eSync

Mit einer Live-Vorführung demonstriert Mark Singer, Marketingdirektor bei Excelfore, die Einsatzbereitschaft der eSync-Lösung zum drahtlosen Update von Fahrzeugkomponenten. Ingo Kuss

Bei Smartphone, Tablet-PC und Co. sind drahtlose Software-Updates (Over-The-Air, OTA) längst eine Selbstverständlichkeit. Von den Fahrzeugherstellern setzt dagegen bislang vor allem Tesla konsequent auf regelmäßige Firmware-Updates oder Funktionserweiterungen per Funk. Das dürfte sich bald ändern: Zum einen bieten OTA-Lösungen erhebliche Zeit- und Kostenvorteile im Vergleich zu in der Werkstatt durchgeführten Updates und sind dabei zugleich auch für den Fahrzeugbesitzer mit viel weniger Aufwand verbunden. Zum anderen stellen nun auch immer mehr Zulieferer den OEMs konkrete Lösungen zur Verfügung.

Da es sich jedoch jeweils um proprietäre Systeme handelt, stehen die Autohersteller vor dem Problem, einen umfassenden Lösungsansatz für ein drahtloses Update aller relevanten Fahrzeugkomponenten zu entwickeln. „Bei den OEMs sucht man aktiv nach Möglichkeiten, die Integration von Bausteinen mehrerer Anbieter in Connected-Car-Lösungen zu vereinfachen“, sagt Greg Basich, Associate Director, Automotive Service bei dem Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics. Die vom kalifornischen Konnektivitätsspezialisten Excelfore ins Leben gerufene eSync Alliance will diesem Umstand Rechnung tragen und Unternehmen zusammenbringen, die gemeinsam an der Schaffung standardisierter, interoperabler OTA- und Diagnosedaten-Lösungen arbeiten. Das eSync Compliance-Programm soll dabei nicht nur einen Weg zum Pushen von Software-Updates an die Geräte im Auto schaffen, sondern auch zum Auslesen von Diagnosedaten aus diesen Geräten.

Stillstandzeiten minimieren

Zu den Mitgliedern der eSync Aliance gehören etwa die Zulieferer Alpine und Molex. Auch sollen mehrere OEMs ihr Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet haben, konkrete Namen gab Mark Singer, Marketingdirektor bei Excelfore, allerdings noch nicht preis. Durch den Einsatz eines speziellen Verfahrens („Adaptive Delta-Kompression“) will Excelfore nicht nur den Dateiumfang eines Updates und damit auch die Übertragungszeit reduzieren, sondern auch die Stillstandzeit des Fahrzeugs minimieren. Dazu wählt die Adaptive Delta Compression Engine die Update- und Kompressions-Strategie so, dass sie im Kontext der Vorgaben des Fahrzeugherstellers den spezifischen Rechen-Ressourcen des jeweiligen Endgeräts im Fahrzeug gerecht wird.

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Eine übersichtlich gestaltete Benutzeroberfläche informiert über den aktuellen Stand des Update-Prozesses. Ingo Kuss

Bei einer Live-Vorführung mit einer Versuchsanordnung aus typischen Fahrzeugkomponenten wie etwa einem Infotainmentsystem, Front- und Heckkameras sowie einem Steuergerät für die Reifendruckkontrolle verlief das Update aller Komponenten reibungslos und innerhalb weniger Minuten. Für die Schaffung eines einheitlichen OTA-Standards kommt es allerdings nicht nur auf die technische Leistungsfähigkeit einer Lösung an, sondern vor allem auf die Bereitschaft der Branchenschwergewichte, einen entsprechenden Ansatz auch zu unterstützen. Es bleibt daher spannend, welche Namen in den nächsten Wochen und Monaten auf der Website der eSync Aliance noch zu lesen sein werden.