US-Veto: Per Dekret hat US-Präsident Barack Obama seinen Einspruch gegen die geplante Aixtron-Übernahme der kalifornischen Niederlassung durch chinesischen Investor eingelegt.

US-Veto: Per Dekret hat US-Präsident Barack Obama seinen Einspruch gegen die geplante Aixtron-Übernahme der kalifornischen Niederlassung durch chinesischen Investor eingelegt. Official White House Photo by Pete Souza

Aixtron ist Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie, die sich nach Auffassung der USA militärisch nutzen lassen, weshalb das Weiße Haus die geplante Übernahme des deutschen Konzerns durch ein chinesisches Unternehmen wegen nationaler Sicherheitsbedenken blockiert hat.

Aixtron ist Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie, die sich nach Auffassung der USA militärisch nutzen lassen, weshalb das Weiße Haus die geplante Übernahme des deutschen Konzerns durch ein chinesisches Unternehmen wegen nationaler Sicherheitsbedenken blockiert hat. Aixtron

Welche Auswirkungen das US-Veto für Aixtron und die geplante Übernahme haben wird, war am Samstag noch völlig unklar.

Welche Auswirkungen das US-Veto für Aixtron und die geplante Übernahme haben wird, war am Samstag noch völlig unklar. Aixtron

Die USA befürchten, dass China Aixtron-Produkte auch militärisch nutzen könnte, weshalb das Weiße Haus die geplante Übernahme des deutschen Konzerns durch ein chinesisches Unternehmen wegen nationaler Sicherheitsbedenken blockierte. Mit seinem Veto schloss sich der scheidende US-Präsident Barack Obama in der Nacht zu Samstag einer Empfehlung seiner US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) an.

Allerdings blockierte er die Transaktion nicht komplett, sondern bezog sich lediglich auf das US-Geschäft. Das Unternehmen aus Herzogenrath hat eine Zweigstelle in Kalifornien mit etwa 100 Mitarbeitern. Die Behörde CFIUS hatte sich Mitte November klar gegen die Übernahme durch die Chinesen ausgesprochen, den Fall aber an das Weiße Haus weiter verwiesen.

Was das für Aixtron und die geplante Übernahme nun bedeutet, war am Samstag noch völlig unklar. Der Spezialmaschinenbauer gab am Samstag bekannt, die Verfügung Obamas untersage nicht den Erwerb von Aixtron-Aktien durch den chinesischen Investor. Die Bieterin und Aixtron untersuchten derzeit mit Blick auf das Übernahmeangebot die Auswirkungen der Verfügung des US-Präsidenten. Aixtron werde sich dabei mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht abstimmen.

Dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert kommt nicht oft vor: Seit 1990 ist dieses Veto das dritte, zuvor hatte Obama im Jahr 2012 wegen Sicherheitsbedenken den geplanten Bau eines Windparks von chinesischen Investoren in der Nähe einer Marinebasis im US-Bundesstaat Oregon untersagt. Davor war es George Bush, der 1990 die chinesische Übernahme des Flugzeugteilebauers Mamco stoppte.