Speziell bei großen Breiten bietet der Einzelschrank SE 8 Einsparpotenziale gegenüber seinem anreihbaren Bruder.

Speziell bei großen Breiten bietet der Einzelschrank SE 8 Einsparpotenziale gegenüber seinem anreihbaren Bruder. Rittal

Standardisierte Systemlösungen spielen in der Schaltschranktechnik eine immer größere Rolle. Gesucht ist eine einheitliche Systemplattform, die bei branchen- und länderübergreifender Anwendung kein Umdenken erfordert – angefangen von Anreihschränken für den klassischen Steuerungs- und Anlagenbau bis hin zu Einzelschaltschränken für Standalone-Lösungen etwa in der Gebäudetechnik. Die Ziele hinter dieser Forderung sind, Fehlerquellen zu minimieren, Montagezeiten zu reduzieren sowie die Effizienz des Engineerings bereits am Anfang der Wertschöpfungskette zu steigern. Hier geht es darum, die elektrotechnische Detailplanung und Dokumentation weitgehend automatisiert zu erstellen.

Anhand des Arbeitsgebiets eines Schaltschrankbauers wie das der Firma Ripploh Elektrotechnik & Engineering, wird dies offensichtlich: Ripploh ist längst kein reiner Schaltschrankbauer, der anhand von Stücklisten, Aufbau- und Verdrahtungsplänen seiner Kunden Schaltschränke im Stile einer Manufaktur konfektioniert. Als Entwicklungs- und Fertigungspartner im Bereich Schaltschrank- und Schaltanlagenbau übernimmt das Unternehmen auch die Realisierung individueller Automatisierungs­lösungen – von der Planung, über die Fertigung, bis hin zum After-­Sales-Service. Im Aufabenspektrum inbegriffen sind ebenso die Projektabwicklung, Serienfertigung der Schränke oder die Modernisierung bestehender Anlagen.

Wie effizient der Systemgedanke in der Schaltschranktechnik tatsächlich umgesetzt wird, zeigt Rittal am Beispiel des Einzelschranks SE 8. Er ist mit den Zubehörteilen des Anreihsystems TS 8 kompatibel. Für Schaltschrankbauer bedeutet das weniger Lagerhaltung und identische Bestellprozesse. Hinzu kommt die Verfügbarkeit einbaukompatibler Klimatechnologien – vom Lüfter bis zum Klimagerät – und die Auswahl verschiedener Schranktypen. Da der Systembaukasten für den Innenausbau von SE 8 und TS 8 völlig identisch ist, kann der Schaltanlagenbauer auch dann mit der Planung beginnen, wenn noch unklar ist, ob ein Einzel- oder Anreihschrank benötigt wird.

Einzelschranksystem SE 8

Einzelschranksystem SE 8 Rittal

Über 200 Einzelschränke der Serie SE 8 verbaut die Firma Ripploh jährlich. Die Bandbreite reicht von Stand-alone-Steuerschränken etwa bei Müllpressanlagen für die Recycling-Industrie oder bei Holzpressen. „Da wir für die Stand-alone-Anwendungen das gleiche Zubehörprogramm wie bei dem klassischen TS-8-Anreihsystem nutzen“, erklärt Andreas Ripploh, geschäftsführender Gesellschafter, „müssen unsere Mitarbeiter nicht permanent umdenken. Das reduziert mögliche Fehler, die eventuell schon bei der Bestellung auftreten können und sich dann über die Montage bis zum verspäteten Liefertermin durchziehen können.“ Speziell in großer Baubreite generiert der SE-8-Einsparpotenziale bei Ripploh. Bis zu einer Breite von 1.800 mm lieferbar, muss der Anwender keine schmaleren Anreihschränke kombinieren, um den benötigen Schaltschrankraum zu generieren. „Wenn bei einem Projekt klar ist, dass die Anlage nicht erweitert wird und ein Einzelschrank ausreicht, ist der SE 8 dank seiner identischen Technik eine absolute Alternative zu Anreihsystemen – auch preislich gesehen“, betont der Elektroingenieur.

Schranktechnik aus einen Blech

Im Gegensatz zu den Anreihschränken mit Rahmengestell und abnehmbaren Seitenwänden ist der Korpus des SE-8-Einzelschranks aus einem Stück gefertigt. Dadurch entfallen Zeit und Materialkosten für Montage oder Erdung der Wände und des Dachblechs. Bei Türen, Montageplatten, Rückwand und Bodenblechen setzt Rittal den Systemgedanken wieder konsequent um: Diese Teile sind identisch mit dem TS-8-System und können für Bearbeitung oder Vormontage leicht demontiert werden.

