Die Baustelle war die 3,5 Kilometer lange Verbindungsstrecke Groß Gerungs ?
Groß Schönau im Waldviertel. Im Beisein von DI Helmut Leopold, Leiter Plattform- und Technologiemanagement von Telekom Austria, und den Linientechnik-Experten von Telekom Austria, wurde das alte Kabel mit der Kabel-X-Technologie entkernt und auf Glasfasertechnologie umgerüstet. Trotz der sehr schwierigen örtlichen Gegebenheiten wie dichtem Wald, morastartigem Boden und mit Muffen versehenen alten Kupferkabeln erfolgte die komplette Aufrüstung auf einen hochtechnologischen Datenhighway innerhalb kurzer Zeit.
“Vielen Dank an DI Helmut Leopold und seine Experten aus der Linientechnik für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Kabel-X-Pilotprojekt in Niederösterreich. Es konnten Leistungsfähigkeit, Geschwindigkeit, Effizienzsteigerung im Breitbandausbau auf bestehenden Kabeltrassen sowie Kupfer-Rückgewinnung dem Kunden Telekom Austria schnell und effizient vorgeführt werden”, ist Erfinder Alois Pichler zufrieden.
DI Helmut Leopold zieht nach erfolgreichem Abschluss der Baustelle in Groß Gerungs Bilanz: “Telekom Austria betreibt nicht nur die größte Kommunikationsinfrastruktur des Landes, sondern entwickelt diese auch unter wirtschaftlichen Aspekten weiter. So gesehen ist das Kabelausziehverfahren von Kabel-X innovativ, das Einsparungspotenzial erfreulich. Wir können unsere Infrastruktur dort, wo dieses Verfahren Sinn macht, leichter für zukünftige Anforderungen optimieren.“
So funktioniert Kabel-X
Konkret geht ein solcher Kabelaustausch so vor sich: Soll von einem Kunden wie etwa Gemeinde, Firmen oder Endverbraucher das alte Kupferkabel auf moderne Glasfaser ausgetauscht werden, um Teleworking, e-health, e-government, e-learning, e-entertainment, Sicherheits-Fernüberwachung oder privaten Informationsaustausch in Ist-Zeit am Computer zu bearbeiten, braucht man mit der Kabel-X-Technik nicht wie bisher die gesamte Trasse aufzugraben, sondern stößt nur an zwei kleinen Punkten zu den Strängen vor, nämlich am Anfang und am Ende der gewünschten Strecke.
Dann wird unter Druck ein spezielles Kabel-X-Gleitfluid (100% biologisch) in den alten Kabelstrang hineingepresst; das Schmiermittel füllt den Raum zwischen Kabelmantel und Kabelseele von einem Ende zum anderen aus. Von der einen Seite wird dann die alte Kabelseele mechanisch herausgezogen und sauber für eine umweltgerechte Entsorgung bzw. Verwertung aufgewickelt. Am anderen Ende des alten Stranges werden die neuen Leerverrohrungen für das hochleistungsfähige Glasfaserkabel im selben Arbeitsgang passgenau mit eingezogen.
Die Vorteile von Kabel-X
Abgesehen vom Umweltaspekt, den dieses Verfahren bietet (das Kupfer kann komplett dem Recycling zugeführt werden), sind es natürlich die minimierten Kosten, die Kabel-X so attraktiv machen. Ebenso ist ein Großteil der behördlichen Genehmigungsverfahren nicht mehr nötig, da Kabel-X-Arbeiten als Service und nicht als Neuerrichtung eingestuft werden. Auch die allfälligen aufreibenden Verhandlungen mit Grundstückseignern gehören der Vergangenheit an.
Und weil der alte Kabelmantel weiter benutzt wird, gibt es noch zusätzliche Vorteile: Vorhandene Netze können wieder genutzt werden, und die neue Verkabelung ist doppelt geschützt. Bis zu 400 Meter in einem Abschnitt können mit Kabel-X bearbeitet werden. Dazu kommt die Rückgewinnung und Wiederverwertung des aus den alten Leitungen gewonnenen Kupfers.
Die österreichische Kabel-X-Technologie ist in 110 Ländern weltweit patentiert.
Kabel-X wurde im November 2005 für das revolutionäre Austauschverfahren mit dem Niederösterreichischen Innovationspreis ausgezeichnet, und im März 2006 beglückwünschte Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein Kabel-X-Geschäftsführer Mag. Ralph Hofmann sowie Erfinder Alois Pichler für die innovative Idee mit einer Urkunde für weitsichtige und mutige Top-Unternehmer.