Bei Druck- und Papiermaschinen ist flexiblere Technik gefragt. Zugleich sinkt die allgemeine Nachfrage nach Druck- und Papiertechnik.

Bei Druck- und Papiermaschinen ist flexiblere Technik gefragt. Zugleich sinkt die allgemeine Nachfrage nach Druck- und Papiertechnik.Ssogras – Fotolia.com

Auch 2014 waren die Umsätze und Auftragseingänge des deutschen Druck- und Papiermaschinenbaus rückläufig. Die Umsätze bleiben um 12 % hinter dem Vorjahreswert zurück. „Es gibt nichts zu beschönigen. Der Markt für Druck- und Papiertechnik ist rückläufig“, sagte Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA, anlässlich der Jahresmitgliederversammlung des Fachverbandes. Die Branche müsse sich dieser Tatsache stellen. Der Trend zu digitalen Medien bringt kleinere Druckauflagen mit sich, die oft on-demand gedruckt werden. Kleine, individualisierte Auflagen ziehen deutlich veränderte Wertschöpfungsketten nach sich. Flexiblere Technik ist gefragt. Zugleich sinkt die Nachfrage nach Druck- und Papiertechnik.

In einem Podiumsgespräch erläuterten Geschäftsführer von Mitgliedsunternehmen, mit welchen Strategien die Druck- und Druckmaschinenindustrie den Wandel angehen. Sie weiten ihren Branchenfokus aus, treiben die Fusion digitaler und analoger Verfahren voran und setzen ihr Know-how und ihre häufig über Jahrzehnte aufgebauten globalen Fertigungs-, Vertriebs- und Servicestrukturen ein, um in wachsenden Märkten wie dem Verpackungsdruck mitzumischen. „Wir sind überzeugt, dass der deutsche Maschinen- und Anlagenbau im wachsenden Verpackungsmarkt eine gute Rolle spielen kann, weil wir die Gesamtkette inklusive Recycling beherrschen“, so Heering.

Chancen in Auslandsmärkten nutzen

Trotz sinkender Umsätze verbuchte die Druck- und Papiertechnik ‚Made in Germany‘ im vergangenen Jahr einen Weltmarktanteil von über 25 % und ein Ausfuhrvolumen von 4,18 Milliarden Euro. Der Rückgang zum Vorjahr, als die Ausfuhren 4,45 Milliarden Euro erreichten, war zu drei Vierteln der Abkühlung in China geschuldet. Die Ergebnisse einer vorgestellten ‚Wettbewerbsstudie China 2015‘ im Auftrag des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik deuten an, dass vorerst nicht mehr mit Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren zu rechnen ist. Gerade im Zeitungs- und Buchdruck flaut die Nachfrage nach Neuanlagen ab. Besser sieht es im Verpackungsdruck und im Tissue-Markt aus. Allerdings verdeutlicht die Studie, dass Chinas Maschinenbauer technisch rasch aufholen. Da auch sie die Flaute im Heimatmarkt spüren, drängen sie verstärkt ins Ausland.

Positiv entwickelten sich 2014 die Ausfuhren in die USA und ins europäische Ausland. „Mit 45 Prozent ging fast die Hälfte der Ausfuhren unserer Branche in europäische Länder“, erklärte Heering in Würzburg. In den Vereinigten Staaten stieg die Nachfrage 2014 in allen Bereichen – also bei den Druckereimaschinen, in der Papiertechnik und bei Papierverarbeitungsmaschinen.