„Im Moment kommt die Nachfrage nach unseren IoT-Cloud-Lösungen aus den großen Unternehmen und noch nicht von den Mittelständlern“, sagte Telekom-Vorstand Reinhard Clemens und CEO der Telekom-Tochter T-Systems auf der Hannover-Messe.

„Im Moment kommt die Nachfrage nach unseren IoT-Cloud-Lösungen aus den großen Unternehmen und noch nicht von den Mittelständlern“, sagte Telekom-Vorstand Reinhard Clemens und CEO der Telekom-Tochter T-Systems auf der Hannover-Messe.

Redaktion IEE

Mit einem sogenannten ‚Smart Fridge‘ zeigte die Telekom ein simples Beispiel einer Fernüberwachung mit einer IoT-Cloud-Lösung: Ein gewöhnlicher Kühlschrank wird mit einem Temperatursensor bestückt und die Messwerte werden via Mobilfunk an die Telekom-Cloud übermittelt. Mit der Anbindung an die Cloud kann der Anwender dort sein eigenes Dashboard entwerfen, mit den Messdaten Trendanalysen und eine Anomalie-Erkennung durchführen oder auch Alarmierungen bei bestimmten Grenzwerten festlegen. „Eigentlich eher ein Gimmick“, meinte der Telekom-Vorstand Reinhard Clemens und CEO der Telekom-Tochter T-Systems über das Kühlschrank-Exponat beim Rundgang über den Messestand. Dennoch hat das Exponat Sinn und Zweck: Das Beispiel soll Unternehmen anregen, eine Sensor-Datenverbindung via IoT an eine Cloud einfach selbst auszuprobieren. „Deshalb bieten wir dafür einen preiswerten Starter-Kit Cloud der Dinge an“, sagte Clemens. Er enthält bereits alles an Hardware, was man für eine Fernüberwachung braucht: Gateway mit Mobilfunk-Modul, Multifunktionssensoren und einen zusätzlichen Sensorgeber. Unternehmen müssen dafür kein langwieriges IT-Projekt aufsetzen und die einzelnen Komponenten zusammensuchen oder programmieren; die Komponenten funktionieren miteinander. Der Anwender kann so praktisch sofort sein erstes IoT-Cloud-Projekt starten.

Schmalband-IoT und 5G-Mobilfunk

Mit einem sogenannten ‚Smart Fridge‘ zeigte die Telekom beispielhaft, wie eine Fernüberwachung mit Datenanbindung via Mobilfunk an die Telekom-Cloud und den entsprechenden Auswertemöglichkeiten im Internet funktioniert.

Mit einem sogenannten ‚Smart Fridge‘ zeigte die Telekom beispielhaft, wie eine Fernüberwachung mit Datenanbindung via Mobilfunk an die Telekom-Cloud und den entsprechenden Auswertemöglichkeiten im Internet funktioniert.

Redaktion IEE

Als neue und betriebsbereite Funknetzwerktechnik zeigte das Unternehmen Anwendungen mit dem Schmalbandnetz für das Internet der Dinge, das so genannte Narrowband Internet of Things (NB-IoT). Mit NB-IoT wird das Internet der Dinge massentauglich, heißt es bei der Telekom, weil die  verwendeten Funkmodule Zustandsinformationen von Maschinen oder Waren auch in schwierigen Umgebungen, etwa aus Kellern, zuverlässig übertragen. Die Funklösung wird daher beispielsweise zum Ablesen von Stromzählern in mehrgeschossigen Gebäudekellern eingesetzt.

Anhand eines Roboters führte die Telekom vor, was mit dem kommenden Mobilfunk-Kommunikationsstandard 5G möglich sein wird. 5G ermöglicht geringe Reaktionszeiten von unter einer Millisekunde für Befehle und Datenübertragung. Dies erlaubt eine synchrone Robotersteuerung in Echtzeit. Bis der 5G-Standard zur Verfügung steht, wird es allerdings noch etwa drei Jahre dauern.

Schutz vor unerlaubten Zugriffen und Cyber-Attacken

‚Industrial Access Protect Pro‘ ist eine neue und besonders sichere Fernwartungslösung, die keine direkten Zugriffe externer Techniker auf die betreuten Anlagen zulässt.

‚Industrial Access Protect Pro‘ ist eine neue und besonders sichere Fernwartungslösung, die keine direkten Zugriffe externer Techniker auf die betreuten Anlagen zulässt.

Redaktion IEE

Taucht in einer Industrieanlage oder kritischen Infrastruktur wie zum Beispiel einem Kraftwerk ein Fehler auf, schaltet sich heute ein Techniker aus der Ferne auf die Anlage und untersucht den Fall. Die Schnittstellen von außen sind allerdings ein potenzielles Einfallstor für Angreifer. Mit der Security-Lösung ‚Industrial Access Protect Pro‘ zeigte die Telekom/T-Systems einen virtuellen Raum in der Cloud, in dem der externe Techniker und die Industrieanlage miteinander interagieren können, ohne dass dieser Techniker direkten Zugriff auf die eigentliche Anlage hat. Denn die einzelnen Wartungsverbindungen müssen stets von Kundenseite freigeschaltet werden. So behält der Anlagenbetreiber eine granulare Kontrolle über jeden einzelnen Zugriff, kann die Arbeiten in Echtzeit überwachen, aufzeichnen und dokumentieren. So kann jederzeit nachvollzogen werden, wer wann auf welche Anlage zugegriffen und welche Wartungsarbeiten ausgeführt hat. Die technische Lösung dafür besteht aus einem so genannten Rendezvous-Server, einem Managementportal und Verschlüsselungsinstanzen. Die Telekom beziehungsweise T-Systems offerieren diese Lösung gemeinsam mit dem deutschen IT-Sicherheitshersteller Genua.

„Die Daten, die wir in der Telekom-Cloud speichern, befinden sich physisch alle in deutschen Rechenzentren“, erklärte Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division & Telekom Security von T-Systems auf der Hannover-Messe.

„Die Daten, die wir in der Telekom-Cloud speichern, befinden sich physisch alle in deutschen Rechenzentren“, erklärte Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division & Telekom Security von T-Systems auf der Hannover-Messe.

Redaktion IEE

Aus ihrem Sicherheits-Portfolio zeigte Telekom/T-Systems außerdem zwei Sicherheitslösungen, die bereits auf der Messe Cebit im März Premiere hatten. ‚Industrial Threat Protect Pro‘ ist eine selbstlernende Lösung zur Aufdeckung von Anomalien im Kommunikationsverhalten einer Industrieanlage. Sie erkennt sowohl Angriffe, schlägt aber auch Alarm bei betrieblichen Störungen, die nicht auf Cyber-Angriffe zurückzuführen sind. Die Anomalie-Erkennung hat das israelische Unternehmen CyberX entwickelt.

‚Industrial Network Protect Pro‘ ist eine verteilte, vor allem auf Prävention ausgerichtete Firewall-Lösung für Industrienetzwerke. Sie ermöglicht es, das Kundennetz in abgesicherte Zonen zu unterteilen und außerdem die Datenflüsse zwischen den Zonen zu überwachen und zu kontrollieren. Damit werden unberechtigte Zugriffe auf Steuerungssysteme und ein ungewollter Datenabfluss verhindert. Entwickelt hat diese Firewall das israelische Unternehmen Radiflow.