M8, ix Industrial und T1 im Heldenkostüm: Die drei neuen Steckverbinder sollen mehr Leistung ins Industrial Ethernet bringen.

M8, ix Industrial und T1 im Heldenkostüm: Die drei neuen Steckverbinder sollen mehr Leistung ins Industrial Ethernet bringen. Harting

Erst im Spätsommer hatten Harting und der japanische Elektronikhersteller Hirose sich auf eine Zusammenarbeit geeinigt, die laut Philip Harting, Vorstandsvorsitzender der Harting-Technologiegruppe, weiter ausgebaut werden soll und „eine echte Win-Win-Situation für beide Unternehmen“ ist. Vorerst konzentrierte sich die Zusammenarbeit auf die Entwicklung, Produktstandardisierung und Vermarktung eines miniaturisierten Verbindungstechniksystems für 10-Gbit-Ethernet. Doch Hirose und Harting wollen künftig im Bereich Forschung und Entwicklung noch enger zusammenarbeiten und weitere Standards entwerfen.

Erste Früchte der Zusammenarbeit stellten die Unternehmen nun auf der Electronica und der SPS IPC Drives vor: Entstanden ist der Steckverbinder ix Industrial, der sich laut der Unternehmen zu einem neuen Standard auf dem Gebiet des RJ45 für IP20-Ethernet-Umgebungen entwickeln könnte. Gemeinsam haben beide Partner das Steckgesicht der miniaturisierten Ethernet-Schnittstelle für hohe Datenraten nach IEC/PAS 61076-3-124 genormt. Damit wollen die Partner Anwendern Investitionssicherheit geben. Die Produktion soll im April 2017 starten.

Steckverbinder 70 Prozent kleiner

Die Schnittstelle des ix Industrial ist nach IEC/PAS 61076-3-124 genormt.

Die Schnittstelle des ix Industrial ist nach IEC/PAS 61076-3-124 genormt. Harting

Im Vergleich zum RJ45 hat der ix eine um 70 % verringerte Baugröße der Buchsen. Gerätehersteller können somit beim Einsatz auf wesentlich kleinere Geräte zurückgreifen: Das können immer weiter schrumpfende Kamerasysteme sein, an denen eine herkömmliche RJ45-Buchse bereits den meisten Platz im Gehäuse einnimmt oder auch Steuereinheiten und kleine Industriecomputer. Die Buchse ist mit fünf THR-Schirmkontakten für eine hohe Stabilität auf der Leiterplatte ausgelegt. So können Entwickler und Gerätehersteller das ix-Industrial-System einfach in neue Geräte integrieren und haben außerdem die Sicherheit, dass das Interface fest auf der Leiterplatte verankert ist und auch rauer Handhabung standhält.
Für die Geräteverkabelung sind flexible und dünne Systemkabel mit kleinem Biegeradius erhältlich, die den Einbau in miniaturisierte Gehäuse ermöglichen. Sie sind beidseitig mit dem ix-Steckgesicht oder gemischt mit ix- und RJ45-Steckverbinder ausgeführt. Die dritte Variante ist auf einer Seite mit einem X-codierten M12 versehen.

Kleiner wird in der Regel mit filigraner, feiner – aber auch empfindlicher gleichgesetzt. Da aber genau diese, im industriellen Umfeld negativen Eigenschaften beim RJ45 häufiger zu Problemen geführt haben, sind sowohl ix-Industrial-Buchse als auch Steckverbinder deutlich robuster konstruiert. Die ix-Steckverbinder verfügen über eine stabile Verrastung über zwei Metallhaken, die beim Stecken mit einem deutlich hörbaren Klick einrasten und so dem Anwender eine akustische und haptische Rückmeldung über die korrekte Verriegelung vermitteln. Sie ermöglichen damit eine sichere und vibrationsfeste Verbindung vom Kabel bis auf die Leiterplatte für mindestens 5 000 Steckzyklen.

Das ix-Industrial-Steckgesicht ist durch die Cat. 6A Performance für 1/10 Gbit/s-Ethernet ausgelegt und die hohe Stromtragfähigkeit ermöglicht aktuelle und zukünftige Power-over-Ethernet-Anwendungen. Damit kombiniert diese Schnittstelle Datenübertragung und Stromversorgung in einem Interface. Anwender benötigen weniger Platz für ihre Anschlusstechnik. Für eine sichere Datenübertragung, auch in EMV-kritischen Anwendungen, sorgt das durchgehende 360°-Schirmdesign.

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