Die Verbraucher in Europa und in den USA wollen auf die Klimadiskussion mit dem Kauf umweltfreundlicherer Autos reagieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Oliver Wyman-Studie „Auto & Umwelt 2007: Kundenerwartungen als Chance für die Hersteller“, in deren Rahmen 3.600 Verbraucher aus der EU und den USA befragt wurden. So sei bei den Kaufkriterien für Neuwagen die Umweltverträglichkeit auf Platz fünf vorgerückt – gleich hinter Zuverlässigkeit, Sicherheit, Preis-Leistungsverhältnis und Gesamtkosten.

Doch die wenigsten Verbraucher hielten sich für kompetent genug, um die Umweltfreundlichkeit eines Fahrzeugs selbst beurteilen zu können. Zirka drei Viertel der europäischen Verbraucher würden deshalb ein Öko-Siegel für Autos begrüßen. Immerhin 40% der Käufer in der EU und knapp 25% der US-Kunden empfänden es als Kaufanreiz, wenn ihre Entscheidung für ein Öko-Modell auch nach außen klar sichtbar würde – beispielsweise als spezielles Öko-Design oder als Typenbezeichnung. Derzeit gelten der Studie zufolge unter den Kunden noch Toyota, Renault und Peugeot als besonders umweltfreundlich, doch die deutschen Hersteller seien auf dem Vormarsch. In zehn Jahren, so die Einschätzung der Befragten, werden sich unter den fünf umweltfreundlichsten Marken auch drei deutsche befinden. Vor allem BMW wird derzeit als sehr aktiv in Sachen Umwelt bewertet.

Von Mercedes-Benz erwarten Premium-Kunden in Europa, in zehn Jahren die umweltfreundlichste Marke zu sein. Volkswagen, schon heute auf Rang fünf der umweltfreundlichsten Volumenhersteller, wird sich nach Ansicht der europäischen Verbraucher an die dritte Stelle setzen können. Deutsche Kunden trauen Volkswagen sogar Platz Eins zu. Knapp 80% der befragten Europäer geben an, mit ihrem nächsten Autokauf auf die Klimadiskussion reagieren zu wollen. Zwölf Prozent wollen ein Auto mit geringerer Leistung kaufen und 9% ein kleineres Auto anschaffen. Immerhin 18% geben an, sich künftig für das Öko-Modell einer Baureihe entscheiden zu wollen, wobei aber nur knapp 13% dafür auch höhere Kosten in Kauf nehmen würden. „Die Hersteller müssen umweltverträgliche Autos als Mittel zur technischen Differenzierung der Marke verstehen“, kommentiert Dr. August Joas, Leiter der weltweiten Automotive Practice von Oliver Wyman. „Vor allem aber müssen Marketing und Vertrieb den Trend zu umweltfreundlichen Autos für das Erreichen ihrer Absatzziele nutzen und Kaufhemmnisse beim Verbraucher lösen – und zwar in allen Fahrzeugklassen.“

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