„Mit der Kooperation bündeln wir unsere Kernkompetenzen, Turcks IP67-Expertise und das Safety-Know-how von Bihl+Wiedemann.“ Christian Wolf, Geschäftsführer Turck (rechts) und Jochen Bihl, Geschäftsführer Bihl+Wiedemann.

„Mit der Kooperation bündeln wir unsere Kernkompetenzen, Turcks IP67-Expertise und das Safety-Know-how von Bihl+Wiedemann.“ Christian Wolf, Geschäftsführer Turck (rechts) und Jochen Bihl, Geschäftsführer Bihl+Wiedemann. Redaktion IEE

Dass am Ende die 14 % Umsatzzuwachs in Landeswährung auf 6 % konsolidiertes Plus schmelzen, dafür ist vor allem der starke US-Dollar Schuld. Unterm Strich heißt das ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Der Einfluss des US-Dollars liegt zum einen am beachtlichen Umsatz-Anteil der USA in Höhe von 240 Millionen US-Dollar und zum anderen an den Märkten, deren Währungen an den Dollar gekoppelt sind. „Auch konjunkturell gesehen, war 2015 eher durchschnittlich“, so Christian Wolf, Geschäftsführer des Familienunternehmens. Umso erfreulicher sieht er deshalb die 6 % Zuwachs. „Wir haben sogar noch die Chance, die sieben zu knacken,“ betonte er auf einer Pressekonferenz in Köln.

Unverändert dagegen die ‚Hackordnung‘ im Unternehmen: Der Bereich Fabrikautomation hält 80 % am Umsatz, die Sparte Prozessautomation 20 % – mit einer Ausnahme: Russland. Getrieben durch Öl- und Gas-Projekte dominiert hier die Prozessautomation. Und die Marschrichtung für 2016 steht: Wolf peilt ein Plus von über 5 % an, das heißt 525 Millionen Euro. Im Rahmen der weiteren Internationalisierungsstrategie 2020 setzt Turck auf regionale Nähe und den Aufbau weltweiter Lösungskompetenz. Erreicht werden soll dies laut Wolf durch eine Fokussierung auf die Asean-Region (Verband Südostasiatischer Nationen), verbunden mit weiteren Investitionen in der Region. Geplant ist der Ausbau der Landesgesellschaft in Singapur zum regionalen Asean-Headquarter sowie die Intensivierung der Vertriebsaktivitäten in Thailand, Malaysia, Indonesien und Vietnam. Zudem soll in Asien eine Fertigung mit voller Wertschöpfungstiefe entstehen.

Kooperation mit Bihl+Wiedemann: Erste eigene Safety-Module

„Wir kommen aus dem Feld und sind stark im Bereich IP67-Komponenten, dezentrale Automatisierung und Sensorik“, schlägt Wolf die Brücke zu den Messeneuheiten. Von strategischer Bedeutung ist die Kooperation mit der Firma Bihl+Wiedemann, einem Experten für AS-Interface und Sicherheitstechnik. Bislang war Turck Vertriebspartner von B+W-Komponenten in Nordamerika. „Die Kooperation ermöglicht uns den kurzfristigen Aufbau eines eigenen sicherheitsgerichteten I/O-Portfolios. Insbesondere die Software-Entwicklung und das Zulassen von Safety-Lösungen verlangen viel Wissen und Erfahrung in diesem Bereich“, so Wolf weiter.

Erstes gemeinsames Kind: Gemischtes IO-Modul mit Safety und Standard-I/Os, das in vielen Installationen den Overhead an I/O-Kanälen reduziert.

Erstes gemeinsames Kind: Gemischtes IO-Modul mit Safety und Standard-I/Os, das in vielen Installationen den Overhead an I/O-Kanälen reduziert. Turck/Bihl+Wiedemann

Zur Messe zeigen Turck und Bihl+Wiedemann ein erstes Produkt ‒ ­hybride Safety-Block-I/O-Module. Bihl+Wiede­mann liefert für das Profinet/Profisafe-I/O-Modul die Safety-Elektronik für die sicheren Ein- und Ausgänge samt der zugehörigen Sicherheitssoftware zur Auswertung. Turck kombiniert diese auf der Hauptplatine mit den Standard- und IO-Link-Ports zu einem robusten Modul der Schutzklassen IP65/67/69K. Die Hybrid-Module sind flexibel an den konkreten Signalbedarf in der Maschine anpassbar. Auf der Safety-Seite stehen zwei sichere Eingänge zum Anschluss unterschiedlicher Sicherheitssensorik wie etwa Lichtgitter oder Not-Aus-Taster zur Verfügung. Zwei weitere sichere Kanäle sind als Ein- oder Ausgang nutzbar. Zudem gibt es für nicht sicherheitsgerichtete Signale vier universelle E/As, die bis zu 2 A schalten. Zwei dieser I/Os lassen sich als IO-Link-Master konfigurieren. Der Vorteil: Auf diesem Weg können in Kombination mit I/O-Hubs bis zu 32 I/Os zusätzlich an das Modul angebunden werden. Sowohl die Standard-Kanäle als auch ein IO-Link-Kanal können intern sicherheitsgerichtet abgeschaltet werden, was den Schaltungs- und Verdrahtungsaufwand von Hilfsantrieben und Ventilinseln vereinfacht. Das Safety-Modul ist für einen erweiterten Temperaturbereich von -40 bis 70 °C ausgelegt.

SPS IPC Drives 2015 – Halle 7, Stand 351