Da Rittal das Einzelschranksystem SE 8 an die bestehende Systemplatt-form TS 8 ‚angedockt‘ hat, bestehen dieselben effizienten Ausbaumöglichkeiten wie bei klassischen Anreihsystemen.

Da Rittal das Einzelschranksystem SE 8 an die bestehende Systemplatt-form TS 8 ‚angedockt‘ hat, bestehen dieselben effizienten Ausbaumöglichkeiten wie bei klassischen Anreihsystemen. Rittal

Speziell die für beide Schrankserien identische Montageplatte erschließt neue Möglichkeiten für das Engineering. Anlagenbauer wie Ripploh können auch nach kompletter Planung, Bearbeitung und Verdrahtung der Montageplatte noch entscheiden, ob sie die Platte anstatt in einen Anreihschrank (TS 8) nun doch in einen Einzelschrank (SE 8) montieren. Da auch die Schrankprofile für den Innenausbau für beide Serien kompatibel sind, lässt sich das umfangreiche TS-8-Systemzubehör wie Montage-Chassis, Tragschienen und Profilschienen ebenso im Einzelschrank verwenden.

Standardisierung ausgebaut

Standardmäßig in Schutzart IP55/Nema 12 ausgeführt macht Rittal auch das Einzelschranksystem fit für extreme Einsätze, die einen erhöhten Schutz gegen eindringenden Staub und Wasser erfordern: Zur Hannover Messe sind die Einzelschränke auch in der Schutzart IP66/Nema 4/4x verfügbar und erfüllen serienmä-ßig wie die Standardversion nahezu alle wichtigen Zulassungen und Approbationen, beispielsweise UL- und cUL. Bei dem für Nema 4/4x erforderlichen Testverfahren (Hosedown Test) sind alle mit Dichtungen versehenen Gehäuseteile einem Wasserstrahl mit einem Durchfluss von über 240 l/min über mehr als 40 min ausgesetzt. Zusätzlich schließt das Testverfahren eine Prüfung des Staubschutzes, der Korrosionsbeständigkeit sowie eine Prüfung von Beschädigungen durch äußere Eisbildung mit ein. Diese extremen Testbedingungen werden bei Rittal nicht nur einmal und unter Laborbedingungen zur Markteinführung getestet. Als Serienhersteller wiederholt die Qualitätssicherung solche Prüfungen fertigungsbegleitend.

Andreas Ripploh, Geschäftsführender Gesellschafter von Ripploh Elektrotechnik: „Der SE-8-Einzelschrank ist für uns sehr von Vorteil, da wir bei Stand-alone-Anwendungen das gleiche Zubehörprogramm wie bei den ­TS-8-Anreihschränken einsetzen können“.

Andreas Ripploh, Geschäftsführender Gesellschafter von Ripploh Elektrotechnik: „Der SE-8-Einzelschrank ist für uns sehr von Vorteil, da wir bei Stand-alone-Anwendungen das gleiche Zubehörprogramm wie bei den ­TS-8-Anreihschränken einsetzen können“. Rittal

Die Flexibilität des Einzelschranks zeigt sich auch beim Einsatz als PC-Schrank. Er schafft speziell für im Ursprung nicht industriegeeignete Hardware eine Möglichkeit, diese in rauer Industrieumgebung einbringen zu können, etwa Standard-PCs und Server oder Drucker. Da der PC-Schrank mit seiner Tastaturaufnahme, einem Mousepad sowie einem Sichtfeld für Monitore ausgestattet ist, wird er gleichzeitig zum vollwertigen Arbeitsplatz. Durch die Kompatibilität mit dem Systemzubehör lassen sich weitere Komponenten wie Geräteböden und 19″-Profile einbauen. Für eine Anpassung an den jeweiligen Anwendungs­bereich stehen für die Tastatur beispielsweise wahlweise ein Pultvorbau, eine Schublade oder Klapplade zur Verfügung. Der obere Teil des PC-Schranks ist für den Einbau eines Monitors vorgesehen (mit Einscheibensicherheitsglas). Er ist aber auch mit geschlossener Blende lieferbar, um zum Beispiel einen Panel-PC aufzunehmen. Ebenso gibt es Varianten für den individuellen Einbau von Bedien- und Meldegeräten, Not-Aus-Tastern oder Schnittstellen.

Hannover Messe 2014
Halle 11, Stand E06