Nach Einschätzung des VDMA-Chefvolkswirts Dr. Ralph Wiechers wird das Produktionswachstum im Maschinenbau 2018 "keine stärkere Dynamik erreichen, es wird sich lediglich regional verschieben".

Nach Einschätzung des VDMA-Chefvolkswirts Dr. Ralph Wiechers wird das Produktionswachstum im Maschinenbau 2018 „keine stärkere Dynamik erreichen, es wird sich lediglich regional verschieben“. VDMA

Für das laufende Jahr hatte der Verband bereits im Juli seine Prognose auf real plus 3 % im Vergleich zum Vorjahr angehoben. „Wir sind hier auf einem sehr guten Weg. In den ersten sieben Monaten 2017 haben die Maschinen- und Anlagenbauer ein Produktionswachstum von 2,9 % erreicht“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Politische und wirtschaftliche Krisen sowie weiter notwendige Strukturreformen verhindern eine deutlichere wirtschaftliche Erholung in vielen Ländern. Daher wird das Wachstum 2018 keine stärkere Dynamik erreichen, es wird sich lediglich regional verschieben.“

Im größten Absatzmarkt Deutschland stehen die Zeichen für 2018 auf Expansion. Die Kapazitäten in der Industrie sind inzwischen so stark ausgelastet, wie seit 2008 nicht mehr. Es mehren sich bei den Kunden die Klagen über Kapazitätsengpässe bei Maschinen und Anlagen. „Das sollte den dringend notwendigen Ausrüstungsinvestitionen endlich auf die Sprünge helfen“, erläutert Wiechers.

In den USA, dem größten Exportmarkt des deutschen Maschinenbaus, läuft die Konjunktur bereits in diesem Jahr spürbar besser als im vergangenen. Die Ausrüstungsinvestitionen der US-Unternehmen haben deutlich zugelegt, und die Maschinenexporte in die USA sind gestiegen. Angesichts politischer Unklarheiten geht der VDMA aber nur von einem weiterhin soliden Wachstum aus.

Im drittgrößten Einzelmarkt China sind die Maschinenexporte im 1. Halbjahr nominal um 23 % gewachsen. Insgesamt gehen etwa 10 % der deutschen Maschinenexporte nach China. Für das kommende Jahr rechnet der VDMA mit einem Zuwachs der Ausfuhren in prozentual mittlerer einstelliger Höhe. Der VDMA glaubt, dass diese Abschwächung durch höhere Absätze in anderen Ländern kompensiert kann.

Die Exporte in die EU-Länder haben im ersten Halbjahr um insgesamt 2 % zugelegt, ausgenommen Großbritannien (-4 %). Für 2018 rechnet der VDMA für die meisten EU-Länder weiterhin mit Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich. Diese Zuversicht beruht auf dem gestiegenen  Auftragseingang aus den EU-Ländern – 11 % Zuwachs in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres.

Die Gruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer (ohne China) wies im ersten Halbjahr 2017 ein Exportplus von nominal 5 % auf. „Hier sehen wir 2018 für die meisten Länder weiterhin Wachstumspotenzial“, sagte Wiechers. „Das gilt beispielsweise für Brasilien, Russland und Indien. Unklarer ist die Lage in der Türkei, in Mexiko und im Iran. Hier hängt vieles vom weiteren politischen Geschehen ab.“