Toshiba erwägt die Ausgründung seiner Halbleitersparte, um Verluste aus dem Nukleargeschäft auszugleichen und auf dem Speichermarkt konkurrenzfähig zu bleiben.

Toshiba erwägt die Ausgründung seiner Halbleitersparte, um Verluste aus dem Nukleargeschäft auszugleichen und auf dem Speichermarkt konkurrenzfähig zu bleiben. pichetw, fotolia

Die Ausgründung und frisches Kapital könnte Toshiba vor allem gegenüber dem Konkurrenten Samsung wettbewerbsfähig halten, da gerade in der Halbleiterindustrie jährlich milliardenschwere Investitionen notwendig sind, um mit technologischen Entwicklungen Schritt halten zu können. Die Halbleitersparte ist neben dem Nuklearbereich das Kerngeschäft von Toshiba. Besonders die Herstellung von Flash-Speicherchips ist ein unstetiger, aber wachsender Marktbereich, da immer mehr Hersteller Flashspeicher anstatt herkömmlicher Festplatten verbauen.

Marktführer Samsung hat laut dem Marktanalysten IHS Markit einen Marktanteil bei Flash-Speichern von 35 Prozent, gefolgt von Toshiba mit 20 Prozent. Toshiba plant bis 2019 etwa 7,6 Milliaren US-Dollar in den Geschäftsbereich zu investieren und wird von seinem Joint-Venture-Partner Western Digital unterstützt, der mit 15 Prozent Marktanteil auf Platz drei folgt.

Im vergangenen Jahr verbuchte Toshiba einen Verlust von umgerechnet zwei Milliarden US-Dollar in seinem Kernreaktorgeschäft. Toshibas Speicher- und Elektroniksparte hat jedoch bis Ende September letzten Jahres seinen operativen Gewinn deutlich erhöht. Laut Marketwatch empfehlen Analysten deshalb schon seit Längerem die Ausgründung der Halbleitersparte, um ihr Potential maximal auszuschöpfen und nicht von verlustbehafteten Geschäftsbereichen ausgebremst zu werden. Die Geschäftsführung von Toshiba mahnte jedoch zur Vorsicht bei der Ausgründung, da Technologien von Toshiba damit in fremde Hände fallen könnten.

Stattdessen hat Toshiba im vergangenen Jahr den Bereich Medizintechnik, der unter anderem MRI-Scanner herstellt, für knapp 6 Milliarden US-Dollar an Canon verkauft, um sein Kapital aufzustocken. Toshiba hat nach dem Bilanzskandal in 2015 einen schweren Stand und wird von der Tokyo Stock Exchange entsprechend beobachtet. Die japanische Regierung und Banken haben dem Unternehmen jedoch Unterstützung signalisiert, da Toshibas Nuklear- und Verteidigungssparte auch die nationale Sicherheit betreffen.