Das Stromüberwachungssystem Mico Pro hat ein spezielles, patentiertes Auslöseverhalten, das auch 'flüchtige' Fehler' erkennt.

Das Stromüberwachungssystem Mico Pro hat ein spezielles, patentiertes Auslöseverhalten, das auch ‚flüchtige‘ Fehler‘ erkennt. Murrelektronik

„Das patentierte Auslöseverhalten sorgt für höchste Maschinenverfügbarkeit“, erklärte Matthias Eschle-Reinhold, Vice President Power bei Murrelektronik. Der zusätzlichliche Vorteil sei „ein integriertes Konzept zur Potenzialverteilung, das die Schaltschrankverdrahtung signifikant entflechtet“. Das intelligente Stromüberwachungssystem überwacht alle Last- und Steuerströme und erkennt kritische Momente rechtzeitig. Es signalisiert Grenzlasten und schaltet fehlerhafte Kanäle ab. Das Auslöseverhalten ist patentiert und verfolgt den Grundsatz: So spät wie möglich, so früh wie nötig. Dabei erkennt das System auch ‚flüchtige Fehler‘.

Mico Pro ist ein System für 12- und 24-VDC-Betriebsspannungen. Aus zahlreichen Mico-Pro-Modulen werden die passenden Komponenten ausgewählt und mit einem Power-Modul werkzeuglos zu einem geschlossenen System zusammengesteckt. Dabei kann zwischen Modulen mit einem, zwei oder vier Ausgangskanälen gewählt werden. Diese sind nur 8, 12 oder 24 mm breit – und ermöglichen damit erhebliche Platzeinsparungen. Bei den ‚Fix-Modulen‘ sind die Auslöseströme (2, 4, 6, 8, 10 und 16 A) fest eingestellt. Bei den ‚Flex-Modulen‘ kann der Auslösestrom von 1 bis 10 A beziehungsweise 11 bis 20 A eingestellt werden. Das erhöht die Flexibilität und reduziert den Variantenbedarf. Dabei ist es möglich, einzelne Module des Systemverbunds zu jeder Zeit unkompliziert auszutauschen.

Das Stromüberwachungssystem verfügt über ein integriertes Potenzialverteilungskonzept für +24 V (beziehungsweise +12 V) und 0 V und vereinfacht die Schaltschrankverdrahtung damit signifikant. An jedem Kanal gibt es Anschlussmöglichkeiten für +24 V und 0 V. Mit zusätzlichen Potenzialverteilern können an jedem Mico-Kanal bis zu 2 x 12 Potenziale angeschlossen werden.

Das Brücksystem aus zwei Stromschienen und seitlichen Federkontakten für die Kontaktierung von Diagnose- und Steuersignalen ist einfach in der Handhabung. Es ist für einen Gesamtstrom von bis zu 40 A ausgelegt. Alle Ein- und Ausgänge des Systems sind mit Push-In-Federkraftklemmen ausgestattet. Die Vorderseite des Stromüberwachungssystems wird zu keiner Zeit von Kabeln oder Leitungen verdeckt; der Bediener kann Kennzeichnungen und Status der LEDs mit einem Blick erfassen.

Diagnosefunktionen für jeden Kanal

„Die Diagnosefunktionen genießen bei Mico Pro einen großen Stellenwert“, erklärt Eschle-Reinhold weiter. „Jeder Kanal ist mit einer LED zur Statusanzeige am Gerät ausgestattet, außerdem können digitale Meldesignale an die Steuerung übergeben werden. Das Powermodul von Mico Pro stellt eine Sammeldiagnose für den gesamten Systemverbund zur Verfügung, die einstellbaren Flex-Module liefern zusätzlich kanalgenaue Diagnosesignale.“

Die LEDs an den einzelnen Kanälen zeigen – in grün und rot – die Zustände an. Werden 90 % des Auslösestroms erreicht, dann blinkt die LED grün und es wird ein digitales Meldesignal abgesetzt. Wird der Auslösestrom überschritten, schaltet das Stromüberwachungssystem umgehend den betroffenen Kanal ab. Die LED blinkt rot, und auch in diesem Fall wird ein Meldesignal gesendet. Der Kanal kann per Steuersignal oder Tastendruck wieder aktiviert werden. Für Instandhaltungszwecke können Kanäle auch manuell ausgeschaltet werden.

Eine kanalgenaue Schaltfunktion über ein SPS-Signal macht es bei den ‚Flex-Modulen‘ möglich, Anlagenteile ohne zusätzliche Schütze, Relais oder Optokoppler ein- und auszuschalten. Kurze Schaltfrequenzen (bis zu 10 Hz) können hier ebenso realisiert werden wie längere Zeiten.

Das Stromüberwachungssystem lässt sich kaskadiert aufbauen. Das bedeutet: an einem Mico-Kanal kann eine weitere Mico-Pro-Station angeschlossen werden. „Dies ist vor allem bei Anwendungen mit einem dezentralen Schaltschrankkonzept ein erheblicher Kosten- und Installationsvorteil“, sagte Eschle-Reinhold abschließend.