Das Energiemanagement-System vereint auf der Startseite alle Kenndaten auf einen Blick.

Das Energiemanagement-System vereint auf der Startseite alle Kenndaten auf einen Blick.Emation

Die DIN EN 16001 ist eine klassische Management-Norm, die sich in Struktur und Aufbau an bestehende Management-Normen anlehnt, zum Beispiel für die Bereiche Qualität (9001) oder Umwelt (14001). Sie ist nicht branchenspezifisch. Unterschiedliche Unternehmen oder Organisationen können sie also anwenden. Der 31. Dezember 2012 ist der Stichtag zur Einführung eines Energiemanagements nach DIN EN 16001, denn für energieintensive Betriebe sind Vergünstigungen im Bereich der Stromkosten an die Einführung der Norm gekoppelt. Für Unternehmen, die bis zu diesem Stichtag kein Energiemanagement nach Norm nachweisen können, entfallen Vergünstigungen ganz oder teilweise. Die Vergünstigungen betreffen konkret die Stromsteuer sowie die Umlage nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

Für beide Bereiche existieren bereits Härtefallregelungen für das produzierende Gewerbe. Zukünftig wird nur in den Genuss von Steuerermäßigungen kommen, wer ein von unabhängiger Stelle zertifiziertes Energiemanagementsystem vorweisen kann. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die Vergünstigungen für die Unternehmen entfallen, die kein Energiemanagement einführen. Die Zertifizierung des Energiemanagements – und somit der Nachweis der Voraussetzung für Vergünstigungen – wird von einem durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) zugelassenen Zertifizierungsunternehmen durchgeführt. Moderne Energiemanagement-Systeme können dem Anwender der Norm viele Aufgaben abnehmen oder automatisieren. Ein Beispiel für ein solches Energiemanagement-System ist das E3M aus dem Hause Emation.

Planen,  überprüfen und umsetzen

Energiemanagement beginnt mit dem Erfassen der Mess-werte. Zum Aufdecken der energetischen Einsparpotenziale reicht es nicht aus, die Werte nur einmal am Tag oder einmal im Monat zu erfassen. Für die Messwerte hat sich in der Praxis ein Erfassen im 15-Minuten-Intervall bewährt, andere Zeitintervalle sind ebenfalls möglich. Gemessen werden die Verbrauchszähler für alle Energiemedien, sowohl die Hauptmedien Strom, Gas und Wärme als auch abgeleitete Medien wie zum Beispiel Kälte, Druckluft oder Dampf. In die Betrachtung fließen zudem alle relevanten Daten von automatisierungstechnischen Anlagen der Gebäudehülle (Heizung, Lüftung und Klimatisierung) sowie ausgewählte Daten der Produktionsanlagen (Öfen, Pressen, Erfassung von Stückzahlen und Mengen) ein. In der E3M Produktfamilie übernimmt die E3M- Box die Aufgabe des zentralen Informationsknotenpunktes im Gebäude. Sie stützt sich hierbei auf Standards, wie Bussysteme, TCP/IP-Kommunikation und Web-Technologie.

Alle Daten laufen im E3M-Data-Center, dem zentralen Auswerteportal, zusammen. Dieses bietet Auswertemöglichkeiten, um die energetische Situation von Gebäuden und Standorten zu bewerten. Beginnend mit einfacher Vorgruppierung nach dem Ampel-Prinzip bis hin zu statistischen Erhebungen zur Optimierung von Regelprozessen und Anlagentechnik. Das E3M-Data-Center ist eine Datenbank-gestützte Server-Applikation. Der Zugriff auf das Auswerte-Portal erfolgt via Web-Browser. Das Energiemanagement-System deckt hierbei mehr ab als nur das Erfassen von Messwerten. Benchmarks, auf Basis automatisch aggregierter Daten, erlauben zum Beispiel den Vergleich gesetzter Zielwerte mit dem gemessenen Ist-Zustand. Das Alarmmodul generiert automatisch eine Meldung, wenn ein Wert den vorgesehenen Bereich verlässt – sowohl im kurzzeitigen Bereich, als auch bei Langzeitauswertungen. Über den gleichen Mechanismus lassen sich auch definierte Maßnahmen überwachen und verbessern. Aber auch das aktive Eingreifen ist mit dem System möglich. Das Scheduling-Modul schaltet Anlagen zeitgesteuert und mit dem Spitzenlast-Management lässt sich der Stromtarif optimieren.Als Ausblick in die Zukunft ist zu erwarten, dass die DIN EN 16001 eine Anforderung in der Lieferkette bildet: Ein Unternehmen, das Energieeffizienz in der Firmenpolitik verankert hat, wird nur noch mit ebenfalls energieeffizienten Zulieferern zusammenarbeiten – eine Entwicklung, die bereits im Bereich Qualitätsmanagement zu beobachten ist.