Nach Einschätzung des VDMA spricht einiges dafür, dass die deutschen Maschinenbauer 2017 wieder mit einem leichten Wachstum rechnen dürfen.

Nach Einschätzung des VDMA spricht einiges dafür, dass die deutschen Maschinenbauer 2017 wieder mit einem leichten Wachstum rechnen dürfen. VDMA

Für das laufende Jahr bekräftigen die VDMA-Volkswirte ihre Prognose, der zufolge das Wachstum in der realen Produktion stagnieren wird. „Angesichts eines schwachen weltwirtschaftlichen Umfeldes und anhaltender politischer Störungen, die unsere Geschäfte spürbar beeinträchtigen, betrachten wir dieses Ergebnis als Erfolg. Aber mehr als die Null ist aktuell einfach nicht drin“, betont VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. Insbesondere China fällt als Wachstumsmotor in diesem Jahr weitgehend aus.

Die Aussichten für 2017

„Nach Jahren enttäuschenden Wartens“ falle es vielen Maschinenbauunternehmen schwer, Hoffnung auf einen neuen weltweiten Aufschwung zu setzen, beschreibt Festge die Stimmung in der Branche. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers präzisiert die Prognose: „Alles in allem spricht einiges dafür, dass es den deutschen Maschinenbauern 2017 selbst in einem von zahlreichen Unsicherheiten geprägten Umfeld gelingt, das Vorjahresniveau mindestens zu halten, wenn nicht zu toppen.“

Die Liste der Wachstumsbremsen ist jedoch lang, heißt es beim VDMA: Unmittelbar negativ wirken sich die anhaltend niedrigen Rohstoffpreise auf einige rohstoffnahe Fachzweige aus. Mittelbar investitionshemmend und damit schädlich für die Nachfrage nach praktisch allen Maschinenbau-Erzeugnissen wirken die vielen ungelösten geopolitischen Krisen, aber auch der offene Ausgang der Präsidentenwahl in den USA sowie die offenen Fragen rund um den Brexit. In Deutschland steht zudem eine Bundestagswahl an.

Chancen auf neues Wachstum hat der Maschinenbau nach Einschätzung des Industrieverbands rund um den Globus überall dort, wo Produktion automatisiert wird und die Digitalisierung voranschreitet. Triebkräfte seinen der Konsum und der Bau.

Auf Länderebene hofft der VDMA, dass in Russland und Brasilien die Talsohle erreichen werden. China bleibe aber weiterhin der große unbekannte Faktor: Kurzfristig dürften das aufgesetzte Konjunkturprogramm sowie der unveränderte Wunsch, die Industrie qualitativ höher zu positionieren, die Nachfrage nach deutschen Maschinen stabilisieren. Andererseits können zahlreiche Risiken wie zum Beispiel der große Schattenbankensektor oder eine enorm hohe Unternehmensverschuldung die wirtschaftliche Stabilität des Landes nachhaltig gefährden.

Mit großer Sorge sehen die deutschen Maschinenbauer in Deutschland das zunehmende Misstrauen gegenüber den beiden transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP (USA) und Ceta (Kanada). Sorgen bereitet der Maschinenbauindustrie auch, dass sich nationalistische Tendenzen in den Mitgliedsländern der EU ausbreiten – auch in Deutschland.