TRW geht 2013 mit seinem Autosar-basierten Sicherheitsdomänen-Steuergerät in Serie, das dem Trend zu Domänenarchitekturen mit offener Systemarchitektur gerecht wird.

TRW geht 2013 mit seinem Autosar-basierten Sicherheitsdomänen-Steuergerät in Serie, das dem Trend zu Domänenarchitekturen mit offener Systemarchitektur gerecht wird.TRW

TRW erwartet auch für 2013 einen deutlichen Zuwachs im Bereich Fahrzeugelektronik. Ein wesentlicher Treiber sind dabei der Gesetzgeber und Verbraucherorganisationen, die mehr aktive Sicherheitssystemen fordern: Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistenz und automatische Notbremsung helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Der Euro-NCAP verschärft die Kriterien seines Sicherheits-Ratings, um die Ausstattung von Neufahrzeugen mit einer automatischen Notbremse voranzutreiben. TRW geht daher davon aus, dass Fahrerassistenzsysteme von einer Sonderausstattung immer mehr zur Standardfunktion wachsen. Um fünf Sterne zu erhalten, müssen Fahrzeughersteller künftig serienmäßig Umfeldsensorik integrieren. Erschwingliche Kamera- und Radarsysteme rücken folglich immer stärker in den Fokus.

Von der Sonderausstattung zur Standardfunktion

Dr. Hans-Gerd Krekels, Engineering Director Global Integrated Electronics bei TRW, erklärt: „Bei Airbags und elektronischen Stabilitätskontrollen haben wir die gleiche Entwicklung beobachtet. Diese Systeme sind in den etablierten Märkten Standard – damit steigt auch der Preisdruck. Die Fahrzeughersteller erwarten von ihren Zulieferern nach einer gewissen Zeit einen Preissprung nach unten.“

Peter Lake, Executive Vice President Sales & Business Development bei TRW, führt weiter aus: „Die Fahrzeugelektronik ist der Bereich in der Automobilindustrie, der am schnellsten wächst: Während dieser Bereich vor zehn Jahren etwa 20 Prozent der Fahrzeugkosten ausgemacht hat, sind es heute bereits 40 bis 50 Prozent. Diese Entwicklung wird durch das ehrgeizige Ziel verschiedener Organisationen wie Weltgesundheitsorganisation oder Europäische Kommission beschleunigt, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 weltweit drastisch zu reduzieren. Um diese Vision zu unterstützen, hat auch Euro-NCAP sein Bewertungsschema überarbeitet. Erste Änderungen im Bewertungs- und Testverfahren werden bereits ab 2013 umgesetzt.“

Domänen-Architekturen

TRW registriert außerdem einen Trend hin zu Domänen-Architekturen, die der steigenden Komplexität bei der Vernetzung und Kommunikation elektronischer Systeme begegnen und gleichzeitig die Flexibilität erhöhen. Die Safety-Domain-ECU, kurz SDE, wird dieses Jahr bei einem großen europäischen Fahrzeughersteller in Serie gehen. „Ein zentraler Aspekt der SDE ist, dass in dieses Autosar-basierte Sicherheitsdomänen-Steuergerät Software-Funktionen von OEMs oder auch von Wettbewerbern integrierbar sind. Dabei bleibt der Programmcode für uns unkenntlich. Das heißt, diese Software-Funktionen vom OEM integrieren wir sozusagen als Black Box. Wir sehen eine große Nachfrage nach solchen offenen Systemarchitekturen, da immer mehr OEMs ihre eigene Software schreiben und von einem Lieferanten ins System integrieren lassen wollen – nicht nur im Bereich Sicherheit, sondern auch bei Airbags, Bremsen und Lenkung. Das hat enorm zugenommen und wird künftig exponentiell steigen“, schließt Krekels.