GPRS-Netze bauen auf GSM-Netzen auf, wobei neue Netzwerkelemente und deren Interfaces für mehr Bandbreite, neue Dienste und höheren Datendurchsatz sorgen. Damit diese vorteilhaften Eigenschaften von GPRS den Teilnehmern voll zugute kommen, müssen sämtliche am Datenverkehr beteiligten Interfaces sorgsam überwacht werden. Einige davon ähneln den Interfaces, die schon seit längerem in der Telekommunikation üblich sind, andere wiederum, die IP-gestützten (Internet Protokoll), sind neu. Wegen dieser Wechselseitigkeit ist es für Netzbetreiber nicht ganz einfach, GPRS-Netze in der Installationsphase und danach, im Zuge der Wartung, zu überwachen. Mit der Software erledigt die Netzwerküberwachung NET-GPRS diese Aufgaben besser. Die Tools zum Optimieren und zur Fehlersuche in GPRS-Netzwerken können beide Interfacetypen beobachten: Solche mit Telekommprotokollen sowie solche mit IP-Protokollen. Auch die Korrelation der protokollbezogenen Messages ist gewährleistet.


In GPRS-Netzen ist es üblich, die Daten am Gb-Interface (Telekomm) zu verschlüsseln. Diese Verschlüsselung kommt zu derjenigen hinzu, die bereits am Beginn der Übertragungsstrecke zum Schutz der Teilnehmeridentität stattfindet. An derart doppelt verschlüsselten Daten scheitern die meisten Überwachungssysteme. Ihnen entgehen einige GPRS-Prozeduren und Teilnehmeraktivitäten, die im Interesse einer hohen Dienstgüte von Bedeutung sind. NET-GPRS V4.0 ist das erste Überwachungssystem seiner Art, das die automatische Entschlüsselung zulässt und damit ungehinderten Zugriff auf alle Protokollmeldungen bietet. Da die teilnehmerbezogene Verschlüsselung weiterhin wirksam bleibt, ist damit einerseits der Datenschutz gewährleistet, andererseits steht einer schnellen und lückenlosen Fehlersuche im Störungsfall nichts mehr im Wege.


Die Lösung überwacht Netzwerke, indem es überall dort Daten einsammelt, wo eine Überwachung gewünscht wird, seien es diverse Interfaces, Protokollstacks oder geografische Netzwerkabschnitte. Die Software dehnt den dazu erforderlichen Procedure-Trace und die Protokollanalyse auf viele der IP-Interfaces aus (z. B. Gn, Gp und Gi), sowie auf Telekomm-Interfaces wie Gb und Gr. Ein Procedure-Trace beobachtet, protokolliert und speichert den zeitlichen Verlauf von Teilnehmeraktivitäten, die überall im Netzwerk stattfinden können. Anhand dieser Informationen können Netzbetreiber erkennen, ob ein Problem dem eigenen GPRS-Netz anzulasten ist oder ob seine Ursache extern, jenseits der IP-Interfaces zu suchen ist. Der Procedure-Trace ist Instrument zur Gewährleistung einer hohen Dienstgüte (engl.: Quality-of-Service, QoS).