Erste Einsätze der robotergeführten Messtechnik zeigen, dass das neue softwareintensive Inspektionsverfahren mehr Lackfehler erkennt als das Auge des Facharbeiters.

Erste Einsätze der robotergeführten Messtechnik zeigen, dass das neue softwareintensive Inspektionsverfahren mehr Lackfehler erkennt als das Auge des Facharbeiters. Micro-Epsilon

Im September 2007 ging Micro-Epsilon eine Kooperation mit dem BMW-Werk Dingolfing und dem Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik der Universität Passau (Forwiss Passau) ein. Das Messtechnikunternehmen und die Universität Passau richteten das gemeinsame Forschungsprojekt auf die Entwicklung eines neuen optischen Messverfahrens für die industrielle Qualitätskontrolle spiegelnder Oberflächen aus. Das Projekt basiert auf einer bereits von den Projektpartnern entwickelten Software für Deflektometrie. Aufgabe der Lackspezialisten des BMW-Werkes Dingolfing war es dabei unter anderem, die nötigen Vergleichsdaten für das neue System zu liefern. Die Bayerische Forschungsstiftung förderte das gesamte auf zwei Jahre ausgelegte Projekt.

Ein wesentlicher Entwicklungsschritt im Projekt und Vorteil der Reflect Controll genannten Technologie ist die Möglichkeit, mit diesem Verfahren zusätzlich Lackfehler dreidimensional exakt zu erfassen. Das System kann also neben der Position auf dem Fahrzeug und der lateralen Ausdehnung eines Defekts auch die Höhe oder Tiefe des jeweiligen Merkmals mit einer Auflösung im einstelligen µm-Bereich erkennen. Zu der messtechnischen Oberflächenanalyse entwickelten die Projektpartner in einem weiteren Schritt ein Markierungsverfahren, das die gefundenen Fehlstellen direkt auf der Karosserie kennzeichnet.

Nach mehrjähriger Entwicklungszeit setzen mittlerweile mehrere Automobilhersteller das System in  ihren Fertigungslinien ein. Bis zu vier an Robotern angebrachte Systeme kontrollieren dort alle Karosserien, die die Messzelle passieren. Erste Einsätze der robotergeführten Messtechnik zeigen, dass das neue softwareintensive Inspektionsverfahren mehr Lackfehler erkennt als das Auge des Facharbeiters. Der Zeitaufwand für die Prüfung ist zudem kürzer.