Die Thyssen Krupp Stahl AG in ihrer Funktion als Baubetreuer der Carbonaria GmbH & Co. KG erteilte ABB als elektrotechnischem Generalunternehmer den Auftrag über die Lieferung der kompletten elektrischen und leittechnischen Ausrüstung für die neue Kokerei in Schwelgern.


Das Projekt wird unter Federführung der ABB Automation Systems GmbH in Zusammenarbeit mit der ABB Automation Products GmbH, der ABB Gebäudetechnik AG sowie der ABB Schaltanlagen GmbH abgewickelt.


Die neue Anlage wird auf allen Automatisierungsebenen durchgängig vernetzt. Der lückenlose Datenfluss reicht von der Betriebsleitebene bis zum einzelnen Messfühler. Die produktionstechnische Aufteilung der Kokerei in die Betriebseinheiten



  • Kohlevorbehandlung,

  • Koksofenbatterien mit Kokskühlung,

  • Koksbehandlung und der

  • Kohlenwertstoffanlage

stellt besondere Anforderungen an die Ausführung der Prozessleittechnik. Für die Basisautomatisierung kommt der ControlIT-Baustein CMC 70 zum Einsatz. 30 Bedienstationen mit weiteren 68 Bildschirmen bilden die Bedien- und Beobachtungsebene, die mit OperateIT realisiert wird. Die Feldgeräte der Anlage werden über Profibus DP/PA direkt an das Leitsystem angebunden und können mittels EngineerIT konfiguriert und parametriert werden.


Größte bisher realisierte Profibusinstallation


Mit rund 25000 I/Os ist dies die weltgrößte Profibusinstallation im Bereich der industriellen Anlagentechnik. Der Auftrag umfasst neben den mess-, steuer- und regelungstechnischen Einrichtungen die Lieferung der erforderlichen Analysentechnik sowie die Mittelspannungs- und Niederspannungsschaltanlagen einschließlich der Transformatoren. Darüber hinaus übernimmt ABB als Generalunternehmer auch die Errichtung zahlreicher Nebenanlagen wie Werksbeleuchtung sowie die Kommunikationseinrichtungen.


Die Übergabe der fertigen Anlage soll 2003 erfolgen. Die neue Kokerei Schwelgern wird im Vergleich zu der Kokerei August Thyssen, die mit Inbetriebnahme der neuen Anlage stillgelegt wird, mit nur zwei Batterien je 70 Koksöfen statt der bislang sechs Batterien mit 354 Koksöfen betrieben. Es werden dann dort täglich rund 10600 t Kohle zu Koks verarbeitet. Die Jahresproduktion wird bei rund 2,5 Mio. t Koks liegen.