Der erste Fachvortrag beschäftigte sich mit dem Thema Plagiate. Produktimitationen aus China sind in den vergangenen Jahren zu einem wahren Massenphänomen geworden und bedrohen den Markterfolg vieler Unternehmen. Oftmals erkennen Firmen die Tatsache, dass ihr Know-how nicht ausreichend geschützt ist erst dann, wenn bereits Schadensfälle durch Imitationen eingetreten sind. In den vergangen Jahrzehnten wurden meist digitale Medien und Luxusgüter imitiert. In den letzten Jahren sind zunehmend aber auch technologisch anspruchsvolle Produkte davon betroffen. Besonders fatal ist, dass die Qualität der Kopien immer besser wird. Konnten die Imitationen noch vor einigen Jahren relativ problemlos als qualitativ minderwertig identifiziert werden, handelt es sich inzwischen oft um täuschend echte oder sogar technologisch ebenbürtige Kopien der Originalprodukte. Sinkende Absatzzahlen und Preise sowie ein schlechteres Markenimage können die Folgen für die betroffenen Firmen sein. Anhand von Fallbeispielen erläuterten die Patent- und Markenschutz-Rechtsanwältinnen Sai Chen und Nancy Song der Kanzlei Linda Liu Group aus Beijing, wie sich Firmen in China vor Produkt- und Markenpiraterie rechtlich schützen können und welche vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll und wichtig sind.

Schnell und einfach in den eigenen PCN-Prozess importieren

Anke Bartel, Kundenteamleiterin von BMK.

Anke Bartel, Kundenteamleiterin von BMK.COG Deutschland e.V.

Anke Bartel, Kundenteamleiterin von BMK und Axel Wagner, Leiter Consulting & Compliance, Würth Elektronik eiSos, beide Mitglieder der COG-Arbeitsgruppe smartPCN, präsentierten in ihrem Vortrag den aktuellen Status des neuen Standards smartPCN. Produktlebenszyklen von High-Tech-Komponenten und Komplettprodukten laufen in den letzten Jahrzehnten immer weiter auseinander. Moderne Komponenten werden teilweise schon nach sechs Monaten von ihren nicht immer kompatiblen Nachfolgern abgelöst. Meldungen über Abkündigungen von Bauteilen beziehungsweise über Änderungen am Produkt oder auch Fab-Verlagerungen versenden Hersteller und Distributoren üblicherweise per E-Mail an ihre Kunden. Dies hat eine Unmenge an PCN-Meldungen im E-Mail-Postfach der Kunden zur Folge. Zum Teil erhalten die Kunden PCN (Product Change Notification)- und EOL (End of Life) -Benachrichtigungen mehrfach von verschiedenen Distributoren, und dies in verschiedensten Formaten als E-Mail, PDF oder Fax. „Im Durchschnitt sind das jährlich pro 1000 verwendeter Bauteile 70 PCN/EOL-Meldungen. Durch die mehrfache Bearbeitung derselben PCN/EOL entstehen unnötig hohe Arbeitsaufwände und Kosten, aber bislang fehlt es an einfachen Möglichkeiten der Vorselektierung und Priorisierung, um die Daten schnell und einfach in den eigenen PCN-Prozess importieren zu können“, so Anke Bartel.

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COG Deutschland e.V.

Vor dieser Problematik stehen praktisch alle Empfänger von PCNs. Deshalb wurde im April 2009 eine Arbeitsgruppe smartPCN mit dem Ziel gegründet, einen Standard für die Übermittlung von PCNs vom Hersteller und Distributor zu etablieren. Was ist smartPCN? Smart steht für sicher, methodisch, akzeptiert, realisierbar, transparent. So sieht smartPCN  beispielsweise pro E-Mail nur noch eine PCN-Nummer vor. Weiterhin gibt es keine personalisierten E-Mail-Adressen und der Betreff enthält immer Änderungsgrund, Hersteller und PCN-Nummer. Ein spezielles anwenderspezifisch konfigurierbares Tool, der seit kurzem in der Beta-Version verfügbare smartPCN Manager, soll Unternehmen dabei unterstützen, die mehrfache Bearbeitung der PCN- und EOL-Meldungen drastisch zu reduzieren oder im Idealfall ganz zu vermeiden. Die Bereitstellung der Daten im XML-Format könnte den manuellen Aufwand um bis 75 Prozent reduzieren und somit auch zu einer drastischen Senkung der Bearbeitungskosten beitragen. Auf der COG-Homepage zeigt ein „Erklärvideo“ sehr anschaulich die Möglichkeiten und Vorteile des smartPCN-Standards.