Damit mussten deutsche Photovoltaik-Maschinenbauer das vierte Quartal in Folge eine rückläufige Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahresquartal verbuchen. „Die Photovoltaik-Zuliefererbranche leidet nach wie vor unter großen Überkapazitäten. Erschwerend hinzu kommen die anhaltenden Handelskonflikte. Die dadurch hervorgerufene Verunsicherung ist bei Photovoltaikherstellern weltweit zu spüren und forciert die ohnehin vorhandene Zurückhaltung bei Investitionen in neuestes Equipment und Technologie deutlich“, erklärt Dr. Peter Fath, Technologievorstand von Centrotherm photovoltaics AG und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Das Zugpferd der Umsatzentwicklung deutscher Photovoltaik-Zulieferer bleibt weiterhin der asiatische Markt. Gut 74 Prozent der Gesamtumsätze wurden im dritten Quartal 2012 in Fernost erwirtschaftet. Dennoch musste das Asiengeschäft im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Umsatzrückgang von gut 46 Prozent verzeichnen. Rückläufig sind aber auch die Umsatzentwicklungen der anderen Regionalsegmente. Lediglich der Umsatz in Deutschland lag auf einem ähnlich hohen Niveau wie im dritten Quartal 2011. „Ein Blick in die Auftragsbücher der letzten drei Quartale hat eine zurückhaltende Umsatzentwicklung vermuten lassen. Neue Fabriken und Produktionslinien werden vermehrt dann wieder gebaut, wenn die Nachfrage nach Photovoltaik weltweit weiter anzieht und die im Markt befindlichen Überkapazitäten abgebaut sind“, berichtet Wessendorf. Die Exportquote lag im dritten Quartal 2012 mit gut 83 Prozent knapp über dem langjährigen Mittel. Schlüsselsegment für den deutschen PV-Maschinenbau bleibt unangefochten das Zell-Equipment mit einem Anteil von knapp 70 Prozent der Umsätze. Equipment für das kristalline Backend – die Modulproduktion – machte im dritten Quartal knapp 11 Prozent, Anlagen zur Polysilizium-, Ingot- und Waferfertigung gut 4 Prozent der Umsätze aus. Die restlichen 15 Prozent entfielen auf das Dünnschicht-Segment.

Die Auftragseingänge befanden sich im dritten Quartal 2012 auf anhaltend niedrigem Niveau. Zwar konnte eine erhebliche Steigerung –  mehr als 39 Prozent –  zum Vorjahresquartal verbucht werden, absolut betrachtet stellt der Auftragseingang im dritten Quartal aber lediglich 25 Prozent des langjährigen Quartalsmittels dar. Bei den Orders dominiert wie gewohnt der fernöstliche Markt. Drastische Rückgänge mussten aber auch hier verzeichnet werden und sind für die Branche besonders schmerzhaft. Um die Wettbewerbsposition deutscher Photovoltaik-Maschinenbauer zu verbessern, setzten hiesige Branchenführer verstärkt auf Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette.