Bildquelle: Seho

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Seho (www.seho.de) hat für seine Reflowlötanlagen nun ein Wärmerückgewinnungssystem entwickelt, das bisher wohl einmalig ist und daher auch zum „Bayerischen Energiepreis 2010“ angemeldet wurde. Bei diesem System wird die Abwärme der Reflow-Lötanlage durch einen Kollektor gesammelt, der zwischen den beiden äußeren Hauben der Maschine installiert ist. In das Konzept der Wärmerückgewinnung sind außerdem das Abluftsystem, das Kühlaggregat, sowie der Zyklon für die Prozessgasreinigung eingebunden. Die so gewonnene Energie kann an eine Wärmesenke zur Brauchwassererzeugung oder an ein System zur Vorwärmung der Frischluftzufuhr ins Produktionsgebäude übergeben werden. Die Brauchwassererwärmung des Produktionsgebäudes bietet sich besonders an, da die Betriebszeit der Lötanlage und die Nutzungszeit des Brauchwassers passenderweise identisch sind und dies die effektivste Variante der Abwärmenutzung darstellt.

Zur Brauchwassererzeugung wird ein Schichtladespeicher verwendet, der unterschiedliche Temperaturniveaus aufnehmen kann. In der untersten Schichtung wird das niedrigste Niveau an den Speicherinhalt übergeben, d.h. die Abwärmenutzung aus der Reflowlötanlage. In der zweiten Schichtung erfolgt die Übergabe des nächst höheren Temperaturniveaus, z.B. von einer Solar-Thermieanlage. Mit dem obersten Wärmetauscher wird über den konventionellen Heizkessel die endgültige Brauchwassertemperatur eingestellt.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist dieses Wärmerückgewinnungssystem äußerst attraktiv, da die Abwärme aus der Lötanlage grundsätzlich gratis zur Verfügung steht. Legt man den durchschnittlichen Stromverbrauch der Reflow-Lötanlage zugrunde, kann die zurückgewonnene Abwärme bis zu 15 % betragen. Der bauseitige Aufwand ist relativ gering, wenn ein Schichtladespeicher bereits vorhanden ist. In einem weiteren Testaufbau will Seho im nächsten Schritt das System auch auf die Wellen-Lötanlagen übertragen.