Das Prinzip Predictive Maintenance ist im Industriekontext bereits gängig. Auch im Automotive-Bereich ließen sich mit der entsprechenden Software mögliche Fehlfunktionen prognostizieren.

Das Prinzip Predictive Maintenance ist im Industriekontext bereits gängig. Auch im Automotive-Bereich ließen sich mit der entsprechenden Software mögliche Fehlfunktionen prognostizieren. Cassantec

Aktuelle Ansätze zur Instandhaltung von Autos sind zumeist einfache On-board-Diagnosen und -Warnungen. Die Überprüfung findet in festen Intervallen statt, die auf Herstellererfahrung und Flottendurchschnitt basieren. Hinzu kommt die Datenanalyse in der Werkstatt. Die Übertragung stochastischer Technologien wie der Software Cassantec Prognostics, die derzeit im industriellen Umfeld zum Einsatz kommt, soll künftig genaue Prognosen liefern.

„Langfristige Störungsprognosen geben zukünftig kritische Autozustände an. Außerdem machen sie deutlich, wann für den Autofahrer der beste Zeitpunkt zum Beheben eines Problems ist“, sagt Moritz von Plate, CEO der Züricher Cassantec. Fahrer erhielten beispielsweise Einschätzungen, ob das Auto den nächsten geplanten Wartungstermin ohne Zwischenfall erreiche. Eine derartige Prognose kann Defekte an Ölfiltern, Brems- und Luftfilterdefekte ebenso wie zum Beispiel Lichtmaschinen- und Batteriedefekte umfassen.

Sammeln von Zustandsdaten als Basis

Als Basis für die Nutzung einer Software wie Cassantec Prognostics für Autos dienen gesammelte Daten zu der Öltemperatur, der Geschwindigkeit oder der Bremsbetätigung. Ergänzt man diese Informationen mit Datenmaterial aus periodischen Analysen, bildet das eine Grundlage zur Aufstellung von Prognosen. Von Plate erläutert: „Individuelle Lösungen von Cassantec Prognostics ermöglichen es Herstellern, den Umfang vorliegender Serviceleistungen zu erweitern.“

Der Ablauf ist an das Prozedere aus der Industrie angelehnt: Ausgehend von der Datengenerierung über die Standardtechnologien des jeweiligen Herstellers sammelt das On-board-Diagnosesystem relevante Daten und übermittelt sie zum Beispiel über einen Bluetooth Dongle an die speziell für unterschiedliche Fahrzeugmodelle konfigurierte Prognosesoftware. Noch ist offen, wann die erste konkrete Lösung verfügbar sein wird.