Auch dieses Jahr werden hohe Besucherzahlen und ein Ansturm auf das Messegeschehen erwartet.

Auch dieses Jahr werden hohe Besucherzahlen und ein Ansturm auf das Messegeschehen erwartet.Mesago

Die Vorzeichen für die SPS/IPC/Drives 2011 sind ausgezeichnet: Zum ersten Mal gibt es zwölf statt wie bislang elf Messehallen, die mit Ausstellern belegt sind. Die bisher gebuchte Ausstellungsfläche ist mit mehr als 100.000 m2 größer als letztes Jahr (94.155 m2). Auch die Ausstellerzahl wuchs. Bisher haben sich 1400 Aussteller angemeldet. Das sind schon jetzt knapp 80 mehr als noch 2010. Die Aussteller vertreten 40 Länder, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 20 Prozent entspricht. Mit 76 Unternehmen ist Italien dieses Jahr wie schon 2010 die stärkste ausstellende Nation aus dem Ausland, gefolgt von der Schweiz mit 36, China mit 35 und Österreich mit 27 Ausstellern. Darüber hinaus erwartet die Mesago, dass auch der Rekord des letzten Jahres mit 52.028 Besuchern eingestellt und die Teilnehmerzahl der Konferenz von 302 übertroffen wird.

Athen und die sprichwörtlichen Eulen

„Ich mag wahrscheinlich Eulen nach Athen tragen, aber die Lage in der Automatisierungsbranche ist ausgezeichnet“, beschreibt Johann Thoma, Geschäftsführer der Mesago, die gegenwärtige Situation: Die Unternehmen aus der Automatisierungsbranche sind mit dem bisherigen Verlauf von 2011 mehr als zufrieden. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es aber: „Noch“, schränkt Johann Thoma ein: „Wir haben mit vielen Unternehmen gesprochen, die glauben, dass die Kurve im nächsten Jahr abflachen wird. Wir reden vermutlich von einem einstelligen Wachstum, aber keiner weiß, wie sich die Lage entwickeln wird.“ Grund: Die Erwartungen sind zum einen durch die globalen Turbulenzen auf den Finanzmärkten deutlich zurückgegangen. Zum anderen trüben die teilweise kritischen Entwicklungen bei der Rohstoffversorgung, wie seltene Erden, die Geschäftsaussichten der betroffenen Unternehmen ein.

Mehr Platz für elektrische Antriebstechnik

„Die SPS ist die Top-Infoquelle für die Automatisierer und wird das auch in Zukunft bleiben“, ist sich Thoma sicher. Warum? Zum einen treffen die Aussteller ihre exakte Zielgruppe. Die Besucher kommen laut der Besucherregistrierung vom letzten Jahr vor allem aus den Bereichen Konstruktion und Entwicklung, Geschäftsleitung sowie Produktion. Zum anderen nimmt sich die Messe Schwerpunktthemen mit hoher Aktualität an – nämlich Energieeffizienz, Industrial Identification sowie Safety and Security. Beide Punkte führten insbesondere im Bereich elektrische Antriebstechnik für eine vermehrte Unternehmensanmeldung.

Haben gut lachen: Johann Thoma (Geschäftsführer Mesago Messemanagement), Sylke Schulz-Metzner (Bereichsleiterin Mesago Messemanagement), Dr. Peter Adolphs (Vorsitzender des Ausstellerbeirates) und Prof. Dr. Klaus Bender (Kommitee-Vorsitzender Kongress) fr

Haben gut lachen: Johann Thoma (Geschäftsführer Mesago Messemanagement), Sylke Schulz-Metzner (Bereichsleiterin Mesago Messemanagement), Dr. Peter Adolphs (Vorsitzender des Ausstellerbeirates) und Prof. Dr. Klaus Bender (Kommitee-Vorsitzender Kongress) frSabine Spinnarke

So sind dieses Jahr erstmals 12 Hallen belegt. Neu dazu gekommen ist die Halle 3, die für Neuanmeldungen aus der elektrischen Antriebstechnik und Vergrößerungswünsche genutzt wird. Die Halle ist bisher zu etwa drei Vierteln belegt und verfügt somit über Spielraum für die kommenden Jahre. Die Thematik Bedienen und Beobachten ist ab sofort in Halle 8 neben dem Bereich Steuerungstechnik zu finden.

