In der aktuellen Geschäftsklimaumfrage des VDMA melden 90,3 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung der Auftragslage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das laufende Jahr erwartet die Branche ein Umsatzwachstum von gut 17,2 Prozent. Für 2018 ist die Prognose etwas verhaltener, es wird mit einer Umsatzsteigerung von 7,1 Prozent gerechnet. „In den Hauptmärkten der deutschen Maschinenbauer in Asien, insbesondere in China und Taiwan, wurden in den letzten 12 Monaten erheblich neue Produktionskapazitäten aufgebaut. In Verbindung mit einer Anpassung der Förderrichtlinien im größten globalen PV Markt China erwarten wir nur einen verhaltenen Aufbau neuer Produktionskapazitäten“, erklärt Dr. Peter Fath, Geschäftsführer von RCT Solutions und Vorsitzender von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Investiert wird vor allem in Produktionstechnologien für effizientere Zellen und Dünnschichttechnologie. Zusammen mit deutschen Forschungsinstituten werden Hocheffizienztechnologien wie PERC, Heterojunction und bifaziale Zellkonzepte entwickelt. Hier können deutsche Maschinenhersteller und Technologielieferanten mit überlegenen Produktionslösungen punkten.

Heterojunction und bifaziale Technologien bieten erhebliche Kostensenkungspotentiale und sind aufgrund ihrer physikalischen und technischen Eigenschaften besonders gut an trockene und heiße Klimazonen angepasst. „Wenn Hochtechnologie zu wettbewerbsfähigen Kosten gefragt ist, rücken deutsche Photovoltaik-Ausrüster in den Fokus. Upgrades im Bereich PERC Technologie und ,Black Silicon‘ werden nach wie vor gefragt sein, jedoch wurden in den letzten zwei Jahren bereits erhebliche Investitionen getätigt. Wir rechnen deshalb in den kommenden Monaten mit geringeren Investitionen in moderne Ausrüstung und Technologie“, erläutert Dr. Jutta Trube, Leiterin der VDMA-AG Photovoltaik-Produktionsmittel. Obwohl die Wettbewerbsintensität steigt, berichten 92 Prozent der Unternehmen über eine befriedigende Preissituation. 78 Prozent der Unternehmen erzielen aktuell befriedigende Erträge, während 18 Prozent gute Erträge verbucht.

 

Kapazitätsauslastung hoch, Beschäftigtensituation stabil

Die Kapazitätsauslastung des deutschen Photovoltaik-Maschinenbaus war im dritten Quartal 2017 für 41 Prozent der teilnehmenden Unternehmen im Normalbereich und für 58 Prozent darüber. In einer großen Mehrheit der Unternehmen ist darüber hinaus die Beschäftigtensituation stabil, die meisten (60 Prozent) arbeiten die Aufträge mit Überstunden ab. Für die nähere Zukunft planen die meisten Unternehmen (63 Prozent) weiter Überstunden, aber keine Änderung in der Personaldecke (87 Prozent), während nur 13 Prozent auf mehr Personal setzen. Die von den Unternehmen ermittelte Auftragsreichweite zum Ende des dritten Quartals 2017 hat sich bei 5,5 Monate eingependelt. Zum Vergleich: Der gesamte Maschinenbau in Deutschland verbuchte im April 2017 eine Reichweite von 5,9 Monaten. Zur Stützung der Erträge fokussieren sich die Photovoltaik-Zulieferer sowohl verstärkt auf die Effizienzsteigerung von Produktion, Logistik, Personal und Vertrieb als auch auf die Absatzsteigerung. Längerfristige Investitionen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit werden sowohl in Effizienzsteigerungen als auch in Forschung und Entwicklung getätigt. „Chancen für den deutschen Solar-Maschinenbau ergeben sich in neuen Märkten wie Indien und der MENA Region. Dort hat man die Bedeutung von Photovoltaik als kostengünstigste erneuerbare Energiequelle erkannt. Im Land werden dort Produktionsstätten aufgebaut mit klarer Präferenz auf „Made in Germany“, betont Fath.