Rupert Stelz ist Gruppenleiter Bilderfassung bei der Stemmer Imaging GmbH in Puchheim.

Rupert Stelz ist Gruppenleiter Bilderfassung bei der Stemmer Imaging GmbH in Puchheim.Stemmer Imaging

Herr Stelz, welche technischen Probleme standen dem Verabschieden des USB3-Vision-Standards im Wege?
Auch wenn es nicht so erscheint: USB 3.0 ist noch eine vergleichsweise junge Technologie. Damit ist es ganz normal, dass noch gewisse Kinderkrankheiten auskuriert werden müssen. So gibt es zum Beispiel Unterschiede zwischen den am Markt erhältlichen Hostcontrollern. Abgesehen davon ist es für USB3 Vision wichtig, wirklich die volle Performance auszureizen. Die Anwendungsfälle in der Bildverarbeitung sind sehr breit gefächert: Da gibt es einerseits Applikationen mit wenigen Kameras, die sehr hohe Bandbreiten benötigen. Auf der anderen Seite existieren Installationen, in denen sehr viele Kameras eingesetzt sind, bei denen die Bandbreite pro Kamera jedoch eher gering ist. All diesen Einsatzfällen soll USB3 Vision gerecht werden, ohne zu viel Overhead mitzubringen. Dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die sich nicht so einfach lösen lässt. Technische Anlaufschwierigkeiten waren vor diesem Hintergrund einfach zu erwarten, sind in der jetzt veröffentlichten Version 1.0 des Standards nun aber behoben.

Was ist der Vorteil von USB3 Vision für die Bildverarbeitung im Vergleich zu UVC (USB Video Device Class)?
Die USB Video Device Class, die unter anderem für Web-Kameras verwendet wird, war zunächst als vorhandenes Protokoll als Kandidat im Gespräch, um auch in der Bildverarbeitung eingesetzt zu werden, bevor man sich mit USB3 Vision dann doch für die Definition eines eigenen Protokolls entschieden hat. Wenn man diese beiden Technologien miteinander vergleicht, sprechen die Performance, die Kontrollmöglichkeiten über die Geni-Cam-Integration sowie die Flexibilität wie zum Beispiel die Unterstützung unterschiedlicher Streamformate oder die Möglichkeit der Kamera, auch asynchrone Ereignisse an den Host zu schicken, ganz klar für USB3 Vision.

Die Mako von Allied Vision Technologies gehört zu den ersten erhältlichen USB3-Vision-Kameras.

Die Mako von Allied Vision Technologies gehört zu den ersten erhältlichen USB3-Vision-Kameras.AVT

Ab wann sind USB3-Vision-Kameras erhältlich?
Ich gehe davon aus, dass die ersten Kameras mit USB3 Vision Firmware schon im 1. Quartal dieses Jahres am Markt erhältlich sein werden. Bis ein breites Produktspektrum verschiedener Hersteller verfügbar ist, wird es aber nach meiner Überzeugung sicher noch etwas länger dauern.