Siemens-Forscher stellen auf der Actuator eine Technologie namens PAD (Piezoelectric Acutator Drive) vor: In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Feingerätebau und Mikrotechnik der Technischen Universität München ist es gelungen, die Vorteile der Piezotechnik auch für elektrische Stellantriebe nutzbar zu machen. Mit diesem innovativen System sollen zunächst Anwendungen im Leistungsbereich bis 20 Watt auf einen völlig neuen Weg gebracht werden.
Erstmals vorgestellt werden die getriebelosen und präzisen PAD-Stellantriebe mit Drehmomenten bis fünf Newtonmeter vom 14. bis 16. Juni 2006 auf der Actuator in der Messe Bremen.
Die internationale Fachkonferenz für miniaturisierte Antriebe bringt alle zwei Jahre rund 600 Experten und Anwender aus aller Welt in den Bereichen der neuen Aktoren und der elektromagnetischen Antriebe kleiner Leistung zusammen. “Und in diesem Jahr sogar mit 20 Prozent mehr Fachbeiträgen. In 2004 gab es rund 200 Beiträge zum Zeitpunkt der Konferenz, 2006 sind es mehr als 250”, weist Projektleiter Dr. Hubert Borgmann von der Messe Bremen auf den gestiegenen Umfang der Veranstaltung hin. Parallel zur Actuator wird in diesem Jahr außerdem die Robo-Cup WM 2006 vom 14. bis 20. Juni Technikbegeisterte in den Messehallen versammeln.
“In der Gebäude-, Automobil- und Medizintechnik sowie in der Produktions- und Automatisierungstechnik besteht ein großer Bedarf an leistungsstarken, genauen und kompakten Stellantrieben. Dabei erfordern die immer komplexeren Antriebsaufgaben hochintegrierte, intelligente mechatronische Systemlösungen, die sich auch aufgrund der erforderlichen Sensorik mit konventioneller Technologie nur sehr aufwändig realisieren lassen”, erläutert Dr. Andreas Kappel, Projektleiter bei der Siemens AG und zuständig für Mechatronische Systeme. Als Technologieführer auf dem Gebiet der Piezotechnik, sei das Unternehmen jetzt dabei, die PAD-Technologie für interne und externe Kunden zu industrialisieren. Durch die piezoelektrischen PAD-Stellantriebe werde eine Technologie-Plattform geschaffen, die in industriellen und Konsumer-Bereichen ein großes Anwendungspotenzial besitze. Den Schlüssel hierzu stellen Mikroverzahnungen dar, die einen formschlüssigen Antrieb im PAD-System bewirken. Auch sei es gelungen, hierfür kostengünstige und schnelle Herstellungsverfahren zu entwickeln, zählt Kappel weitere Vorteile auf. In Verbindung mit der innovativen Kinematik und den leistungsstarken Piezomultilayeraktoren, wie sie in automobiltypischer Spezifikation für die von Siemens industrialisierte piezoelektrische Diesel- und Benzindirekteinspritzung entwickelt wurden, würden sich völlig neue antriebstechnische Möglichkeiten eröffnen. Hintergrund: Die PAD-Systeme verwenden den Piezoaktor gleichzeitig als Sensor und können so ohne Zusatzaufwand vielfältige sensorische und daraus abgeleitete regelungstechnische Funktionen wahrnehmen (“Smarte Aktorik”). Daher ergeben sich für die “fühlenden” PAD-Systeme sehr interessante Anwendungen im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion. Über den aktuellen Stand der PAD-Technik, ihre Funktionsweise und Anwendungen, informiert Dr. Andreas Kappel auf der Actuator in seinem Vortrag mit dem Titel “PAD ? Piezoelectric Actuator Drive”.
Die Actuator 2006 mit der 10th International Conference on New Actuators und der 4th International Exhibition on Smart Actuators and Drive Systems geht vom 14. bis 16. Juni 2006 an den Start. Zeitgleich wird vom 14. bis 20. Juni in der Messe Bremen die RoboCup WM 2006 ausgetragen. Darüber hinaus lädt vom 14. bis 19. Juni die “International Conference on Artificial Intelligence” (KI 2006) Wissenschaftler nach Bremen ein. Weitere Informationen gibt es unter www.actuator.de, www.robocup2006.org, www.ki2006.fb3.uni-bremen.de.
Messe Bremen
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