Wer im Internet surft, wer telefoniert oder seinem Arbeitskollegen in einer weit entfernten Firmenfiliale übers Firmennetz eine E-Mail schickt, denkt wenig darüber nach, dass all diese Netze nicht ohne Aufsicht arbeiten. In Telefonnetzen, wie auch im Internet oder in firmeninternen Datennetzen, sind jedoch ständig Aufgaben zu lösen, die menschliche Entscheidungen erfordern. So muss zum Beispiel die Leistung des Netzes ständig überwacht werden, damit es in stark beanspruchten Teilen nicht zu Überlastungen kommt. Im Alarmfall sind sofort Vorkehrungen für den Notfall zu treffen. Das bedarf einer raschen und sicheren Kommunikation zwischen den einzelnen Netzmanagern.


Zusammen mit dem japanischen Konzern Fujitsu entwickelt eine Forschergruppe am Institut für Sichere Telekooperation (SIT) Sicherheitskonzepte für das Netzmanagement und die dazu nötige Software. Welche Information wie geschützt werden muß, wird in der sogenannten Sicherheitspolitik festgelegt. Das gemeinsame Projekt läuft seit 1997 und wird vollständig von Fujitsu finanziert.


Da die meisten Anwender mit komplizierten Sicherheitstechniken nicht vertraut sind, haben die Wissenschaftler in Software realisierte „Instanzen“ entwickelt, die – unsichtbar für den Anwender – die Sicherheitspolitik einer Anwendung von einem geeigneten Server herunterladen und dort nachsehen, in welchem Umfang eine gerade zu verschickende Nachricht geschützt werden muß. Anschließend veranlassen sie automatisch die zugehörigen Maßnahmen. Diese Instanzen können ohne Probleme in vorhandene oder neue Anwendungsprogramme fürs Netzmanagement integriert werden. Hierdurch können Sicherheitsfragen leichter behandelt werden.