Es blieb spannend bis zuletzt: Noch vor wenigen Stunden machten Gerüchte die Runde, dass der angeschlagene japanische Elektronikkonzern TMC, sein Speichermedien-Tochterunternehmen, an einen Bieterkreis um Western Digital verkaufen würde. Mit den Amerikanern verbindet Toshiba das gemeinsame Joint Venture San Disk – aber auch ein erbitterter Streit um Zustimmungs- und Erstkaufsrechte, was die Abspaltung der Speichersparte angeht.

Bain

Mit der Entscheidung, die Speichermedien-Tochter TMC an eine Investorengruppe um Bain Capital zu verkaufen, könnte Toshiba bald ruhigeren Zeiten entgegensehen. (Bild: Toshiba-Europa-Zentrale in Neuss) Toshiba

Am heutigen Mittwoch gab der schwer angeschlagene japanische Elektronikriese bekannt, dass das Bieterkonsortium um die US-Investorengruppe Bain den Zuschlag erhalten hat. Dem Zusammenschluss gehören unter anderem Apple, Dell, Kingston Technology und Seagate Technology an. Die Entscheidung, TMC für 18 Milliarden US-Dollar zu veräußern, wurde wohl auf einer Sitzung des Toshiba-Managements  getroffen. Vor allem die Beteiligung von Apple dürfte ein entscheidender Faktor für die Verkaufsentscheidung des weltweit zweitgrößten Herstellers von NAND-Memory-Chips sein: Toshiba möchte vermeiden, die marktdominierende Stellung des Erzrivalen Samsung weiter zu stärken.

Zudem eröffnet der Verkaufszuschlag vor Ende September Toshiba eine Chance auf finanzielle Konsolidierung oder auch um das Überleben. Auf diese Weise kann der Verkauf bis Ende März 2018 abgeschlossen werden, was dem Konzern ermöglicht, weiter an der Tokioter Börse gelistet zu bleiben.