller meldeten viele interessante neue Kontakte, national und international und vereinzelt kam es gar zu Vertragsabschlüssen.

Erhaben über die Qualität der Fachbesucher: Aussteller meldeten viele interessante neue Kontakte, national und international und vereinzelt kam es gar zu Vertragsabschlüssen. Mesago

Dem Abwärtstrend begegnen

Gleichwohl muss sich Mesago die Frage gefallen lassen, wie sie dem starken Abwärtstrend begegnen will. Immerhin ist der Rückgang in allen Instanzen deutlich spürbar: Waren es im letzten Jahr noch 470 Aussteller mit 46 vertretenen Firmen, so stellten heuer nur 420 mit 36 vertretenen Firmen aus. Während die Ausstellungsfläche im Jahr 2015 mit 29.900 m² beziffert wurde (mehr als im Rekordjahr 2008 mit 29.500 m²), tummelten sich die diesjährigen Aussteller auf einer Fläche von lediglich 26.200 m². Der Fachbesucherandrang hielt sich mit 15.000 Gästen in etwa die Waage, während es auch einen signifikanten Rückgang bei den Kongressteilnehmern von etwa 390 auf 225 gab. Welchen Kurs Anthula Parashoudi einschlagen wird, um der Messe wieder ihre angestammte Attraktivität zu verleihen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls sollte es für das Jubiläum wieder aufwärts gehen – mit der Ausstellerzahl, genauso wie mit den restlichen für die Messe relevanten Eckdaten.

Alleingelassen ist sie dabei nicht. Die Branche hat in der Vergangenheit gezeigt, was sie alles bewegen kann – wenn alle in einem Boot sitzen: Mesago, die Aussteller und das Kongresskomitee der SMT-Messe haben es geschafft, über all die Jahre einer Branche treu zu bleiben, mit ihr zu wachsen, hier und da Rückschläge zu überwinden, vor allem aber immer auf der Höhe der Zeit zu bleiben – ganz nah dran an den aktuellsten technischen Trends, ganz gezielt mit Blick auf Zukunftstechnologien und immer das Ohr direkt an den Besuchern, Interessierten und Protagonisten der Branche. Der langjährige Productronic-Chefredakteur Hilmar Beine attestierte der Elektronikfertigungsbranche eine besondere Fähigkeit, die er in seinem Editorial anlässlich des 25. Jubiläums der SMT-Messe zum Ausdruck brachte: „Ich meine, das liegt zunächst einmal an dieser Branche selbst, die eine gewisse Geschlossenheit, manchmal fast eine Art familiären Charakter aufweist. Schließlich ist man – jeder Hersteller für sich – Konkurrent, anderseits aber bei solch komplexen Fertigungsprozessen, die es zu beherrschen gilt, stark aufeinander angewiesen. Networking gab es in der Branche deshalb immer schon, wenn auch nicht so ausgeprägt wie in den heutigen Zeiten – dank Globalisierung, Kostendruck, usw. usf.. Andererseits hat die SMT-Messe immer die Nähe zu den aktuellen Problemstellungen gesucht und gefunden – mit wohlüberlegten Kongressinhalten, klar definierten Tutorials und vor allem einer Live-Fertigungslinie zum Anfassen, bei der auch wirklich produziert werden konnte und kann, bei der man Fragen stellen und auch wirklich kompetente Antworten bekommen kann.“

Diese besondere Treue lässt sich zudem beziffern: Trotz teilweise gravierender Veränderungen in der Branche, kann Mesago auf knapp 200 Ausstellern verweisen, die, wenn auch nicht von Anfang an, so doch seit 15 bis 20 Jahren dabei sind. Im Jubiläumsjahr 2012 waren noch mehr als 20 Aussteller präsent, die auch im Startjahr 1987 in Sindelfingen ausgestellt hatten. Den Vorteil, den Mesago hat, ist dass sie nicht unbedingt darauf angewiesen ist, ihre eigenen Hallen mit Macht zu füllen, sondern diese bislang mehr oder minder mit dem nötigen Augenmaß planen konnte. Eine gewisse größere Offenheit im Vergleich zu den Großveranstaltern versteht sich zudem von selbst. Und wenn dies in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass so manche Dinge kurzfristig realisiert werden konnten, so ist die Hoffnung indes groß, dass das auch in Zukunft so weiter passieren wird. Hinsichtlich der Qualität der Fachbesucher sind sich die meisten Aussteller allerdings einig: „Mit kompetenten Entscheidungsträgern ließen sich viele Fachgespräche führen, sowie interessante neue Kontakte, national und international knüpfen“, hieß es unisono. Vereinzelt kam es gar zu Vertragsabschlüssen.

SMT-Messe im steten Wandel

Die SMT hieß ganz zu Anfang sogar „nur“ SMT. Weil aber die Oberflächenbestückung alleine nicht für alle Anwendungsgebiete und Anforderungen das Maß aller Dinge war und im Zuge der fortschreitenden Miniaturisierung in der Elektronikfertigung immer wieder neue Themenfelder an Bedeutung gewannen, entschloss sich Mesago diese nicht nur in die Veranstaltung zu integrieren, sondern bei entsprechend hoher Bedeutung auch in den Veranstaltungstitel zu übernehmen. So wie sich die Fertigung in der Mikroelektronik immer wieder verändert hat, wurde dann auch der Veranstaltungstitel angepasst, um besonders wichtigen Bereichen damit genügend Gewicht zu geben. So hieß die SMT bald schon SMT/ASIC/Hybrid, später SMT/ES&S/Hybrid und schließlich SMT/Hybrid/Packaging mit dem Untertitel „Systemintegration in der Mikroelektronik“. Seit dem Jahr 2013 heißt die Elektronikfertigungsmesse SMT Hybrid Packaging – ohne Untertitel.