Proces-Data im dänischen Silkeborg ist eines der führenden Unternehmen im Bereich Technologie und Know-how, wenn es um Prozesssteuerung, Durchflussmessung und Feldbustechnik geht. Nun hat das Unternehmen eine SMT-Fertigung für variable Losgrößen im Einsatz, die eine Built to Order Vision realisiert.

Clevere Bestückung umgesetztt: SMT-Fertigungslinie für über 1000 ständig gerüstete SMD-Artikel auf 25m².

Clevere Bestückung umgesetztt: SMT-Fertigungslinie für über 1000 ständig gerüstete SMD-Artikel auf 25m². Mimot

Bereits 2005 hatte der Eigentümer des Unternehmens, Ole Cramer, die Vision von einer hochflexiblen SMT-Fertigung. Geboren wurde diese Idee aus der Tatsache, dass die Produktvarianz und spezielle, kundenspezifische Lösungen der Geräte immer mehr zunahmen. Sich Speziallösungen auf Lager zu legen, um bei einer Bestellung schnell reagieren zu können, war für ihn keine akzeptable Lösung, da viel zu teuer und zu unsicher. So suchte man nach einer Möglichkeit, mit der man einfach, schnell und effizient auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren konnte.

Die visionäre Idee war: Wird eine Bestellung ausgelöst, von einem Gerät welches nicht im Lager liegt, so muss dies innerhalb kürzester Zeit, also binnen 24 Stunden gefertigt werden können und versandbereit sein. Für das Umsetzen dieser Vision wurde dann ein Partner für eine SMT-Fertigung gesucht, der ein solches Projekt umzusetzen konnte. Nach intensiver Suche und konsequenter Evaluierung war es schlussendlich die Firma Mimot, Lörrach, die alle geforderten Kriterien erfüllen konnte. Einer der wichtigsten Gründe dafür war die Flexibilität der Bestückungsmaschinen und Softwarelösungen.

Umfangreiche Anforderungen der Bestückung

Im Lastenheft zur Umsetzung wurde die Kernaussage festgehalten, dass eine beliebige Leiterplatte auf das Einlaufband der Fertigungslinie gelegt werden kann. Diese wird dann über einen Scanner eingelesen und fährt nach kürzester Zeit fertig bestückt aus der Linie wieder heraus. Hierzu gab es einige Vorgaben aus dem Lastenheft, die es galt umzusetzen. So sollte das Bestückprogramm bei jedem Auftrag immer neu aus den Originaldaten erstellt werden, damit sichergestellt wird, dass auch nur Originaldaten zum Einsatz kommen ohne jegliche undokumentierte Änderungen. Zudem war die Traceability bis auf Bauteilebene wichtig. Das Bestücken eines Labels mit Datamatrixcode auf dem Bauteil in einem Tray sollte zudem ein gleichzeitiges Auslesen der Information ermöglichen. Erst danach sollte das Bestücken dieses Bauteil auf die Leiterplatte erfolgen. Und schlussendlich sollte die Bedienung der gesamten Linie durch eine Person möglich sein.

Sind glücklich über die Bestückautomaten von Mimot: Fertigungsleiter Hans Madsen li und Firmeninhaber Ole Cramer.

Sind glücklich über die Bestückautomaten von Mimot: Fertigungsleiter Hans Madsen li und Firmeninhaber Ole Cramer. Mimot

Um dieses Vorhaben zu realisieren mussten einige grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein. Als große Herausforderung stellte sich dabei der Materialbestand von über 400 Teilenummern (Bauteil-Artikeln) dar. Dieser muss ständig, also ohne zu Rüsten permanent auf der Linie verfügbar sein. Des Weiteren musste das jeweilige Bestückprogramm automatisch auf die Linie geladen werden, entsprechend der eingehenden Bestellungen der Kunden. „Wenn wir bis um 10:00 Uhr einen Auftrag erhalten, wird dieser am gleichen Tag um 14:00 Uhr ausgeliefert“ berichtet Hans Madsen, Fertigungsleiter der Firma Proces-Data.

Automatisches Erzeugen von Bestückprogrammen

Für all diese Anforderungen musste sowohl von der Hardware- als auch von der Softwareseite aus einiges entwickelt werden. Die größte Herausforderung stellte dabei das automatische Erzeugen von Bestückprogrammen dar, welche nur als CAD-Files auf dem Server verfügbar sind. Somit sollte sichergestellt werden, dass jede Variante eines Gerätes, sei sie auch noch so speziell, entsprechend der Kundenbestellung produziert werden kann. Weit über 100 Programme können so zu jederzeit abgerufen werden.

Flexibilität bei der Bestückungsmaschinen und der Softwarelösungen waren gefragt.

Flexibilität bei der Bestückungsmaschinen und der Softwarelösungen waren gefragt. Mimot

Was einmal mit einer Idee begann, ist heute in die Realität umgesetzt. Durch die Erweiterung der Linie, die nun eine maximale Kapazität von über 1.000 verschiedenen Bauteilen auf der Linie ermöglicht, sind alle sich im Bauteilestamm befindlichen Komponenten ständig im Maschinenzugriff. Seine Vision von einer Fertigung, welche jeden auch noch so kleinen Auftrag schnell und ohne jeglichen Rüstaufwand erledigen kann, hat der Inhaber von Proces-Data in Zusammenarbeit mit Mimot erfolgreich umgesetzt. Gleichzeitig zeigt diese Lösung auch, was heutzutage mit den entsprechenden Maschinen und der dazugehörigen Software möglich ist.

SMT Hybrid Packaging: Halle 5, Stand 434