Verteilung der KI-Anwendungen in den befragten Unternehmen in Bezug auf ihre Komplexität und ihren Geschäftsnutzen.

Verteilung der KI-Anwendungen in den befragten Unternehmen in Bezug auf ihre Komplexität und ihren Geschäftsnutzen. Capgemini Consulting

Ein weiteres Ergebnis ist, dass die sich die Unternehmen überwiegend sehr komplexe Projekte mit hohem Nutzen umsetzen und dagegen zu wenig Projekte mit geringer Komplexität und hohem Nutzenpotenzial . Die Studie wirkt der Befürchtung entgegen, dass Künstliche Intelligenz kurzfristig zu einem massiven Stellenabbau führen wird. Zudem hebt sie die Wachstumschancen durch KI hervor: Drei Viertel der Unternehmen steigerten ihren Absatz um 10 %, was sie direkt auf die Einführung von KI (engl. AI) zurückführen. Dies sind die Kernergebnisse der Studie „Turning AI into concrete value: the successful implementers‘ toolkit“, für die fast 1.000 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar befragt wurden. Alle teilnehmenden Organisationen setzen KI entweder im Rahmen eines Pilotprojekts oder in größerem Stil ein.

Die neuen, durch Künstliche Intelligenz-Projekte geschaffenen Jobs sind in erster Linie Jobs für erfahrene Kräfte: zwei von drei Stellen entstehen im Führungskräfteumfeld. Außerdem berichteten mehr als 63 % der Unternehmen, die KI im großen Stil implementieren, durch KI keine Stellen abzubauen. Die KI-Techniken sparen nämlich jene Zeit ein, die die Mitarbeiter bisher für repetitive Aufgaben aufgewendet haben; jetzt können sie sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, bei denen die menschliche Intelligenz Mehrwert schafft – für sie selbst und die Kunden.

Technologen favorisieren komplexe KI-Anwendungen

Unter Führung der Technologen priorisieren 58 % der Unternehmen sehr anspruchsvolle KI-Projekte mit hohem Nutzen, etwa Themen rund um den Kundenservice oder autonomes Fahren. Dahingegen setzen nur 46 % Anwendungen mit hohem Nutzenpotenzial und geringer Komplexität um. Beispiele hierfür sind unter anderem Fehlererkennung und Performance-Management, die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder der Einsatz von Chatbots und virtuellen Assistenten. Auch können Unternehmen mit KI-Lösungen zum Beispiel im Kundendienst E-Mails autonom klassifizieren und so Zeit für stärker wertschöpfende Tätigkeiten gewinnen. Nach Einschätzung von Volker Darius, Head of Corporate Excellence & Transformation bei Capgemini Consulting, vernachlässigen Unternehmen „einfache Projekte, die schnell Rendite bringen könnten“. Sie sollten sich „vielmehr auf die weniger komplexen Projekte mit hohem Gewinn konzentrieren.“

Deutschland auf Spitzenplatz bei KI-Anwendungen

Im Ländervergleich zeigt sich, dass die deutschen Organisationen bei der produktiven Anwendung von Künstlicher Intelligenz weltweit gesehen auf einem der Spitzenplätze liegen: Mehr als 40 % der befragten deutschen Unternehmen setzen KI im großen Stil ein. Damit liegt Deutschland hinter Indien, Australien und Italien, aber vor den USA, den Niederlanden und Frankreich. Fragt man die deutschen Studienteilnehmer nach dem größten Nutzen, den sie aus der Anwendung von KI ziehen, wird eine höhere Produktivität an erster Stelle genannt. Dahinter folgt, dass sie den Vertrieb neuer Produkte und Services um 10 % steigern konnten sowie eine höhere Kundenzufriedenheit. Auch verbessern die Organisationen hierzulande ihre operativen Geschäftsprozesse durch KI.