Nach den positiven Bilanzen deutscher Solarunternehmen hat eine aktuelle Studie von Photon Consulting das Gewinnwachstum der Branche bestätigt. „Solar Annual 2006“ befasst sich mit der Entwicklung der Gewinnmarge in der weltweiten Solarindustrie, die sich in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich von 15 auf 30 Prozent verdoppeln konnte. Bei anhaltend steigender Nachfrage und attraktiven Einspeisegesetzen könnte die Gewinnmarge bis 2010 auf bis zu 38 Prozent steigen.

Für das Jahr 2005 errechneten die Studienautoren in der Solarbranche ein 44-prozentiges Wachstum des Marktvolumens, 50 Prozent mehr Umsatz und einen um 149 Prozent erhöhten Gewinn. Die weltweite Nachfrage sei zurzeit höher als das Angebot, weshalb viele Unternehmen trotz sinkender Produktionskosten ihre Verkaufspreise erhöhen konnten. Bis 2008 soll die Nachfrage den Produktionsausbau noch übersteigen. Die Studienautoren gehen demnach zwar von leicht fallenden Preisen für Solarmodule aus, durch weitere Kostensenkungen von jährlich sieben bis zehn Prozent würden die Gewinnmargen trotzdem ansteigen. Bis 2010 soll der gesamte Solarmarkt um 44 Prozent wachsen. In einigen Ländern, wie den USA oder Japan, wird Solarstrom demnach zur Konkurrenz für Haushaltsstrom.

Die Entwicklung der Gewinnmargen wurde auf die einzelnen Wertschöpfungsstufen aufgeschlüsselt. Demnach liegt diese bei Silizium-Herstellern aktuell bei 53 Prozent, gegenüber 19 Prozent im Jahr 2004. Waferproduzenten konnten die Gewinnmarge von fünf auf 36 Prozent steigern, Zellhersteller erreichten ein Wachstum von zehn auf 21 Prozent. Die Gewinnmarge von Modulherstellern liegt derzeit bei fünf Prozent.

Die Studie zählt des Weiteren die 20 Industry Leaders der Solarbranche auf, welche schneller als der Gesamtmarkt wachsen. Darunter finden sich neben Applied Materials und BP auch die vier deutschen Unternehmen Conergy, Ersol, Q-Cells und SolarWorld. Laut Anne Kreutzmann, Chefredakteurin der Zeitschrift Photon, ist die Nachfrage am deutschen Markt aufgrund der hohen Preise derzeit leicht rückläufig. Die Produktionskosten für Solaranlagen werden in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zwar verringert, die Unternehmen konnten ihre Preise aufgrund der starken Nachfrage jedoch ebenfalls erhöhen.

Um den Erfolg der deutschen Solarbranche auch im Ausland voranzutreiben, plant das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Solarpraxis derzeit den Aufbau eines Forums für Solarenergie in Spanien.
Spanien wird nach Ansicht von Experten und vieler deutscher Solarunternehmen innerhalb der nächsten Jahre der am stärksten wachsende Markt für Solarenergie sein. Vor allem die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom schafft günstige Marktbedingungen und erhöht die Nachfrage.