Eine Schlussfolgerung gleich zu Anfang: „Das Thema, das die Branche am meisten verändern wird, sind digitale Services“, berichtet Bonifaz Maag, Geschäftsführer von Kugler Maag in Ludwigsburg in seinem Vortrag über „die digitale Transformation von F&E“. Darin hebt er einige Ergebnisse der Management-Survey „Software Drives. Digital Capabilities for Automotive Innovators 2030“ hervor.

Bonifaz Maag (Kugler Maag): „Das Thema, das die Branche am meisten verändern wird, sind digitale Services.“

Bonifaz Maag (Kugler Maag): „Das Thema, das die Branche am meisten verändern wird, sind digitale Services.“ Matthias Baumgartner

Weil die Kunden in unserer Dienstleistungswelt eine nahtlose User-Experience erwarten, müssten sich die Anbieter stets aufs Neue um die Kundengunst bewerben. „Daher endet künftig die Produktentwicklung nicht mit dem SOP beziehungsweise der Auslieferung“, beschreibt Bonifaz Maag die Zukunft. „Elektroniksysteme müssen vielmehr über den gesamten Nutzungszyklus des Fahrzeugs wartbar und kontinuierlich durch Funktionserweiterungen attraktiv gehalten werden – ohne Abstriche bei Sicherheitsanforderungen.“

An OTA-Updates (über die Luftschnittstelle) gehe kein Weg vorbei. Die Studie misst dem Thema Datensicherheit/Cyber-Security eine hohe Bedeutung zu: „Die Automobil-Industrie wird es sich nicht leisten können, dass jedes Unternehmen für sich selbst eine entsprechende Kompetenz im Bereich Security aufbaut, denn die Bedrohungslage ist für alle Unternehmen die gleiche.“ Es helfe allen, wenn man mit gemeinsamen Kräften Bedrohungen bekämpfe. Maag betont, dass es im Rahmen der digitalen Transformation zu Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle, auf die Prozesse und Abläufe sowie auf die Automotive-Organisation ankomme, sodass der „Gestaltung des Kulturwandels und des neuen Führungsverständnisses“ eine spezifische Rolle zukäme.

Start-ups

Rolf Morich ( Open Synergy): „Start-ups kommen mit innovativen Lösungen und neuem Know-how. Daher sind Start-ups notwendig, um die Innovation zu beschleunigen.“

Rolf Morich ( Open Synergy): „Start-ups kommen mit innovativen Lösungen und neuem Know-how. Daher sind Start-ups notwendig, um die Innovation zu beschleunigen.“ Matthias Baumgartner

„Teamlauf mit Hürden – die Rolle von Start-ups in der Automobilindustrie“ lautet der Titel des Vortrags von Rolf Morich, Geschäftsführer von Open Synergy. Er betont zunächst, dass Start-ups es den OEMs und Tier-1s ermöglichen, mit der wachsenden Systemkomplexität effizienter umzugehen und berichtet dann etwas aus dem Alltag eines Start-ups, das aufgrund seiner Größe mittlerweile eigentlich schon (fast) kein Start-up mehr ist. Die zahlreichen disruptiven Veränderungen der Branche bringen Risiken und Chancen gleichzeitig mit sich. „Start-ups helfen dabei, den Veränderungs-Prozess zu beschleunigen“, ordnet Rolf Morich ein, „Start-ups kommen mit innovativen Lösungen und neuem Know-how. Daher sind Startups notwendig, um die Innovation zu beschleunigen.“

Um die Vorteile von Start-ups optimal nutzen zu können, seien einige Punkte besonders wesentlich. Zunächst müssten die Konzerne eine start-up-freundliche Umgebung entwickeln, dann aber auch das entsprechende Venture-Capital zur Verfügung stellen und den Zugang zu den OEMs bekommen, um näher am Endkunden zu sein. Wichtig sei auch, die Anforderungen in punkto Vorgaben und Standards minimal zu halten sowie die (andere) Denkweise zu akzeptieren.

Die Moderatoren auf dem 21. Automobil-Elektronik-Kongress

Ein herzliches Dankeschön an Dr. Peter Steiner (Audi Electronics Venture, links) und Christof Kellerwessel (Ford)!

Ein herzliches Dankeschön an Dr. Peter Steiner (Audi Electronics Venture, links) und Christof Kellerwessel (Ford)! Matthias Baumgartner

In bewährter Art und Weise führten auch in diesem Jahr wieder Dr. Peter Steiner, Geschäftsführer der Audi Electronics Venture GmbH, und Christof Kellerwessel, Chefingenieur Elektrik/Elektronik-Systementwicklung (sprich: E/E-Leiter) Europa bei Ford, durch das Programm in Ludwigsburg. Wie zuvor moderierte Christof Kellerwessel den ersten Tag, während Dr. Peter Steiner für den zweiten Tag zuständig war. Dabei bauten sie jeweils so manche Brücke zwischen Referenten und Fachbesuchern, brachten zusätzlich aber auch noch wesentliche Aspekte mit ein, die in den Fragerunden nach den Vorträgen dann für ergänzende Betrachtungs- und Sichtweisen sorgten.