Mit NET-GPRS wird ein Überwachungssystem für GPRS-Netze vorgestellt (General Packet Radio Service), das die flächendeckende Einrichtung dieser neuen Mobilfunktechnik beschleunigen und deren Leistungsvermögen im laufenden Betrieb analysieren kann. In GPRS-Systemen werden Daten paketweise zwischen Mobilfunkgeräten und einem externen, paketorientiert arbeitenden Netzwerk übertragen. Diese Methode der paketvermittelten Datenübertragung, die eine Ergänzung zu den bislang verwendeten GSM-Netzwerken bildet, erlaubt höhere Datenübertragungsraten und verkürzt die Zeitspanne des Verbindungsaufbaus.


Das neue Überwachungssystem NET-GPRS wurde von Tektronix dafür entwickelt, dass Netzbetreiber ihren Kunden die für alle Beteiligten vorteilhaften Datendienste schnell und komplikationsfrei anbieten können. NET-GPRS verkürzt die Einrichtungsphase der Netze und optimiert deren Betriebsverhalten. Dazu enthält das Überwachungssystem auf GPRS Tools, die auch bei der Fehlerbehandlung gute Dienste leisten. NET-GPRS gewährt einen schnellen Überblick auf das gesamte Netz Das Überwachungssystem nutzt, ohne das Betriebsverhalten des überwachten Netzes in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen, die Signalisierungs- und Datenkanäle (SS7/GSM und GPRS), die zur Infrastruktur jedes GPRS-Netzwerks gehören.


Über diese Kanäle kann NET-GPRS die vielen Schnittstellen überwachen, die an GPRS-Verbindungsprozeduren beteiligt sind. Dazu zählen GPRS-Attach, GPRS-Location-Update und andere. Das zentrale Leistungsmerkmal des Systems heißt „Procedure-Trace“. Netzbetreiber können damit wichtige Informationen über Wechselwirkungen innerhalb ihres GPRS-Netzes einholen. Dabei dürfen diese Informationen unterschiedlichen Schnittstellen entstammen, sie dürfen in unterschiedlichen Protokollstacks enthalten sein und sie dürfen sich sogar auf Transaktionen beziehen, die in unterschiedlichen geografischen Regionen des Netzes stattgefunden haben. Der Procedure-Trace fördert erheblich mehr Informationen zu Tage als herkömmliche Überwachungsmethoden, die z. B. in Vermittlungsstellen, in Netzwerkelementen oder Betriebsüberwachungszentralen (OMC) zur Anwendung kommen.


Zusätzlich, wird durch die netzwerkweite Übersicht von NET-GPRS weniger hochqualifiziertes Fachpersonal benötigt. Vor-Ort-Einsätze zum Zweck der Installation, Wartung, Fehlersuche oder zur Unterstützung des Aufbauprozesses entfallen, da das System es ermöglicht, die neu installierten GPRS-Netzwerk-Elemente zentral zu überwachen. Auch in der Fehlersuche und der Netzwerk-Optimierung schlägt der Procedure-Trace positiv zu Buche. Denn NET-GPRS sammelt alle mit seiner Hilfe beobachteten Transaktionen und Prozeduren in chronologischer Reihenfolge ein (History). Techniker können aufgrund dieser Daten zurückblickende Analysen anfertigen, Protokolldetails einer Transaktion rekonstruieren und deren Verbindungsweg nachvollziehen.


Tools mit grafischer Darstellung erleichtern das schnelle Auffinden fehlerbehafteter Protokollmeldungen und helfen bei der Einkreisung von Problemen, die zu Einbußen an der Dienstgüte (QoS, Quality-of-Service) führen. Störungsmeldungen von Seiten der Teilnehmer lassen sich auf diese Weise schneller bearbeiten und Störungen in kürzerer Zeit beseitigen. Die Folge sind mehr zufriedene Teilnehmer und weniger auf Verärgerung beruhende Vertragskündigungen. Das Überwachungssystem NET-GPRS bietet dem Benutzer eine Benutzeroberfläche, die sich an Windows anlehnt. Daraus resultiert eine vertraute Betriebsumgebung und die Kompatibilität mit gängigen Büroanwendungen und Analysehilfsmitteln der Office-Familie.