Trendwende

Nachdem in den vergangenen Monaten das Rezessions-Schwert bedrohlich über uns baumelte, mehren sich nun die Anzeichen, dass das Schlimmste überstanden ist. So ist zum Beispiel das vom ZVEI erhobene Book-to-Bill-Ratio des deutschen Halbleitermarktes sowohl im Februar als auch im März wieder auf über 1,0 gestiegen und die Auftragseingänge legen ebenfalls monatlich zu.
Eine viel gewichtigere Bedeutung kommt aber den aktuellen Quartalszahlen vom Wirtschaftsmotor #1 ? den Vereinigten Staaten von Amerika ? zu. Dort haben die hohe Kaufbereitschaft der Verbraucher und die Belebung der US-Exporte die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal stärker wachsen lassen als in den vergangenen 24 Monaten. Das Bruttoinlandsprodukt der USA stieg nach vorläufigen Angaben des Handelsministeriums zum Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,8 Prozent nach plus 1,7 Prozent im Schlussquartal 2001. Die Konsumenten gaben den Angaben zufolge im ersten Quartal 3,5 Prozent mehr als in den letzten drei Monaten 2001 aus. Und das schlägt sich im mit Abstand größten Verbrauchermarkt der Welt deutlich zu Buche.
Positiv werten Volkswirte auch das deutlich geringere Tempo, mit dem die Unternehmen im ersten Quartal ihre Lagerbestände zurückgefahren haben. Die Bestände verringerten sich nur noch um 36,2 Milliarden Dollar nach einem Minus von 119,3 Milliarden Dollar im Vorquartal. Dies zeigt, dass die Wirtschaft tatsächlich wächst und das BIP-Plus nicht nur auf dem Verkauf von Lagerwaren beruht.
Bleibt zu hoffen, dass diese positiven Anzeichen sich auch am heimischen Markt bemerkbar machen und nicht unterwegs verloren gehen.