Mit klarem Profil überzeugen

Als entscheidender Schlüsselfaktor für den Erfolg der SPS/IPC/Drives gilt das klare Profil, das die Messeverantwortlichen streng einhalten. Auch wenn Johann Thoma zugibt, dass es manchmal nicht so einfach sein, nein zu sagen, insbesondere in Zeiten der Krise. Das gilt allerdings auch für Zeiten des Erfolges: „Wo Erfolg ist, gibt es viele Trittbrettfahrer, die natürlich auch gerne ausstellen würden, aber von der Ausrichtung nicht passen“, betont Dr. Peter Adolphs, Geschäftsführer von Pepperl + Fuchs und Vorsitzender des Ausstellerbeirates.

Erfolgsfaktor elektrische Automatisierung

Die SPS/IPC/Drives kann schon im Vorfeld von einem außerordentlich erfolgreichen Jahr in der elektrischen Automatisierung profitieren: Sämtliche Unternehmen können die aktuelle Auftragslage nur loben, man geht von einem zweistelligen Wachstum für das Gesamtjahr 2011 aus. Doch nicht nur in Deutschland boomt die Branche. Die ­Macher der Mesago hatten mit der SIAF und der SPS/IPC/Drives Italia ebenfalls Erfolg in China beziehungsweise Italien. Des Weiteren verdient sich der Veranstalter einen Stern mit dem Young Engineer Award, der letztes Jahr eingeführt wurde und jungen Ingenieuren ein Anreiz bieten soll, kreative Ideen einzubringen.

Was zeichnet nun die Messe genau aus? Sie ist zum einen klar fokussiert auf Komponenten und Systeme der elektrischen Automatisierung. Darüber hinaus richtet sie sich an Anwender aus diversen Einsatzbereichen der Fertigungs- und Prozessindustrie. Weitere Vorteile: eine klar horizontale Ausrichtung, Blaumanncharakter sowie eine enge inhaltliche Verknüpfung von Messe und Kongress. „Alle freuen sich auf Nürnberg, weil die SPS/IPC/Drives eine der Messe ist, wo man immer freundliche Gesichter sieht“, bringt es Adolphs auf den Punkt.

Vernetzung zwischen Messe und Kongress

Was die Messe vormacht, hält auch der Kongress. 2011 wird es 69 Vorträge in 22 Sessions geben, sowie eine Anwendersession getreu dem Motto: von Anwendern für Anwender. Ziel: Ein neues Angebot für Messebesucher, zusätzlich zur Ausstellung. Automatisierungstechnik-Anwender sollen berichten, wie in Auftrag gegebene Applikationen erfolgreich realisiert wurden. Themen sind Sicherheit und verteilte Systeme, Maschinenautomatisierung, Ethernet im praktischen Einsatz sowie energieeffiziente Produktion. Der der Ausstellerbeirat forciert diese Sessions: „In den Anwendersessions kommen die Nutzer der Automatisierungstechnik zu Wort. Ihre Erfahrungsberichte aus dem praktischen Einsatzfeld des Produktspektrums der Messe schärfen das Profil des Kongresses als anwendungsorientierte Veranstaltung“, ist Roland Bent, Geschäftsführer Marketing / Entwicklung bei Phoenix Contact überzeugt.

Fazit: Von der Steuerungstechnik, über die elektrische Antriebstechnik und Motion Control, Bedienen und Beobachten sowie Interfacetechnik bis hin zu Sensorik, Software und mechanische Systeme & Peripherie – die SPS/IPC/Drives ist das Branchenhighlight am Jahresende.