Zu viele Aktivitäten laufen redundant quer durch den Markt, ohne dass grundsätzliche Voraussetzungen geschaffen wären.


Die RoHS EU-Richtlinien sind noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Als erstes EU-Land hat Griechenland dies im August 2004 geschafft. In Deutschland arbeitet die verantwortliche Behörde noch auf Referentenebene an Grenzwerten und Bemessungsgrundlagen.
Die Hersteller haben im Mai 2004 einen Standard zur Kennzeichnung und Beschriftung von „bleifreien“ Produkten herausgebracht: JESD97. Dies nachdem die meisten Hersteller sich ihre eigene Lösung erarbeitet haben und diese nicht wieder ändern werden. Schließlich ist da eine verunsicherte Kundschaft, welche je nach Strategie den Distributoren vorgibt, ab Tag X alles nur noch bleifrei zu liefern oder bis Tag Y sicherzustellen, dass nicht bleifrei geliefert wird. Währenddessen wird noch immer über Lötprofile, Lote und MSL – Standards (Moisture Sensitivity Level) diskutiert.
Klaus Ahrberg, MEMEC, Sprecher des Arbeitskreises „Bleifrei“ des FBDi, hat die Minimalforderungen an die Hersteller zusammengefasst:



  • Einheitliches Markieren von RoHS-Produkten. Ein Standard ist erforderlich – z.B. nach JEDEC oder IPC (IPC Spec Tree à Components, àJ-STD-033, IPC-9502, 9503) JESD97;

  • Eindeutige Identifikation der Artikelnummer. Maschinen- und menschlich lesbarer Zusatz zum Einpflegen in Warenwirtschaftssysteme oder Stücklisten (BoM)


Datenblätter / Product Change Notification (PCN) sollen folgende Angaben enthalten:




    • Angabe der Inhaltsstoffe (Beispiel: ZVEI – VDA Umbrella Spec) oder

    • Bestätigung, dass keine verbotenen Inhaltsstoffe verwendet werden,

    • Temperaturbeständigkeit bzw. Temperatur-Gradient,

    • gesicherte Lötbarkeit nach Standard z.B. Jedec J-STD020B angeben,

    • direkte Zuordnung von Artikel mit Datenblatt und Lötprofil ist sichergestellt,

    • permanentes Update (Monatlich oder quartalsweise mit PCN Deckblatt ),

    • Angabe MSL (Moisture Sensitivity Level nach J-STD033A).


Übersicht über verfügbare Bauteile:



  • Übersicht zu dem jeweiligen Status der Produkte mit Verfügbarkeit, RoHS-Konformität ab wann?, Konditionen wie Mindestmengen, Verpackungseinheiten, alte Teilebezeichnung/neue Teilebezeichnung/Zwischenlösungen, Date-Code: ab wann RoHS-konform, bleifrei lötbar nach Jedec J-STD020B.


  • Kennzeichnung RoHS-konformer Produkte auf der kleinsten VPE , der Umverpackung und den Lieferdokumenten.

Nur so können die logistischen Probleme bei den Distributoren und ihren Kunden gelöst werden und die unverzichtbare Rückverfolgbarkeit durchgängig gesichert werden.
An die Kunden gewandt meint Klaus Ahrberg, dass angesichts der unterschiedlichen Umstellungstermine der Hersteller ganz sorgfältig geplant und geprüft werden muss. Um die Versorgung mit nicht RoHS-konformen Bauteilen und RoHS-konformen Bauteilen sicherzustellen, benötigen wir den jeweiligen Bedarf bzw. den Zeitpunkt der geplanten Umstellung der Produktion. Die Hersteller können mit diesen Angaben die Produktion und Logistik genauer steuern. Auch wird es einfacher die Lagerhaltung nach den Bedürfnissen der Kunden zu gestalten. Da sind Fragen nach laufenden Rahmenverträgen zu beantworten, Lager mit noch nicht RoHS-konformen Bauteilen zu verarbeiten und Produktions-Vorlaufzeiten bis zum 30.6.2006 zu berücksichtigen und sehr vieles mehr.


www.fbdi.de


Über den FBDi


Der Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. (FBDi e.V.) mit Sitz in Neufahrn bei Freising hat folgende Unternehmen als Mitglieder: Acal, Arrow (Spoerle und Sasco), Avnet (Avnet Time, BFI, EBV, Silica und WBC), Azzurri, Betronik, Codico, Deltron, Endrich, Eurodis, EVE, Farnell, Future, Holz Elektronik, Memec (Insight und Unique), Rutronik, Schuricht, TTI. Geschäftsführer des FBDi ist Wolfram Ziehfuss, Vereinsvorsitzender Georg Steinberger (Avnet). Zu den wichtigsten Zielen des FBDi gehören eine regelmäßige, zahlenmäßige Aufbereitung des deutschen Markts der Distribution elektronischer Bauelemente. Der FBDi und seine Mitglieder repräsentieren nach eigener Schätzung ca. zwei Drittel des Umsatzvolumens im deutschen Distributionsmarkt für elektronische Bauelemente.


Passive, Elektromechanik, Displays und Stromversorgungen


Distributionsmarkt in Deutschland


Auf der electronica 2004 hat der FBDi die Meldestatistik für den Distributionsumsatz mit passiven Bauelementen, elektromechanischen Komponenten sowie Displays und Stromversorgungen bekannt gegeben. Danach lagen im 3. Quartal die Umsätze mit passiven Komponenten bei 82,7 Mio. € und die Auftragseingänge bei 81,7 Mio. €; das Book-to-Bill-Verhältnis beträgt also aktuell 0,99. Mit Kondensatoren, der größten Gruppe im Bereich der passiven, wurden im dritten Quartal dieses Jahres knapp 39,7 Mio. € umgesetzt nach gut 41 Mio. € im zweiten und zum Vergleich im Q3-2003 34 Mio. €. Der zweitgrößte Bereich, die Widerstände erzielten 19,6 Mio. € nach 20,2 in Q2 und 16,3 Mio. € in Q3-2003.


Die vom FBDi e.V. vertretenen Distributoren konnten mit elektromechanischen Komponenten in den drei Monaten des vergangenen Quartals 52,1 Mio. € umsetzen; die Auftragseingänge waren nahezu gleich, ergibt also ein Book-to-Bill von 1,0. Fasst die Hälfte davon, rund 25,6 Mio. €, machten die Steckverbinder aus, gefolgt von Relais 6,6 Mio. € und Schaltern 5,9 Mio. €.


Im Display-Bereich wurden 4,5 Mio. € Umsatz für das 3. Quartal gemeldet, nach 4,5 Mio. € im Q2 und 4,6 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Distributoren setzen mit Stromversorgungen 2,4 Mio. € um, nach 2,8 Mio. € im 2. Quartal 2004.


Die Zahlen zum Halbleiter-Distributionsmarkt lagen noch