„Das ist die höchste Wachstumsrate, die wir jemals in unserer jährlichen Bildverarbeitungsstatistik verzeichnet haben“, ergänzt er. Auch im laufenden Jahr verzeichnet die Bildverarbeitungsbranche hohe Auftragseingänge. Deshalb geht VDMA Industrielle Bildverarbeitung von einer weiteren Steigerung des Branchenumsatzes im Jahr 2011 von mindestens 20 % aus. Damit würde die Marke von 1,5 Milliarden Euro überschritten. Vor allem die Exporte waren der Treiber der kräftigen Erholung: Die Lieferungen ins Ausland stiegen um 40 % gegenüber dem Krisenjahr 2009 an, das Inlandsgeschäft wuchs um 23 %. Damit setzt sich der Internationalisierungstrend fort: Die Exportquote stieg von zuvor 52 auf 56 % an.

Der Umsatz in Asien erhöhte sich gegenüber 2009 um 66 % und übertraf damit alle Erwartungen. „Der absolute Shooting Star 2010 war China. Der Umsatz mit diesem Land verdreifachte sich gegenüber 2009.“, führte Munkelt weiter aus. Doch auch Nordamerika hat sich 2010 mit einem deutlichen Umsatzplus von 45 % gegenüber 2009 als Absatzmarkt zurückgemeldet (Nord- und Südamerika insgesamt:
+41 %). Mit einem Anteil von 12 % am Gesamtumsatz bleibt Nordamerika der wichtigste Handelspartner für die Industrielle Bildverarbeitung aus Deutschland. Die Exporte in die europäischen Länder sind 2010 gegenüber 2009 um 27 % gestiegen und haben damit das Niveau von 2008 wieder erreicht.

Die Entwicklung im Kamerabereich trug maßgeblich zur schnellen Erholung des Branchenumsatzes bei. Mit Kameras wird bereits knapp ein Drittel des gesamten Bildverarbeitungsumsatzes erzielt. Die zunehmende Standardisierung von Schnittstellen, zum Beispiel mittels Genicam, GigE Vision, USB oder Coaxpress, erleichtert den Einsatz von Bildverarbeitungskameras in allen Einsatzfeldern. Auch die CMOS-Technologie entwickelt sich schnell weiter und wird zunehmend eingesetzt. Insgesamt können die deutschen Hersteller von Bildverarbeitungskameras auf ein sehr dynamisches Jahr 2010 zurückblicken: Ihre Umsätze stiegen um fast 62 %.