„2017 ist für Turck das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte“, so Christian Wolf anlässlich der Jahrespressekonferenz in der Unternehmenszentrale in Mülheim an der Ruhr. Turck

„2017 ist für Turck das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte“, so Christian Wolf anlässlich der Jahrespressekonferenz in der Unternehmenszentrale in Mülheim an der Ruhr. Redaktion IEE

Die Situation ist bei uns nicht mehr so gut wie seit etwa 10 Jahren“, fasst Christian Wolf das fast abgeschlossene Jahr 2017 zusammen. Sie erinnern sich: Damals brummte die Konjunktur ähnlich und fast jeder Automatisierungsanbieter glänzte mit Wachstumsraten jenseits der 20 %. Ganz so stark ist Turck dann doch nicht gewachsen. Bis zum Jahresende werden es 18 % Zuwachs sein, konkret von 530 Mio. Euro auf gut 600 Mio Euro. Umsatztreiber ist erneut die USA mit rund 280 Mio. Euro Umsatz (22% ). Als weitere positiver Effekt, kommt der schwache Dollarkurs hinzu.

Mit dem Firmware-Update unterstützt das RFID-Modul einfache Steuerungsaufgaben.

Mit dem Firmware-Update unterstützt das RFID-Modul einfache Steuerungsaufgaben. Turck

Vom Sensor in die Cloud

Das Fundament für das künftige Wachstum legt das Mülheimer Automatisierungsunternehmen im Rahmen seiner Unternehmensstrategie 2020. Mit auf der Agenda stehen die vier Schlüsseltechnologien:

  • IO-Link,
  • OPC UA
  • Ethernet und
  • RFID,

die für die Umsetzung von Industrie 4.0-Strategien und die Datenkommunikation mit den übergeordneten Software-Systemen notwendig sind. Hier hat Wolf konkrete Vorstellungen: „Man kann nicht über Industrie 4.0 reden, wenn man auf der Komponentenebene bleibt.“ Die Kunden benötigen nicht nur Hardware, sondern immer mehr komplette Systemlösungen.

Verstärkte Lösungskompetenz im Software-, System- und Dienstleistungsgeschäft, das im Hinblick auf Industrie 4.0 von strategischer Bedeutung ist, verspricht sich Turck von der Übernahme seines finnischen RFID-Turnkey-Lösungspartners Vilant Systems. Das Unternehmen hat mit vier Tochtergesellschaften in den 15 Jahren seines Bestehens über 1 000 RFID-Systeminstallationen realisiert und ist damit ein großer Player im industriellen RFID-Systemgeschäft. „Mit den rund 50 Spezialisten von Vilant können wir unsere Kunden auf dem Weg zu Industrie 4.0 unterstützen.

Unabhängig von der Beteiligung haben die RFID-Module ein Upgrade erfahren. Sie verfügen jetzt über Logikfunktionen auf Basis der lizenzfreien Programmierumgebung Argee. Die Field-Logic-Controller-Funktion (FLC) gibt Anwendern die Möglichkeit, kleine bis mittlere Steuerungsaufgaben direkt auf dem I/O-Modul auszuführen. Dies entlastet die Steuerung und erlaubt die Übertragung ausschließlich relevanter Daten. Das RFID-Modul TBEN-S kann ohne speziellen Funktionsbaustein einfach an SPS-Systeme angekoppelt werden. Eine weitere Neuerung betrifft die automatische Adressierung der busfähigen HF-RFID-Schreib-Lese-Köpfe durch Aktivieren der Schreib-Lese-Kopf-Adressen in den Parametern des Daten-Interfaces. Dies spart im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden deutlich Zeit, da sich die Schreib-Lese-Köpfe nacheinander anbinden und automatisch adressieren lassen. Zudem kann die Adressierung per Webserver/PACTware erfolgen.

Industrie 4.0 lebt von einer durchgängigen Kommunikation nach oben wie auch zu benachbarten Anlagen. Der Ethernet-Spanner ermöglicht diesen direkten Datenaustausch zwischen Ethernet/IP, Profinet und Modbus/TCP.

Industrie 4.0 lebt von einer durchgängigen Kommunikation nach oben wie auch zu benachbarten Anlagen. Der Ethernet-Spanner ermöglicht diesen direkten Datenaustausch zwischen Ethernet/IP, Profinet und Modbus/TCP. Turck

Der ‚Alte‘ geht von Bord

Eine Zäsur kündigt Wolf in der Geschäftsführung an: Ulrich Truck scheidet zum 1. März 2018 aus der Geschäftsführung aus. Damit wird erstmals in der Firmengeschichte kein Gesellschafter mehr in der Geschäftsführung aktiv sein.

Zum gleichen Zeitpunkt wird Christian Pauli, bislang Mitglied der Geschäftsleitung Finanzen, vom Beirat der Turck Holding GmbH als weiterer Geschäftsführer neben Christian Wolf berufen. Gemeinsam mit Guido Frohnhaus, Geschäftsführer der Werner Turck GmbH, bilden Wolf und Pauli auch die Geschäftsführung der Turck Holding. Im Zuge der Nachfolgeregelung werden die Verantwortlichkeiten der drei Geschäftsführer in der Holding neu geregelt: Frohnhaus ist für die Bereiche Fertigung und Entwicklung zuständig, Wolf verantwortet Vertrieb und Marketing, Pauli Finanzen, Personal und IT.

 

SPS IPC Drives 2017, Halle 7, Stand 350