Was machen nach dem Studium? Für Ingenieure und Ingenieurinnen der Elektro- und Informationstechnik bleibt diese Frage lange unbeantwortet. Nach maximal fünf Bewerbungsschreiben und zwei Vorstellungsgesprächen ist die Jobsuche zu Ende. So lauten zumindest die Ergebnisse der Studie „Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik 2017“ des VDE, in deren Rahmen der Technologieverband 232 Elektroingenieure und Elektroingenieurinnen bis 35 Jahre mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von etwas über zwei Jahren befragt.

Die Generation Z mit einem Abschluss in der Elektro- und Informationstechnik darf sich freuen: Junge Elektroingenieure können sich vor Jobangeboten nicht retten.

Die Generation Z mit einem Abschluss in der Elektro- und Informationstechnik darf sich freuen: Junge Elektroingenieure können sich vor Jobangeboten nicht retten. Hannibal, VDE

Bei rund 20 Prozent der Absolventen ist es so, dass sie ohne Bewerbungsschreiben ihre Karriere starten, jeder vierte sogar ohne ein Vorstellungsgespräch. Damit verbesserte sich die schon gute Lage am Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren noch einmal. „Die Absolventen haben es damit noch einfacher als ihre Kommilitonen vor zwei Jahren. 2015 hatte rund die Hälfte ihren ersten Arbeitsvertrag „erst“ nach drei Vorstellungsgesprächen in der Tasche“, fasst Ansgar Hinz, CEO des Technologieverbandes VDE, die Studienergebnisse zusammen. „Die Absolventen können sich ihr Wunsch-Unternehmen nahezu aussuchen, nicht umgekehrt. Die Zeiten waren damit für Ingenieure noch nie so gut wie jetzt und dank der Digitalisierung ist kein Ende der Vollbeschäftigung in Sicht“, prognostiziert Hinz.

Die Studien- und Berufswahl bereuen die Befragten selten. Für 70 Prozent der Befragten sehen gute Karrierechancen in den Ingenieursberufen und 60 Prozent empfinden ihren Beruf als kreativ, abwechslungsreich und wichtig für die Gesellschaft. Auch vor der Übernahme von Verantwortung schrecken die Berufsanfänger nicht zurück, sechs von zehn Befragten streben Personalverantwortung an, zwei von zehn Befragten tragen bereits Verantwortung für Personal.

Trotz Festanstellung ist auch das Thema Start-up ein Thema für die befragten Elektroingenieure. 33 Prozent können sich vorstellen ein Start-up zu gründen, 5 Prozent planen dies bereits seit längerer Zeit konkret durch.

Job nicht an erster Stelle

Obwohl die beruflichen Aussichten positiv sind, nehmen  Familie und Freunde bei 40 Prozent der Befragten einen höheren Stellenwert ein als der Beruf und zudem möchten sie  Beruf und Privatleben trennen können. Ein weiterer Teil sagt auch, dass sich soziale und familiäre Bedürfnisse gut mit beruflichen Verpflichtungen vereinbaren lassen. Jedoch wären auch 24 Prozent der Befragten bereit, ihr Berufsleben einzuschränken, um beruflich voranzukommen. Und 80 beziehungsweise 65 Prozent können sich einen Auslandsaufenthalt in Europa oder USA und Asien vorstellen.